Partenkirchner Biathletin holt sich alle drei Stockerlplätze

Eins, zwei, drei: Laura Dahlmeier wieder in Topform

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Glücklich: Laura Dahlmeier nach drei Stockerlplätzen.

GAP – Sie ist wieder in Form, und wie: Laura Dahlmeier probierte am vergangenen Wochenende alle Stufen des Stockerls aus: Rang eins, zwei und drei bei den drei Rennen von Le Grand-Bornand.

Zunächst stand das Sprintrennen auf dem Programm: Für Dahlmeier war es erst der dritte Einsatz im Olympia-Winter (ohne die Staffel) und dabei gleich der erste Podestplatz: Die 24-jährige Partenkirchnerin blieb beim Sprint über 7,5 Kilometer ohne Schießfehler und erreichte mit dem zweiten Platz ihre bis dahin beste Saisonplatzierung.

Schneller war nur die Slowakin Anastasiya Kuzmina (null Fehler), die ihren neunten Weltcupsieg feierte. Dahlmeier, die den Weltcup-Auftakt in Östersund aufgrund einer Erkältung verpasst hatte, lag im Ziel 33,9 Sekunden hinter Kuzmina und verschaffte sich damit eine gute Ausgangsposition für die Verfolgung. Rang drei ging an Vita Semerenko aus der Ukraine.

„Der Winter hat bei mir auch schon vor ein paar Wochen angefangen. Aber das ist die erste Podestplatzierung im Einzel und ich bin sehr happy darüber“, sagte Dahlmeier. „Ich bin noch nicht ganz bei 100 Prozent. Aber es hat richtig Spaß gemacht, hier zu laufen.“

Mit der zweitbesten Laufzeit nach Kuzmina überzeugte die ehemalige Langläuferin Denise Herrmann wieder einmal in der Loipe. Ein Fehler beim Stehendanschlag verhinderte eine noch bessere Platzierung. Vanessa Hinz (Schliersee/1) kam als 18. ins Ziel. Franziska Hildebrand (Clausthal-Zellerfeld/1) wurde 42., Franziska Preuß (Haag/2) landete auf Platz 48.

Am Samstag war es dann in der Verfolgung soweit: Dahlmeier gewann ihr erstes Rennen in dieser Saison. Es war eine überragenden Vorstellung, die die Partenkirchnerin in den frisch gefallenen französischen Schnee zauberte. Die siebenmalige Weltmeisterin nutzte in der Verfolgung ihre gute Ausgangsposition nach Platz zwei im Sprint und feierte ihren 18. Weltcuperfolg. Schon auf der Schlussrunde konnte Dahlmeier einfach nur noch genießen. Wenige Meter vor dem Ziel reckte sie die Faust in die Höhe und fuhr mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht über das Ziel. Binnen zwei Wochen hatte sich die Biathlon-Königin aus dem Krankenbett wieder an die Spitze gekämpft.

„Es war wirklich ein sensationelles Rennen“, sagte Dahlmeier nach ihrem Sieg: „Es war eine sensationelle Atmosphäre hier, es hat wirklich Spaß gemacht.“ Am Ende konnte sie sich sogar an der malerischen Landschaft in den französischen Alpen erfreuen. „Ich finde es unheimlich schön, dass hier so viel Schnee liegt. Das ist wirklich ein Traum“, sagte Dahlmeier.

Zuvor hatte ihr Bundestrainer Gerald Hönig am Schlussanstieg zugerufen, sie solle doch „Körner sparen für morgen“, denn am Sonntag stand noch der Massenstart auf dem Programm. Mit 19,1 Sekunden Vorsprung auf die zweitplatzierte Slowakin Anastasiya Kuzmina (vier Fehler) war Dahlmeier auf die Schlussrunde gegangen, am Ende blieben davon beruhigende 14 Sekunden übrig. Die Italienerin Lisa Vittozzi (1) wurde Dritte.

Noch sieben Tage zuvor hatte sich die Fünffach-Weltmeisterin von Hochfilzen am Ort ihres WM-Märchens nach Platz zehn in der Verfolgung im Zielbereich Tränen der Enttäuschung aus den Augen gewischt. Nach dem Sieg mit der Staffel in Österreich und nun dem ersten Einzelerfolg der Saison ist das Strahlen wieder in ihr Gesicht zurückgekehrt. Und auch das große Selbstbewusstsein ist bei der Partenkirchnerin wieder da. „Ich habe mir fest vorgenommen, 20 Treffer zu erzielen, ich habe es bis zum Schluss spannend gemacht“, so Dahlmeier. Bis zum allerletzten Schuss am letzten Stehendanschlag hatte die 24-Jährige die angestrebte makellose Leistung abgeliefert, der dann folgende Schuss verfehlte das Ziel - doch Verfolgerin Kuzmina musste ebenfalls in die Strafrunde. „Ich habe immer auf die Videowand geschaut und wolle den Abstand zu Anastasia sehen. Ich habe dann gedacht, die müsste mal kommen. Dann habe ich das Raunen der Zuschauer gehört und dann mitbekommen, dass Anastasia einen Fehler geschossen hat“, beschrieb Dahlmeier die Situation nach ihrem letzten Treffer. Schon beim ersten Schießen hatte Dahlmeier, die von Platz zwei mit 34 Sekunden Rückstand auf Sprintsiegerin Kuzmina ins Rennen gegangen war, die zweimalige Olympiasiegerin überholt. Diese leistete sich gleich drei Fehler am Liegendanschlag. Bis zum letzten Schießen hatte sich Kuzmina aber wieder herangekämpft. Ein starkes Ergebnis lieferte auch Denise Herrmann (Oberwiesenthal) ab. Die zweifache Saisonsiegerin musste zweimal in die Strafrunde und landete auf Rang fünf. Vanessa Hinz (Schliersee/3) als 16. und Maren Hammerschmidt (Winterberg/5) auf Platz 20 rundeten das gute Ergebnis für den Deutschen Skiverband ab.

Zum Abschluss gab’s für Dahlmeier noch Rang drei beim Massenstart. Nur Lokalmatadorin Justine Braisaz, die ihren ersten Sieg überhaupt feierte, und die Weißrussin Iryna Krijuko waren schneller als die 24-jährige Deutsche.

Bis zum letzten Schießen hatte noch Denise Herrmann in Führung gelegen. Nach drei Fehlern fiel sie aber auf Rang zwölf zurück. Dahlmeier, die zu diesem Zeitpunkt auf dem zweiten Platz lag, leistete sich den zweiten Schießfehler und musste Braisaz und Krijuko passieren lassen. „Ich habe auf der Schlussrunde versucht, alles zu geben “, sagte Dahlmeier. „Am Schluss haben vielleicht die nötigen Körner gefehlt.“ Franziska Hildebrand (1 Fehler) wurde Zehnte. Mit vier Strafrunden blieb für Maren Hammerschmidt nur Platz 21. Die Weltcup-Führende Anastasiya Kuzmina hatte wie schon am Vortag nicht die beste Form am Schießstand. Vier Fehler leistete sich die 33-Jährige. Am Ende bescherte ihr die tolle läuferische Verfassung immerhin noch Platz vier (+25,5 Sekunden).

von Titus Fischer

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