Im Winter in den Urlaub fahren

Auf ihn war immer Verlass: Stephan Wilhelm beendet seine Karriere

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Stephan Wilhelm.

GAP –Vor drei Jahren kehrte Stephan Wilhelm zu seinem Heimatverein SC Riessersee zurück. Nun hat er nach der Finalniederlage am Sonntag seine Karriere beendet. Ausgerechnet im letzten Saisonspiel trug er das „C“ auf der Brust. Der eigentliche Kapitän Florian Vollmer war krank und konnte so in Spiel fünf nicht mitmachen.

Bei den Garmisch-Partenkirchnern übernahm Wilhelm gleich nach der Rückkehr 2015 den Posten des Vize-Kapitäns. In 50 Spielen der ersten Saison kam er auf sechs Treffer und 24 Assists, damit war er hinter Julian Eichinger der zweiterfolgreichste Skorer bei den Garmisch-Partenkirchnern. In der Spielzeit 2016/17 war er der punktbeste Verteidiger der Werdenfelser und brachte es auf fünf Tore und 19 Vorlagen in 55 Begegnungen. Vor seinem Wechsel zu den Weiß-Blauen war der Verteidiger acht Jahre in der DEL aktiv. Im Sommer 2015 hatte er ursprünglich noch einen laufenden Vertrag in Schwenningen. Dieser wurde aufgelöst und damit war der Weg für eine Rückkehr frei. Der Familienvater (Sohn Benedikt kam 2012 zur Welt, Tochter Antonia 2015) war zur Saison 2013/14 mit seinem Verteidigerpartner Sascha Goc von den Hannover Scorpions an den Neckarursprung gewechselt. Sein erstes Jahr in Schwenningen war hervorragend, er war der beste SERC-Verteidiger und scorte in 51 Spielen 25 Punkte (sieben Tore/18 Assits). Sein Kontrakt wurde für zwei Jahre verlängert. In der Saison 2014/15 hatte Wilhelm hingegen ein Seuchenjahr. Nach einer Blinddarmoperation zog er sich auch noch eine Knöchelbruch am Fuß zu. Er absolvierte lediglich 32 Saisonspiele, erzielte dabei kein Tor, gab acht Vorlagen.

In der Saison 2007/08 hatte Wilhelm 17 Partien für den SC Riessersee per Förderlizenz bestritten. Damals war er bei den Straubing Tigers in der DEL unter Vertrag. Hier gelangen ihm drei Skorerpunkte. Wilhelm bestritt auch alle sieben Play-off Begegnungen, als die Werdenfelser als Aufsteiger unter Trainer Marcus Bleicher knapp an den Schwenninger Wild Wings im Viertelfinale scheiterten.

Der 34-Jährige ist ein echtes SCR-Eigengewächs, der das Eishockeyspielen bei den Weiß-Blauen erlernte. Zwischen 2001 und 2003 ging Wilhelm auch für seinen Heimatverein in der 2. Bundesliga aufs Eis. Nach einem Gastspiel in der Oberliga beim EC Peiting wechselte er für zwei Jahre zu den Moskitos Essen. In der Saison 2006/07 ging er für die Grizzly Adams Wolfsburg aufs Eis, mit denen er den Aufstieg in die DEL schaffte. Im Sommer 2007 zog es ihn zurück nach Bayern, zu den Straubing Tigers, ehe er 2011 nach Hannover ging. Insgesamt bestritt er 389 Spiele in der DEL, in denen er auf 87 Scorer-Punkte kam. Für den SC Riessersee bestritt der gebürtige Garmisch-Partenkirchner über 250 Begegnungen. Auf ihn war immer Verlass, nun ist die Karriere vorbei. Mit dem Finale hat sich bei ihm ein Kreis geschossen. Denn beim letzten Zweitligafinale vor 15 Jahren stand er auch schon für den SC Riessersee auf dem Eis, damals gegen Freiburg. Nach dem Ende seiner Karriere kann er nun das machen, was er schon immer mal machen wollte: Im Winter in den Urlaub fahren.

von Titus Fischer

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