Erfolgreicher Salomon 4 Trails

Gesamtsieg ging an Tofol Castanyer

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Woody Schoch war gut dabei, musste aber kurz vor dem Ziel aufgeben.

Region – Vor einer Woche gings los: In Garmisch-Partenkirchen machten sich 502 Läufer und Läuferinnen aus 25 Nationen auf den Weg durch die Tiroler Orte Ehrwald, Imst und Landeck bis nach Samnaun in der Schweiz. 160 Kilometer und 10.000 Höhenmeter allein im Aufstieg galt es in vier Tagen zu absolvieren.

Auch wenn sich am Ende die Favoriten unter den 500 gestarteten Teilnehmern durchsetzten, war das Rennen bis zum Schluss spannender denn je zuvor.

Nachdem die ersten Etappe von Garmisch-Partenkirchen nach Ehrwald absolviert war (der KREISBOTE berichtete) nahmen 458 Läuferinnen und Läufer den zweiten Teil in Angriff. Hier galt es insgesamt 45,3 Kilometer und 2.723 Höhenmeter im Aufstieg zu absolvieren. Gleich zu Beginn wartete mit der Durchquerung des Mieminger Gebirges ein echtes Highlight auf die Teilnehmer. Über die Ehrwalder Alm führte die Strecke die Trailrunner zunächst auf die Grünsteinscharte (2.272 m), ehe es wieder fast bis ganz hinunter ins Tal nach Obsteig ging. Unten blieb nur wenig Zeit zum Verschnaufen. Denn auch der zweite Ansteig des Tages hatte es in sich. Steil ziehen sich die Serpentinen bis auf die Haiminger Alm, wo es bis auf den Imster Hausberg, den Tschirgant ging. Doch vom Ziel trennen da die Teilnehmer noch fast neun Kilometer und mehr als 1.400 Höhenmeter im Abstieg, die noch einmal ordentlich in die Beine gehen. Wie bereits bei der ersten Etappe war Tofol Castanyer auch auf dieser anspruchsvollen Etappe nicht zu schlagen. Der Spanier benötigte für die Strecke von Ehrwald nach Imst lediglich 4:53.29,7 Stunden und konnte damit seinen Vorsprung auf die Verfolger weiter ausbauen:„Ich bin froh, dass es meinen Beinen weiterhin gut geht und die Wadenverletzung der letzten Wochen kaum mehr zu spüren ist“, so Castanyer. Auch Platz zwei und drei blieben unverändert. Stephan Hugenschmidt aus Radolfzell bewies damit einmal mehr, dass er trotz seiner jungen Jahre schon jetzt zu den besten Trailläufern Deutschlands zählt. Mit seiner Leistung mehr als zufrieden war auch Max Frei. Der Freiburger konnte seinen dritten Platz gegenüber der Konkurrenz verteidigen. Anders verhielt es sich bei den Damen: Nach dem Überraschungssieg auf der ersten Etappe durch Claire Gordon, legte ihre Landsfrau Angela Mudge auf dem zweiten Teilstück noch einmal ordentlich zu und ließ der jungen Kontrahentin keine Chance. Am Ende kam Mudge als Gesamt-Zwölfte des Tages ins Ziel und beeindruckte damit nicht nur das Publikum, sondern auch ihre männlichen Kollegen. In der Master Men-Wertung konnte Javier Rodriguez aufzeigen und seinen ersten Tagessieg bei den Salomon 4 Trails 2013 einfahren. Der Spanier übernahm damit auch die Führung in der Gesamtwertung und verdrängte den bisher führenden Schweizer Berglaufmeister Woody Schoch auf Rang zwei. Bei den Senior Master Men konnte einmal mehr Thomas Miksch seine Konkurrenz auf Abstand halten und seine Führung in der Grand Master weiter ausbauen. Kein neues Siegergesicht gab es auch bei den Master Women, wo Julia Fatton neuerlich als erste über die Ziellinie lief.

Es folgte die dritte Etappe, die kürzeste in diesem Jahr war, sich jedoch als die spannendste des bisherigen Rennens erwies. Nicht nur die Herren, auch die Damen lieferten sich auf der 31,1 km langen und mit 1.834 Höhenmetern gespickten Strecke von Imst nach Landeck spannende Duelle um die vorderen Plätze. Die ersten Etappen und die sommerlichen Temperaturen hatten ihre Spuren hinterlassen: Nur noch 440 Läuferinnen und Läufer machten sich auf. Vom Sportzentrum in Imst führte der Weg zunächst leicht bergab, ehe es in den einzigen, dafür aber mit 15 Kilometern besonders langen, Anstieg auf die Glanderspitze (2.512 m) ging. Fast 1.800 Höhenmeter galt es zu bezwingen, ehe die 1.700 Höhen- meter zurück ins Tal warteten. Was für Wanderer eine ausgiebige Tagestour ist, war für den spanischen Seriensieger bei den Salomon 4 Trails, Tofol Castaner, nach etwas mehr als drei Stunden erledigt. „Auch ich merke die Kilometer der letzten Tage schon recht stark in den Beinen und muss am Berg ganz schön kämpfen. Aber das müssen die Zuschauer im Ziel ja nicht unbedingt mitbekommen“, schmunzelte der Mallorquiner. Actionreicher verlief der anschließende Zieleinlauf der beiden Verfolger. Thomas Hugenschmidt, bisher immer zweitschnellster Läufer, musste sich auf der Zielgeraden hauchdünn Andrew Fallas geschlagen geben. Der Brite verdrängt damit den Freiburger Max Frei, der nur als Vierter durch’s Ziel kam, in der Gesamtwertung auf Rang vier, Thomas Hugenschmidts zweiter Rang overall war aber nie gefährdet. Spannung pur war auch in der Master Men Wertung angesagt. Woody Schoch schlug hier zurück. Er konnte am Ende nicht nur den Tagessieg für sich verbuchen, sondern auch die Gesamtführung zurückerobern. Bei den Senior Mastern feierte Thomas Miksch seinen dritten Tagessieg auf der dritten Etappe und baute damit seinen Vorsprung in der Gesamtwertung fast uneinholbar aus. In der Damenklasse siegte Angela Mudge souverän:16 Minuten betrug der Vorsprung auf Claire Gordon. Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Kathrin Götz lag Regine Schlump, die Damen-Siegerin des vergangenen Jahres nach der dritten Etappe auf Rang drei. Beinahe zeitgleich liefen die Tagessiegerinnen in der Master Women Kategorie im Ziel in Landeck ein. Mit drei Sekunden Vorsprung durfte Eva Färberböck ihren ersten Sieg bei den Salomon 4 Trails feiern. Die Gesamtführende Julia Fatton nahm ihren zweiten Platz allerdings gelassen, zumal sie ihre Führung in der Gesamtwertung weiter ausbauen konnte.

Es folgte die letzte Etappe: Hier gab es ein großartiges Finale. Auf der Königsetappe von Landeck ins 1.841 Meter hoch gelegene Samnaun konnte der Gesamtführende Tofol Castanyer zwar nicht seinen vierten Etappensieg in Folge feiern, doch am Ausgang der Salomon 4 Trails änderte das nichts mehr. Der 41-jährige Mallorquiner sicherte sich die Gesamtwertung mit einem Vorsprung von 19:13,1 Minuten auf den jungen Deutschen Stephan Hugenschmidt aus Radolfzell. Der glänzte auf den superschweren 47 Kilometern und 2.844 Höhenmetern mit einer unerwartet starken Leistung und durfte im Ziel seinen ersten Tagessieg bejubeln. Platz drei in der Gesamtwertung ging an den Briten Andrew Fallas. Im Ziel hatte Castaner gut eine Minute Rückstand auf den Deutschen: „Ich bin froh, das Ziel nach mehr als 160 Kilometern erreicht zu haben. Das war heute der härteste Lauf, den ich jemals bestritten habe“, gestand er. Das nutzte der 26-jährige Hugenschmidt zum Angriff: „Vor dem Start in Garmisch-Partenkirchen hätte ich niemals damit gerechnet, dass ich die Königsetappe gewinnen und in der Gesamtwertung Platz zwei belegen würde. Mein Glück war, dass wir an dem extrem steilen Aufstieg zum Fisser Joch alle gegangen sind.“ Mit der 2787 m hohen Ochsenscharte wurde auch gleichzeitig der höchste Punkte des Rennes bewältigt. Hochspannung herrschte auch in der Master-Kategorie. Der führende Schweizer Bergmeister Woody Schoch musste unterwegs verletzungsbedingt aufgeben und Javier Rodriquez hatte freie Bahn. Eine klare Angelegenheit war dagegen die Senior Master-Kategorie. Der Kemptener Dr. Thomas Miksch verteidigte seinen im Vorjahr errungenen Titel mit einem Vorsprung von über zwei Stunden auf Axel Zapletal aus Tutzing. Gleichzeitig erkämpfte sich Miksch zusammen mit Thomas Geisenberger und Anton Philipp den Sieg in der Mannschaftswertung. Eindeutig lief auch das Rennen bei den Frauen, das zwei Schottinnen beherrschten. Berglauf-Weltmeisterin Angela Mudge ließ keinen Zweifel an ihrer Dominanz aufkommen und gewann nach den Etappen zwei und drei auch das vierte Teilstück vor ihrer Landsfrau Claire Gordon. Die hatte am ersten Tag einen Überraschungscoup gelandet, war danach aber auf allen drei Etappen chancenlos gegen Mudge. In der Kategorie Master Women startete die Münchnerin Eva Färberböck eine großartige, aber insgesamt vergeblich Aufholjagd. Färberböck gewann zwar die letzte Etappe mit 22 Minuten Vorsprung auf Julia Fatton aus der Schweiz. Die konnte jedoch nach 24:25.08,9 Stunden noch 2:28,7 Minuten Vorsprung zum Gesamterfolg ins Ziel retten. Der Termin für die neue Auflage steht schon: „Vielleicht können wir einige der Läuferinnen und Läufer dann wieder begrüßen, wenn es vom 9. bis 12. Juni zum vierten Mal von Garmisch-Partenkirchen nach Samnaun geht”, blickt Projektleiterin Anika Stephan zum Abschluss eines rundum gelungenen Events bereits voraus.  tf

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