Von Berlin nach Füssen

Verteidiger Quirin Stocker wechselt zum EV Füssen

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EVF-Trainer Andreas Becherer (rechts) begrüßt Neuzugang Quirin Stocker am Kobelhang.

Füssen – Schlag auf Schlag geht es derzeit beim EV Füssen bei der Kaderaufstellung für die kommende Saison. Neu im Team wird Quirin Stocker sein. Der 22-jährige Verteidiger wechselt nach Angaben des EV Füssen nach drei Spielzeiten bei Preussen Berlin in der Oberliga Nord zum EVF.

Außerdem werden die Verteidiger Lubos Velebny und Christian Krötz sowie Torhüter Benedikt Hötzinger erneut im schwarz-gelben Trikot aufs Eis gehen. Sein Glück in Nordamerika wird dagegen Julian Straub versuchen. 

Als großes Talent wechselte Quirin Stocker, ein gebürtige Münchner, schon früh vom Nachwuchs des EHC Klostersee nach Berlin. Als 14-Jähriger spielte er für die Eisbären in der Schüler-Bundesliga, danach in der DNL. Außerdem war er für die Preussen Juniors in der Jugend-Bundesliga aktiv. Es folgten zwei weitere Jahre in der höchsten Nachwuchsklasse DNL bei der Düsseldorfer EG. Hier bestritt Stocker, der stets zu den Auswahlteams des DEB gehörte, auch seine ersten Oberligaspiele. 

2015 nahm ihn dann der Zweitligist EHC Freiburg unter Vertrag und lieh den U20-Nationalspieler an seinen Stammverein EHC Klostersee aus, ehe Stocker zurück nach Berlin wechselte. In der Hauptstadt gehörte er zuletzt zu den Stützen in Team. Mit 14 Zählern aus 24 Spielen war er punktbester Defender. Jetzt geht es für ihn erstmals an den Kobelhang. „Quirin Stocker passt genau in unser Anforderungsprofil“, sagte EVF-Trainer Andreas Becherer. „Er ist jung und mit viel Entwicklungspotential, aber auch schon mit entsprechender Erfahrung, da er schon sehr früh Verantwortung übernehmen musste.”

 Daneben arbeite der Rechtsschütze gut mit dem Schläger und bringe die nötige körperliche Präsenz auf dem Eis mit. „Da er früher auch Stürmer gespielt hat, bringt er zudem die läuferische Qualität mit. Wir sind von seinen Fähigkeiten absolut überzeugt”, so Becherer. Insgesamt bestritt der 1,92 Meter große Neuzugang bislang 108 Oberligaspiele mit 16 Toren und 23 Vorlagen. Stocker ist nach Angaben des EVF als eine der Defensivstützen fest im Füssener Abwehrverbund eingeplant. 

Eine weiter Saison beim EVF hängt dagegen Benedikt Hötzinger dran. In der vergangenen Spielzeit gelang dem 22-jährigen Torwart der Durchbruch in der Bayernliga, als er auch vom Verletzungspech von Andreas Jorde profitierte. Somit stand er als Stammtorhüter im Kasten. Am Ende wies der Linksfänger eine Gegentrefferquote von 3.09 vor, die er im Laufe der Saison immer weiter verbessert hatte. 

„Benedikt hat seine Chance ergriffen und war ein unglaublich großer Rückhalt für uns“, weiß EVF-Trainer Andreas Becherer, der vor allem dessen ruhige Art schätzt. „Er gehört zu den Torhütern, die sich nicht verrückt machen lassen beim Geschehen um sie herum. Was er gerade in der Finalserie abgeliefert hat, war aller Ehren Wert, er strotzt jetzt natürlich vor Selbstvertrauen. Ich bin mir sicher, dass er auch in der Oberliga Gas geben wird.“

Erfahrung in der NHL

Auch Lubos Velebny hat sich laut EVF dafür entschieden, in seine vierte Spielzeit am Kobelhang zu gehen. Der 37-jährige Routinier mit riesigem Erfahrungsschatz war laut EVF eine der Team-Stützen in der Bayernliga. Und da er seit vergangener Saison die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, belegt er auch keine Kontingentstelle mehr. Es gibt sicher nicht viele Spieler in der dritten deutschen Spielklasse, die bereits mit NHL-Stars wie Rick Nash oder Matt Stajan in einem Team standen.

Über 300 Spiele in der höchsten Liga der Slowakei, Draft der Toronto Maple Leafs, bei seiner ersten Deutschland-Station gleich mit 30 Treffern in einer Saison – Velebny kann schon eine besondere Vita aufweisen. „Viele Spieler halten den Team-Gedanken hoch, Lubos ist dabei aber ganz besonders. Für ihn ist die Mannschaft wie eine Familie, die er schützt“, sagte EVF-Trainer Becherer zu der Verlängerung. „Seine körperliche Präsenz, sein Stellungsspiel, seine Technik und sein Schuss Marke Dampfhammer machen ihn für uns auch in der Oberliga zu einem wichtigen Spieler.“

Eine wichtige Personalie stellt zudem Christian Krötz dar. Der 34-jährige Verteidiger wird auch in der kommenden Saison seine Erfahrung beim EVF einbringen. Das Füssener Eigengewächs debütierte als 17-jähriger beim EVF in der Oberliga, wo er sich schnell zum Stammspieler entwickelte. 

Zwischendurch war er auch für Pfronten und Sonthofen in der Bayernliga am Puck. Nach dem Oberliga-Aus des EVF erklärte er sich bereit, beim Neuanfang mitzuhelfen. Wie acht andere Spieler war er von der Bezirksliga an mit dabei und feierte innerhalb von vier Spielzeiten den Durchmarsch in die Drittklassigkeit.

Dabei erzielte er elf Tore und 82 Vorlagen in 119 Spielen für den EVF. 

Solide Spielweise

 „Ich könnte es mir gar nicht vorstellen, dass Christian nächste Saison nicht in unserem Team stünde“, meinte EVF-Coach Becherer. „Er ist immer noch sehr wichtig für die Mannschaft, auch in der Oberliga. Er ist ein toller Mensch und Top-Athlet, spielt nicht spektakulär, aber immer sehr solide. Er wird erneut eine unserer Stützen sein.“ 

Den EV Füssen verlassen wird dagegen Julian Straub. Der 17-jährige Stürmer, der in der vergangenen Saison in 14 Spielen für die erste EVF-Mannschaft aktiv war, wurde vom OHL-Team Owen Sound Attack gedraftet. Straub wird Ende August nach Kanada fliegen und sich dort im Trainingslager zeigen. Die Ontario Hockey League (OHL) ist eine der drei großen Nachwuchsligen Nordamerikas.

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