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Türkgücü Füssen feiert sein 40-jähriges Bestehen und den Aufstieg in die Kreisklasse

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Von: Chris Friedrich

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Türkgücü Füssen (TGF) mit bengalischem Feuer
Ausgelassen feiern die TGF-Spieler ihren Aufstieg und das 40-jährige Jubiläum ihres Vereins. © privat

Füssen – „Sehr zufrieden“ ist die Vorstandschaft des Fußballclubs Türkgücü Füssen mit dem Ablauf seines Festes am Samstag im Weidach. Hier feierten Mitglieder und Gäste aus zwei Gründen: Den Aufstieg in die Kreisklasse und die Vereinsgründung vor 40 Jahren.

„Der Bürgermeister kommt“, hieß es am Tisch der Türkgücü-Legenden, die im Zelt am Tisch noch näher zusammenrückten, um für Rathauschef Maximilian Eichstetter (CSU) Platz zu machen. Drinnen und draußen feierten nach Angaben der Vorstandschaft des Fußballclubs „schätzungsweise bis zu 600 Leute bei idealem Wetter“ im Füssener Stadtteil Weidach.

Legenden von Türkgücü Füssen mit Füssens Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU).
Am Tisch der Türkgücü-Legenden: Mit dem erfolgreichen Fußballclub feiert der Füssener Rathauschef Maximilian Eichstetter (CSU). Gratuliert hat auch – nicht auf dem Foto – der Dritte Bürgermeister Wolfgang Bader (Grüne). © Friedrich

Diese bekamen ein Spiel zwischen der ersten Mannschaft von Türkgücü Füssen und elf ehemaligen TGF-Spieler, die als Team „Legenden“ antraten, zu sehen. Und dabei fielen besonders viele Tore. Am Ende setzte sich die künftige Kreisklasse-Mannschaft mit 7:5 durch. Nach dem Spiel versuchten zahlreiche aktiven und nicht mehr aktiven Kickern, einen Elfmeter zu verwandeln.

Ins Schwitzen kam das Küchenteam am Grill. Die Nachfrage der Besucher nach Süßgebäck war ebenfalls groß. „Bei der Feier zeigten die Leute das wir eine große Familie sind“, betonte Vorsitzender Tugay Yavuz. Er freute sich mit seinen Kollegen, dass Vertreter des Nachbarclubs FC Füssen vorbeischauten und auch Gäste aus anderen Nationen dabei waren, um den Aufstieg mitzufeiern.

Einen solch erfolgreichen Abschluss der Saison 2021/22 hatte vor der Winterpause keiner mehr für möglich gehalten, weil der Punkterückstand zur Tabellenspitze und zum Relegationsplatz deutlich war. Mit starker Abwehrreihe vor dem 50-jährigen Torwart Ümit Müneyyirci, der in Topform spielte, und der Treffsicherheit des Türkgücü-Torjägers Kaan Polat gelang Türkgücü Füssen jedoch die Aufholjagd.

Mitgliederwerbung an der Haustür

Anfangen musste der von Gastarbeitern gegründete Verein ganz klein. „Wir sind von Haus zu Haus gegangen, um Mitglieder zu werben“, erinnert sich Savas Demirhan, der als Stürmer rechts und links in der Mannschaft eingesetzt werden konnte. Bei seiner Werbetour musste er weniger laufen als auf dem Platz, denn die türkischen Familien wohnten alle in einem Viertel bei der heutigen AOK. „Wahrscheinlich bin ich der erste Türke, der einen Spielerpass bekommen hat“, vermutet Demirhan. Er fing als 15-Jähriger beim damals größten Arbeitgeber im Altlandkreis Füssen an: den Hanfwerken unten am Lech.

Clubgründungsmitglied ist Ugur Sarica. Der heute 59-Jährige spielte im zentralen Mittelfeld. Der Verein Türkgücü Füssen, der von der C-Klasse Ostallgäu in den Spielbetrieb des Bayerischen Fußballverbands startete, stieg bis in die Kreisliga Süd auf, wo es zu Stadtderbys mit dem FC Füssen vor einer stets großen Zuschauerkulisse kam. Nur am Anfang hatten alle Fußballer des Clubs türkische Eltern. „Zwei Jugoslawen kamen dazu“, berichtet Sarica. Es folgten Italiener und Spanier. Legendär: Christoph Sollors als blonder Türkgücü Torwart nach 2005.

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