Nach Meisterschaft und Querelen verlässt die alte Garde den Verein

BSC Füssen will neu durchstarten

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Der neu gewählte Vorsitzender des BSC Füssen, Christoph Müller.

Füssen – Der 1998 gegründete Billard-Verein hat sich nach den jüngsten Meisterschaften in der Regionalliga Süd und in der Kreisliga sowie öffentlich gewordenen internen Problemen jetzt neu aufgestellt.

Gleichzeitig kann der Club vermelden, dass auch in Zukunft weiterhin im Billardtreff „Kö“ in der Kemptener Straße 31 gespielt wird. Einem erfolgreichen Neustart steht folglich nichts mehr im Wege. 

Wohl ein Grund dafür: Mannschaftskapitän und Clubvorsitzender Thomas May hat den Verein verlassen. Sein starkes Team, das sich souverän den Titel in der Regionalliga sicherte, wodurch sich der Zugang zur 2. Billardbundesliga weit öffnete, hat sich aufgelöst. May und Mike Smith wechseln beide zum Spitzenclub Fürstenfeldbruck. Thomas Knittel und Nico Sallmayer, die beiden relativ neuen Österreicher im Trikot des BSC, werden sich künftig hundertprozentig auf die Bundesliga im Nachbarland konzentrieren. 

Die neuen Verantwortlichen um Mays Vorstands-Nachfolger Christoph Müller legen den Schwerpunkt auf Nachwuchsförderung. Neben Billard als Hobby in einem geselligen Club wird eine Mannschaft in der höchsten bayerischen Amateurliga um Punkte kämpfen, wie Müller auf Anfrage mitteilte. Zwei weitere BSC-Teams nehmen voraussichtlich am Spielbetrieb in der Kreisliga teil. 

Den Kern des neuen BSC-Topteams sollen Ex-Kapitän Tim Kerler, der ebenfalls einen großen Anteil an der Regionalliga-Meisterschaft hatte, sowie Routinier Siegfried Steinacher bilden. Zur ersten BSC-Mannschaft gehört der talentierte Stefan Steiner außerdem ebenso wie die erfahrenen Florian Guggemos und Matthias Langer. 

Verein schaut nach vorne

Guggemos, der in der zurückliegenden Saison als Kapitän die erfolgreiche zweite Mannschaft führte, ist kürzlich in der Jahreshauptversammlung auch zum Sportwart gewählt worden. Gegenüber unserer Zeitung erklärte er: „Nach einigen Vereinssitzungen können wir wieder planen und nach vorne schauen.“

Dabei zeichnete sich intern schnell ab: Für die von May und Smith beabsichtigte Vereinsauflösung, weil keine neue Spielstätte gefunden worden war (der Kreisboteberichtete), würde es keine Mehrheit geben. Guggemos sagt dazu: „Einem Großteil des Vereins war es sehr wichtig, dass der BSC Füssen nach über 20 Jahren nicht aufgelöst, sondern weitergeführt werden kann.“ 

Dieser Zusammenhalt sei „sensationell“, was die Teilnehmerzahl bei der Versammlung mit Neuwahlen auch signalisiert habe. Jeder Einzelne des BSC Füssen habe einen großen Anteil daran, dass es mit Verein und Spielbetrieb weiter gehen könne. Ein Dankeschön dafür gelte vor allem auch dem „Kö“, einer Spielstätte „mit viel Atmosphäre“.

Team an der Spitze

Nach der Neuwahl des Vorstands – aus dem alten Vorstand hatte keiner mehr kandidiert – genießen Müller, sein Stellvertreter Carl Werner und Kassier Max Kloppenburg das volle Vertrauen der aktuell 40 Mitglieder. Kerler wird sich beratend beteiligen. 

Die Clubmitglieder sind sich ganz offensichtlich darüber einig, dass der Leitsatz „Müller macht`s!“ für das künftige Vereinsleben nicht die richtige Einstellung wäre. „Wir sind ein Team aus fünf Leuten, die sich mit den aktiven und passiven Mitgliedern für den Verein identifizieren und engagieren. Wir hoffen, dass wir auch Sponsoren finden, die uns unterstützen“, so der neue 1. Vorsitzende im Gespräch mit dem Kreisbote. 

Zur Führungsmannschaft gehört nicht zuletzt David Campana als Schriftführer. Auch er bringt Erfahrung aus der Zeit mit, als sich der BSC schnell von den unteren Ligen bis fast ins Profilager katapultiert hatte. Billardspieler sind es am Tisch gewohnt, knifflige Aufgaben zu lösen. 

Durch den letztlich überraschenden Abschied der vier Spitzenspieler, denen der neue Vorstand seinen Dank für ihre Leistungen ausspricht, ist kein Vakuum entstanden – im Gegenteil: Es herrscht Aufbruchstimmung. „Wir hoffen, dass Jugendliche unser kostenloses Schnupperangebot annehmen. Termine dafür geben wir bekannt. Unsere erste Homepage ist im Aufbau“, so Müller. Die Idee zur Nachwuchsgewinnung und -förderung sei von Tim Kerler gekommen. 

Mitte September beginnt der Spielbetrieb 2018/19. Sportwart Guggemos meint: „Die Sommerpause kommt jetzt genau richtig. Denn es sind einige organisatorische Aufgaben zu erledigen.“ 18 Füssener Billardspieler brennen darüber hinaus darauf, die Kugel im Ligabetrieb daheim und auswärts wieder präzise einzulochen.

Chris Friedrich

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