Die Weiß-Blauen verlieren in Bad Tölz und gegen die Dresdner Eislöwen

Keine Punkte für den SC Riessersee

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Gegen Dresden vergab der SC Riessersee einfach zu viele Chancen.

GAP – Das war eine ganz neue Erfahrung für den SC Riessersee. Erstmals in der laufenden Saison gab es für die Garmisch-Partenkirchner keine Punkte an einem Wochenende mit zwei Spielen zu holen. Die Begegnungen in Bad Tölz (2:3) und daheim gegen die Dresdner Eislöwen (4:5) gingen für den Tabellenzweiten in die Binsen.

Trainer Toni Söderholm war mit den beiden Leistungen alles andere als zufrieden und versprach: „Wir werden in dieser Woche hart arbeiten und am kommenden Wochenende eine bessere Leistung zeigen.“ Keine eine neue Erfahrung war die 2:3-Niederlage in Bad Tölz. Denn es war bereits das dritte Mal, dass die Weiß-Blauen das Derby bei den Buam in dieser Saison verloren. In der Vorbereitung hatte es ebenfalls eine 2:3-Niederlage im August gegeben, Ende Oktober in der Liga sogar eine 3:7-Klatsche. „Die Qualität im Powerplay war nicht da. Ich bin enttäuscht. Zweikampfmäßig und läuferisch war das zu wenig für ein Derby“, monierte Söderholm am vergangenen Freitag zurecht.

Der Sieg der Buam war verdient vor 4115 Zuschauern. Es waren keine vier Minuten gespielt, da nutzte der Tabellenletzte einen Schnitzer in der Riessersee Hintermannschaft zum 1:0-Führungstreffer durch Johannes Sedlmayr aus. Sieben Minuten später legten die Löwen in Überzahl sogar zum 2:0 nach, diesmal hatte Julian Kornelli getroffen. Die Garmisch-Partenkirchner hatten ihre Chancen, fanden aber ihren Meister in Mikko Rämö. Der Torhüter spielte bis zum Januar beim EHC Lustenau in der Alps Hockey League. Da die Österreicher einen Kontingentplatz frei machen mussten, ergab sich für die Löwen die Chance, zuzuschlagen. Rämö ist in der Liga kein Unbekannter: Von 2015 bis 2017 spielte er beim EC Bad Nauheim und erwies sich als stabiler Rückhalt. Der ist er nun auch in Bad Tölz. Im Mittelabschnitt ließ Stephan Wilhelm die zahlreich mitgereisten Anhänger des SC Riessersee inklusive dem Landrat Anton Speer jubeln, der Routinier hämmerte von der blauen Linie den Puck zum zwischenzeitlichen 2:1 ins Netz (36.). Die Freude über den Anschluss währte allerdings nur drei Minuten. 20 Sekunden vor Drittelende schloss Joonas Vihko einen Konter zum 3:1 für die Löwen ab. Damit war der alte Abstand wiederhergestellt. Im Schlussabschnitt bemühten sich die Weiß-Blauen um den Anschluss, aber die Endstation hieß immer wieder Mikko Rämö. Nur noch einmal wurden die Bemühungen der Gäste belohnt, Richie Mueller konnte 98 Sekunden vor Schluss auf 3:2 verkürzen, doch zu mehr reichte es nicht mehr, auch als Söderholm seinen Goalie Kevin Reich vom Eis nahm.

„Es ist ein sehr positives Signal an die Mannschaft, was die Mannschaft letztendlich erreichen kann, wenn jeder nach wie vor zusammenhält und eine hohe kämpferische Leistung bringt“, sagte ECT-Trainer Rick Boehm, der auch schon für den SC Riessersee spielte: „Im Mittelpunkt steht der Einsatz und die kämpferische Leistung der Mannschaft. Wir hatten in unserem Torwart einen starken Rückhalt, aber auch das nötige Glück. Ich denke der Gegner hat heute seine Qualitäten gezeigt. Offensiv sehr stark, sie lassen die Scheibe sehr gut laufen. Wir haben unsere Chancen gut genutzt.“ Der Löwencoach war auch sehr zufrieden mit seinem vorübergehenden Neuzugang Johannes Huss. Der geborene Tölzer hat einen Vertrag bei den Buam unterschrieben. Mit der Düsseldorfer EG, seinem bisherigen Verein wurde vereinbart, dass Huss sicher bis 19. Februar bei den Löwen bleibt. „Er hat etwas Zeit gebraucht ins Spiel reinzukommen, aber dann eine sehr starke Leistung“. Der 19-Jährige bildete ein Verteidigungspaar mit dem 20-jährigen Tom Horschel und gab direkt eine Vorlage. Söderholm sagte: „Beide Mannschaften haben ein bisschen zu viele Chancen zugelassen. Die Gegentore, die wir kassiert haben, waren nicht in Ordnung. Wir haben bis zum Ende gekämpft, aber es war nicht gut genug. Ich glaube Tölz hat die Punkte heute verdient.“

Führung gegen die Dresdner Eislöwen verspielt

Eine neue Erfahrung für den SC Riessersee war hingegen die Niederlage zwei Tage später gegen die Dresdner Eislöwen. Denn die Werdenfelser hatten zuvor 17mal in Folge im Olympia-Eissportzentrum gepunktet. Das letzte und bis zum Sonntag einzige Spiel, das sie in der regulären Spielzeit daheim verloren hatten, war die 2:8-Niederlage vom 8. Oktober 2017 gegen den amtierenden Meister, die Löwen Frankfurt. Söderholm kritisierte: „Wir haben nicht gewonnen, weil wir nicht gut genug waren. Die Leistung war nicht in Ordnung, wir waren auch mental nicht gut genug. Wenn du zu Hause vier Mal in Führung gehst, musst Du gewinnen. Wie waren mental auch nicht bereit genug, dafür übernehme ich die Verantwortung.“

Am Familientag waren rund 2500 Fans ins Olympia-Eissportzentrum gekommen. Sie sahen in einem torreichen Spiel von Anfang an bemühte Hausherren, die es schafften, zwei Mal im ersten Spielabschnitt durch Stephan Wilhelm und Andreas Driendl in Führung zu gehen. Aber die Gäste ließen sich davon in keinster Weise beirren und trafen ihrerseits jeweils postwendend durch Tadas Kumeliauskas und Martin Davidek zum jeweiligen Ausgleich. Kurz vor Ende des ersten Drittels hatte Maximilian Daubner noch die große Chance zur Führung, doch es blieb beim 2:2. Der Mittelabschnitt war nahezu eine Wiederholung vom ersten Durchgang. Erneut gingen die Riesserseer durch Jakob Mayenschein, dieses Mal in Überzahl, in Führung, doch nur kurz darauf traf der Dresdner Marius Garten zum erneuten Ausgleich. Zur Hälfte des Spieles hatte Lubor Dibelka mit einem Alleingang wieder die Führung auf dem Schläger, doch der starke Henning Schroth im Tor der Gäste vereitelte die Möglichkeit. Wenig später machte es Andi Driendl besser. Erneut in Überzahl vollendete er nach toller Vorlage von Lubor Dibelka zum 4:3 und markierte damit seinen zweiten Treffer an diesem Abend. Dieses Mal sollte es etwas länger dauern, aber wie vorher auch, glichen die Gäste erneut aus. In der 34. Minute traf Martin Davidek, ebenfalls zum zweiten Mal und ebenfalls in Überzahl zum 4:4. Danach hatten beide Mannschaften die Führung auf dem Schläger, beide Torhüter ließen aber keinen weiteren Treffer mehr zu. Im letzten Spielabschnitt versuchten beide Teams, das Spiel für sich zu entscheiden. Chancen dazu gab es hüben wie drüben, doch das bessere Ende hatten die Gäste für sich. Eine Minute vor Schluss traf Alexander Höller zur erstmaligen Führung für die Dresdner an diesem Abend, welche gleichzeitig auch den Sieg für die Gäste bedeutete. Franz Steer, Trainer der Dresdner Eislöwen sagte: „Sicher hatten wir auch etwas Glück, insgesamt haben wir uns aber gerade im Mitteldrittel gut präsentiert. Unser Torwart hat heute einige riesen Paraden gezeigt, die uns im Spiel gehalten haben.“ Söderholm war nach den null Punkten enttäuscht:

Damit war zum einen die Serie von zehn Heimsiegen en suite passé und zum anderen sind die Eislöwen eine von ganz wenigen Mannschaften, gegen die der SCR in der laufenden Saison ein negatives Punkteverhältnis (5:7) aufzuweisen hat.

von Titus Fischer

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