Die Schwaben liegen in Führung

SCR konnte in der dritten Begegnung nicht genug Chancen kreieren

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Andreas Eder (vorn) schoss das einzige SCR-Tor am Dienstag.

GAP – Es ist eine kuriose Play-off Serie. Im Finale der DEL2 zwischen dem SC Riessersee und den Bietigheim Steelers konnte in den ersten drei Duellen jeweils die Auswärtsmannschaft siegen. Die Baden-Württemberger liegen in der best-of-seven Serie mit 2:1 in Führung. Sie benötigen noch zwei Siege zum Titel. Der SC Riessersee muss noch dreimal gewinnen, um den Meisterpokal in den Händen zu halten.

Weiter geht es bereits am Freitagabend um 19.30 Uhr in Bietigheim, am Sonntag treffen die beiden besten Mannschaften der Saison um 17 Uhr im Olympia-Eissportzentrum erneut aufeinander. Steht dann noch kein Sieger fest, geht es am Dienstag um 19.30 Uhr im Ellental weiter. Ein mögliches alles entscheidendes siebte Spiele würde am 27. April im Olympia-Eissportzentrum um 20 Uhr ausgetragen werden.

Spiel 3 ging verloren

Nachdem der SCR Spiel eins mit 1:3 verloren und Spiel zwei mit 5:3 gewonnen hatte, fand am Dienstagabend Spiel drei im Olympia-Eissportzentrum statt. Dabei änderte Trainer Toni Söderholm seine Reihen nicht. Wie am Sonntag spielte Andi Eder an der Seite von Andreas Driendl und Lubor Dibelka. Richard Mueller stürmte mit Mathias Beck und Florian Vollmer. Sein Comeback feierte Philipp Wachter nach überstandener Schulterverletzung.

Zunächst belauerten sich die beiden Mannschaften. Erst in der fünften Minute war es Andreas Driendl, der die erste gute Chance für die Hausherren hatte, doch Ilya Sharipov bestand seine erste Prüfung mit Bravour. Stellers-Trainer Kevin Gaudet hatte ihm den Vorzug gegenüber Sinisa Martinovic gegeben. Sharipov war bis vor einem Jahr noch Ersatztorhüter beim SC Riessersee gewesen. In der neunten Minute fiel dann der erste Treffer für die Schwaben, die auf Matt McKnight verletzungsbedingt verzichten mussten – Benjamin Hüfner wurde von Shawn Weller und Norman Hauner in zentraler Position freigespielt und der ehemaliger Garmisch-Partenkirchner – Hüfner war wie Sharipov im Sommer aus dem Werdenfelser Land ins Ellental gewechselt - ließ sich diese Chance nicht nehmen – sein Schuss ging zur Führung ins Netz. Es war sein erster Treffer in den Play-offs. In der Hautrunde hatte der Verteidiger lediglich einen Treffer erzielt. Damit lagen die Steelers wieder mit 1:0 in Führung, wie schon in Spiel eins gegen den SCR und wie in allen sechs Halbfinalbegegnungen gegen Frankfurt.

Doch der SC Riessersee steckte den Rückschlag gut weg und kam durch Andreas Eder nur 158 Sekunden später zum 1:1-Ausgleich. Nach schönem Zuspiel des Goldhelmes Andi Driendl, löffelte er die Scheibe über die Fanghand von Ilya Sharipov. Direkt danach hatten Michael Rimbeck und Joel Johansson noch die Möglichkeit, die Führung zu erzielen, doch es blieb beim 1:1-Unentschieden nach dem ersten Drittel.

Im Mittelabschnitt passierte dann für die Zuschauer nicht sonderlich viel. Der SCR stand gut in der Defensive und ließ das seit Jahren exzellente Überzahlspiel der Baden-Württemberger nicht zur Entfaltung kommen. Nachdem die Steelers zunächst dominierten - Max Prommersberger und Norman Hauner scheiterten an Andrew Hare - zogen sie sich im zweiten Teil des zweiten Drittels stark zurück und ließen den SCR gewähren. Der startete einen Sturmlauf. Das Spiel hielt sich vornehmlich im Drittel der Schwaben auf aber die Defensive und Ilya Sharipov hielten diesem immensen Druck stand und so blieb der Mittelabschnitt torlos.

Im letzten Drittel kamen die Gäste erneut besser aus der Kabine, doch danach hatte der SCR reihenweise Chancen, in Führung zu gehen. Doch Simon Mayr, Mathias Beck, Michael Rimbeck, Lubor Dibelka und Joel Johansson brachten den Puck nicht im Kasten unter. In der 53. Minute war es dann Tyler McNeely, der die Verwirrung vor dem SCR-Tor ausnutzte und zum 2:1 einschoss. Zunächst war der Puck kurz vor der Linie liegen geblieben. Valentin Gschmeißner wollte klären, doch er schoss den Schläger von McNeely an. Zuvor hatte es Bully im SCR-Drittel gegeben, nachdem die Werdenfelser bei einem Befreiungsschlag die Deutschland-Fahne, die zum Finale unter dem Hallendach hing, getroffen hatten.

In den Schlussminuten kassierten die Weiß-Blauen zwei Strafzeiten und verbauten sich damit die Chance auf den Ausgleich, der durchaus im Bereich des Möglichen war. Toni Söderholm versuchte nochmals alles und nahm in der letzten Minute Andrew Hare vom Eis, doch es blieb beim Sieg der Schwaben.

„Bietigheim hat sehr gut verteidigt. Wir haben kein Mittel gefunden, um richtig guten Chancen zu kreieren. Auch haben wir einfach nicht oft genug geschossen. Das müssen wir besser machen. Ich denke, wir können viel besser sein. Es ist enttäuschend. Wir waren über alle Reihen zwei Klassen schwächer wie sonst“, merkte Söderhom kritisch an. „Wir müssen in den nächsten Spielen noch härter in den Zweikämpfen sein, außerdem haben wir nicht genug geschossen. Da müssen wir einfach schlauer sein.“

Sein Kollege Kevin Gaudet sagte: „Zum Glück hat der SCR am Ende des zweiten Drittels kein Tor geschossen, sonst wäre das Momentum auf Seiten des SCR gewesen. Wir haben im letzten Drittel Energie gefunden, haben gutes Vorchecking gemacht und auch das Tor geschossen. Es war ein harter Sieg für uns, wie sind sehr glücklich.“

Spiel 4 steht an

Söderholm blickt auf Spiel vier: „Die Mannschaft hat genug Leidenschaft, dass sie zurückkommt.“ Sowohl im Viertelfinale gegen Crimmitschau, als auch im Halbfinale gegen Kaufbeuren konnten die Serie trotz eines 1:2-Rückstandes umgedreht werden. Enttäuscht zeigten sich beide Trainer über den Zuschauerzuspruch: Lediglich 2.518 Besucher hatten den Weg ins Olympia-Eissportzentrum gefunden. „Die Zuschauerzahl heute fand ich enttäuschend, es tut mir leid für die Mannschaft. Aber die beiden Fankurven waren wieder super. Ich kann mir nicht erklären, was der SCR noch mehr machen soll, dass die Leute kommen.“ Gaudet: „Toni hat alles richtig gesagt.“

von Titus Fischer

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