Ex-Torhüter übernimmt Traineramt

Zellhuber trainert den EVF

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Thomas Zellhuber ist der neue Trainer des EV Füssen.

Füssen – Mit dem 39-jährigen Thomas Zellhuber präsentiert der neugegründete Eissportverein Füssen eine weitere wichtige Personalie: Der ehemalige Torhüter wird neuer Trainer der ersten Mannschaft.

Zellhuber ist gebürtiger Oberstdorfer, und wechselte bereits im Nachwuchsbereich nach Füssen. Dort gelang ihm 1995 der Sprung in den Seniorenbereich. Nach vier Jahren setzte er seine Karriere als Profi fort, und spielte unter anderem für Kaufbeuren, Wolfsburg, Leipzig, Crimmitschau und Ravensburg in der zweiten Bundesliga oder Oberliga. Nach einem weiteren Jahr am Kobelhang wechselte er 2009 in die Bayernliga nach Sonthofen, wo er in fünf Spielzeiten zweimal die Meisterschaft feiern konnte.

 Nach dem Ende seiner langen Laufbahn im vergangenen Jahr war er zuletzt beim EVF als Torwarttrainer tätig. Die Aufgabe beim Neustart des Eishockeys in Füssen ist für Thomas Zellhuber eine besondere, ist es doch seine erste Station als Trainer überhaupt. Der Kontakt kam dabei durch den neuen sportlichen Leiter Max Holzmann zustande, dem die Vorstellungen und Ideen des gelernten Betriebswirts sofort zusagten. 

So soll zunächst ein Grundgerüst an Spielern erstellt werden, welches zusammen mit Nachwuchscracks aus dem eigenen DNL2-Team die erste Mannschaft bilden wird – und zwar nicht nur für die kommende Spielzeit in der Bezirksliga West. „Wir müssen längerfristig denken, wenn wir wirklich etwas aufbauen wollen“, erklärt Zellhuber. „Wir brauchen eine gesunde Mischung im Team, der Austausch mit dem Nachwuchsbereich muss funktionieren, die Neuausrichtung muss auf mehrere Säulen aufgebaut werden.“

Klare Vorstellungen 

Bei der Suche nach den richtigen Spielern wird auch darauf geachtet, dass diese dem Verein möglichst nicht nur eine Saison zur Verfügung stehen. Gesprochen wird auch mit Akteuren aus dem letztjährigen Oberligakader. „Wir sind momentan dabei, unsere Wunschspieler zu kontaktieren. Da ist natürlich Überzeugungsarbeit gefragt, immerhin treten wir nur in der untersten Klasse an“, so Zellhuber. „Aber ich sehe das auch als eine Frage der Ehre. Jeder kann sich beim Neustart beteiligen“, hofft Zellhuber darauf, dass möglichst viele mitziehen. 

Für die Verzahnung mit dem Nachwuchs hat er ebenfalls klare Vorstellungen: „Für die Nachwuchsspieler wirkt es im Moment vielleicht so, als gäbe es keine Perspektive. Ich will aber Perspektiven aufzeigen und schaffen“, betont er. „Jeder, der jetzt mithilft, unsere Zukunft zu gestalten, gestaltet seine gleichzeitig mit.“ Für diese Zukunft hat die sportliche Leitung einen Plan ausgearbeitet, der auf fünf Jahre ausgelegt ist. 

Steht ein Team?

Bis dahin will man in der Bayernliga spielen mit Blickrichtung nach oben. An die Oberliga, in der der Verein die vergangenen 15 Jahre beheimatet war, denkt momentan niemand. „Man darf nicht vergessen, dass wir sportlich aus der Oberliga abgestiegen sind. Für uns gilt es nun, neue Wege zu gehen. Dann sieht man weiter“, gibt sich Zellhuber realistisch. 

Bis Anfang September will er den Großteil seines Teams zusammen haben, um das Abenteuer Bezirksliga anzugehen. Unterschätzt wird die Spielklasse vom Neutrainer dabei keineswegs: „Wir müssen uns da erst einmal an die Rahmenbedingungen gewöhnen und anpassen. Uns werden Freiluftstadien und entsprechende Atmosphären erwarten, da müssen wir darauf vorbereitet sein. Wichtig ist mir, dass wir gegenüber den anderen Respekt zeigen.“ 

Fans ziehen mit

Diese Situation sei aber auch für das Umfeld Neuland, und Thomas Zellhuber hofft, dass diese auch realisiert und angenommen wird. Die ersten Eindrücke sind dabei durchaus positiv: In nicht einmal einer Woche hatte der neue EV Füssen bereits über 1100 Anhänger auf Facebook. Der angedachte Retro-Look von Logo und Trikot erhält ebenfalls großen Zuspruch. Durch diesen und die bewusste Wiederverwendung des ursprünglichen Namens soll der Schulterschluss mit dem glorreichen EVF der Nachkriegszeit, der 16 Deutsche Meisterschaften erringen konnte, vollzogen werden. 

„Uns allen ist klar, dass man die Uhr nicht zurückdrehen kann, solche Erfolge hier nie mehr möglich sein werden“, erklärt der neue Vorstand Lukas Jentsch zu den Änderungen. „Aber wir können versuchen, das zu erreichen, was die Idole von damals ausgezeichnet hat: Zusammenhalt, Idealismus, und das Gefühl der Ehre, für den heimischen Verein zu spielen.“

Michael Lang

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