Spiel zwei und drei gewinnen jeweils die Heimteams

Alles offen für den SCR

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Stehen hinter ihrem Team: Die Fans der Weiß-Blauen.

Landkreis – Die Serie geht weiter, frühestens am kommenden Freitag steht der Sieger fest. Der SC Riessersee hofft, dass auch am Palmsonntag noch gespielt wird – denn dann könnte er frühestens ins Viertelfinale einziehen.

Der Grund: Nach drei Spielen führen die Crimmitschauer in der best-of-seven Serie (eine Mannschaft benötigt vier Siege zum weiterkommen) mit 2:1.

Nach der 2:5-Auftaktniederlage in der vergangenen Woche gingen Spiel zwei und drei jeweils an die Heimmannschaft. Zunächst siegten die Crimmitschauer mit 3:0, dann der SCR mit 3:2 in der Verlängerung.

Am Freitag im Sahnpark passierte etwas, was dem Vorrundenersten in der laufenden Saison nur einmal (Anfang Dezember beim 0:3 in Bad Nauheim) widerfahren war: Die sonst so treffsicheren Riesserseer schossen kein einziges Tor. Auch der Topblock mit Andreas Driendl und Richard Mueller konnte Brett Kilar nicht überwinden. Mathias Beck und auch Maximilian Daubner hatte Trainer Toni Söderholm als dritten Mann in diese Reihe gestellt, da Lubor Dibelka noch länger fehlt.

Die Gastgeber waren ersatzgeschwächt angetreten: Tranier Kim Collins musste herbe Rückschläge verkraften. Mannschaftskapitän André Schietzold sowie Robin Soudek fielen grippegeschwächt aus. Scott Allen musste aufgrund einer Armverletzung pausieren. Dafür wieder mit dabei war Robbie Czarnik, der noch am Dienstag in Spiel eins aufgrund von Rückenbeschwerden fehlte, sowie Ben Kosianski und Maurice Keil, die zuletzt keine Berücksichtigungen fanden. Trotzdem bestimmten die Gastgeber die Anfangsphase, SCR-Goalie Matthias Nemec war bereits früh gefordert und hielt seinen Kasten sauber. Einmal hatte er großes Glück: Beim Schuss von Jordan Knackstedt half gleich zwei Mal das Aluminium für den bereits geschlagenen Nemec. Die Scheibe sprang an den Innenpfosten, schlitterte die Torlinie entlang und wurde dann, nachdem sie den anderen Pfosten tuschierte, von Florian Vollmer geklärt

Die Werdenfelser zeigten sich im Vergleich zum Dienstag verbessert. Sie brachten auch das Körperspiel immer wieder ein. Knapp zwei Minuten vor Drittelende klingelte es dann doch noch im Tor des SCR. Ivan Ciernik wurde vom Crimmitschauer Goldhelm Jordan Knackstedt mustergültig freigespielt und der hatte keine Mühe zum 1:0 zu verwandeln. Der SCR drängte im Mittelabschnitt auf den Ausgleich, war die bessere Mannschaft, generierte einige Großchancen durch Flori Vollmer, Andi Driendl oder auch Richie Mueller. Aber sie fanden keinen Weg, um am Eispiraten Schlussmann Kilar den Puck vorbei ins Netz zu bringen. Crimmitschau spielte clever, verlegte sich aufs Kontern und erzielte damit in der 35.Minute durch Ivan Ciernik das 2:0. Zum Schlussabschnitt stellte Coach Söderholm die Reihen um. Mattias Beck rückte an die Seite von Florian Vollmer und Louke Oakley. Maxi Daubner kam in den ersten Block zu Andreas Driendl und Richie Mueller. Die Garmischer kämpften und kamen erneut zu Chancen, die beste Möglichkeit hatte Richie Mueller in Überzahl in der 51. Spielminute auf dem Schläger, scheiterte erneut an Brett Kilar. In der Schlussphase ging der SCR volles Risiko und versuchte nochmal alles um den Spielstand zu verkürzen. Aber Robbie Czarnik  schoss den Puck ins leere Tor zum verdienten 3:0-Sieg der Westsachsen, bei dem ihr deutsch-amerikanische Goalie seinen ersten Shoutout der Saison feierte.

Nun war der SCR extrem unter Druck am Sonntag. Erstmals in den Play-offs war Andi Eder vom Kooperationspartner aus München mit dabei. Er spielte gleich in der ersten Reihe neben Driendl und Eder. Der SCR zeigte das beste Drittel der bisherige Serie. Mit viel Schwung kamen sie aus der Kabine und belagerten das Tor von Kilar. Alleine Jared Gomes hatte innerhalb weniger Minuten drei große Chancen um die Führung zu erzielen. Nachdem dann auch noch Jakob Mayenschein zwei Top-Chancen liegen ließ, war es Joel Johansson, der nach toller Vorarbeit von Andi Driendl die mehr als verdiente Führung für den SCR erzielte. Danach hätten sowohl Driendl als auch Mueller den Vorsprung noch weiter ausbauen können, scheiterten aber. Im Mittelabschnitt gab es dann Playoff-Hockey vom Feinsten mit viel Einsatz und Emotionen, auf dem Eis und auch auf den Rängen.

Gleich zu Beginn des Drittels schickte das Schiedsrichtergespann Andi Driendl nach einem Bandencheck mit Verletzungsfolge zum Duschen. Die Weiß-Blauen kämpften sich erfolgreich durch die Unterzahl und konnten das Spiel weiter offen halten. Als die Hälfte des Spieles gespielt war nutzten die Crimmitschauer ein erneutes Überzahlspiel zum 1:1 durch Ivan Ciernik. Beide Mannschaften warfen danach alles rein um den Führungstreffer zu erzielen, doch es blieb beim Unentschieden. Im Schlussdrittel spielten sowohl der SCR als auch die Crimmitschauer taktisch diszipliniert und versuchten den jeweiligen Gameplan umzusetzen. Gleich zu Beginn nutzten die Garmischer eine Überzahlsituation zur erneuten Führung. Richie Mueller nahm den Kopf nach oben, sah in der Mitte Louke Oakley aufs Tor laufen, den er dann mustergültig bediente. Oakley schaute sich Brett Kilar aus und versenkte mit einem sehenswerten Handgelenkschuss zum 2:1. Aber fast im Gegenzug konnte Robin Soudek erneut den Spielstand ausgleichen. Danach war das Spiel völlig offen. Vollmer, Mayenschein und Eichinger hatten die Chance, den Siegtreffer zu erzielen, aber auch Crimmitschau blieb immer extrem gefährlich, der SCR spielte in der Defensive zu sorglos. So scheiterte Soudek einmal am Pfosten. Es bliebt auch nach 60 Minuten beim 2:2, die Verlängerung, die mit fünf gegen fünf gespielt wird, musste die Entscheidung bringen. Das Eis war frisch gemacht, beide Mannschaften kamen zurück und der SC Riessersee versuchte sofort, dieses Spiel für sich zu entscheiden. Doch die Gäste waren durch Konter immer gefährlich und hatten den Siegtreffer einige Male auf dem Schläger. Doch Tim Richter nutzte einen Wechselfehler der Sachsen und machte den 3:2 Siegtreffer klar.

von Titus Fischer

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