Am Freitag steigt das Heimspiel gegen die Tölzer Löwen

Niederlage für den SCR beim Testspielauftakt

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ECT-Goalie Ben Meissner war auch von Philipp Wacher nicht zu überwinden.

GAP –Nichts zu holen gab es am Sonntag im ersten Testspiel für die neue Saison für den SC Riessersee. Doch die 0:6-Niederlage in Bad Tölz darf keinesfalls überbewertet werden. Zum einen sind die Werdenfelser im Gegensatz zum ECT eine völlig neu zusammengestellte Mannschaft. Zum anderen spielen sie in der neuen Saison eine Liga tiefer und zum dritten beginnt die Saison erst Ende September für den Oberligisten, während es für die Löwen schon in dreieinhalb Wochen losgeht.

Deshalb lautet das Fazit von Trainer Toni Söderholm: „Unsere mitgereisten Fans waren überragend und das hat uns wahnsinnig gefreut. Da kann ich nur Danke sagen. Wir hatten teilweise gute Wechsel, aber hatten auch in manchen Zweikämpfe einige Probleme. Nächste Woche geht die Arbeit im Training richtig los. Zwei sehr gute Trainingseinheiten hatten wir bereits und nun wollen wir Step by Step darauf aufbauen.“

Alte Rivalen auf dem Eis

Zum 90-jährigen Jubiläum hatte sich der ECT den SCR als Gegner ausgesucht, wer sollte es denn auch anders sein als der alte Rivale? Insbesondere im ersten Drittel war kein Klassenunterschied zu sehen. Der SC Riessersee spielte gut mit. „Die ersten sechs, sieben Minuten waren ein bisschen wild. Weil Garmisch voll vorgecheckt hat”, bestätigte auch der neue Trainer der Löwen, Markus Berwanger. Doch sein Team kam im Laufe der Partie immer besser ins Spiel. Der neue Ausländer Kyle Beach und der Ex-SCRler Lubor Dibelka hatten gute Einschussmöglichkeiten, es fehlte nur die Präzision. Für beide war es das Debüt im neuen Trikot. Der Kanadier kommt vom Villacher SV nach Bad Tölz und erhielt einen Ein-Jahres-Vertrag.

Die Laufbahn von Beach liest sich beeindruckend: Im Jahr 2008 wurde er an elfter Stelle im NHL-Draft von den Chicago Blackhawks gedraftet. „Wenn man seine Vergangenheit und seine Statistiken anschaut, ist es enorm, dass wird die Möglichkeit gehabt haben so einen Spieler zu bekommen“, betont ECT-Geschäftsführer Christian Donbeck. Nach einigen punktstarken Jahren in der WHL und AHL zog es den Flügelstürmer erstmals nach Europa. Seit 2014 spielte Beach in der EBEL für Villach, Graz und Salzburg. In dieser Zeit sammelte er neben 107 Scorerpunkten auch zwei Meisterschaften. Mit 1,91m und 95kg setzt Beach auch gerne körperliche Akzente auf dem Eis. „Er ist 28 Jahre alt, also im besten Eishockeyalter und geht keinem Zweikampf aus dem Weg“, führt der Löwen-Geschäftsführer fort.

Möglich wurde die Verpflichtung erst durch eine Umstrukturierung in Villach. Der neue VSV-Coach Gerhard Unterluggauer, der zuvor Trainer in Heilbronn war, wollte seine eigenen Kontingentspieler mit nach Österreich bringen. Beach hatte einen Zwei-Jahres-Vertrag in Villach, ist allerdings per Buy-Out ausbezahlt worden. „Deswegen hatten wir die Möglichkeit ihn für wirklich realisierbare Verhältnisse für Bad Tölz zu bekommen. Das ist für uns ein absoluter Glücksgriff, denn ansonsten hätten wir gar keine Chance gehabt, diesen Spieler zu finanzieren“, erklärt Donbeck. Beach betont: „Die Tölzer Löwen haben bewiesen, dass sie sich weiter verbessern und Spiele gewinnen möchten. Es wird ein neues Abenteuer für mich, aber jeder, mit dem ich geredet hat war sehr professionell und hilfreich.“

Die Schwarz-Gelben waren überlegen

Nach einer Viertelstunde schoss der Kanadier dann im Powerplay das 1:0, als er von Stephen MacAulay freigespielt wurde und per Direktschuss zur Führung traf. Nicht mal drei Minuten später erhöhte Tom Horschel mit einem Schlagschuss ins rechte Kreuzeck auf 2:0. Im zweiten Drittel schossen die Schwarz-Gelben innerhalb von acht Minuten drei Treffer: Florian Strobl, Lubor Dibelka und Manuel Edfelder schraubten das Ergebnis in die Höhe. Den Schlusspunkt setzte Johannes Sedlmayr vier Minuten vor dem Ende.

Die beste Chance zum Ehrentreffer für den SCR hatte Tobias Eder, als er im zweiten Drittel nur den Pfosten traf. Insgesamt ging der Sieg für den ECT in Ordnung, auch wenn er um das ein oder andere Tor zu hoch ausfiel. „Die Mischung der Mannschaft, aber auch die Kameradschaft sind sehr gut”, lobte Berwanger seine Mannschaft, in der der neue Goalie Ben Meisner sich ein paar Male auszeichnen konnte. Der Deutsch-Kanadier wirkte ruhig in seinem Gehäuse und packte einmal eine sehenswerte Sprungparade aus, um gegen einen einschussbereiten Gegner zu parieren. Dieser Save und einige andere von Goalie-Kollege Andreas Mechel, der zur Hälfte des Spiels übernahm, sicherten die ersten beiden Mini-Shutouts der Vorbereitung.

In der Abwehr gab es ein Zwischenlob des Trainers für Šimon Szathmáry: „Er hat seine Sache wieder gut gemacht. Man muss sagen: Es ist nicht einfach für den jungen Kerl, der die Sprache nicht spricht. Wir werden es aber weiter beobachten. Wir müssen uns wirklich sich sein, dass die zweite Ausländerposition hinten eine Verstärkung ist”. Auch Talent Luca Tosto habe besonders in der Offensive gute Ansätze gezeigt.

Es war ein erster Test

Beim SCR sah man, dass Victor Östling schon ganz gut mit den „alten Hasen“ Uli Maurer und Florian Vollmer agierte. Nicht mit dabei war Christian Hummer. „Er war angeschlagen, ich hoffe, dass er am Freitag im zweiten Spiel gegen Bad Tölz wieder spielt“, sagt Söderholm. „Es war nur ein erster Test. Viele Spieler in unserem Kader haben in der vergangenen Saison nicht viel gespielt. 15 von ihnen haben auch noch nie mein System gespielt, das dauert alles. Aber von den Ansätzen her war es schon gut.“

Klar ist, dass der SC Riessersee noch einen zweiten Ausländer neben Victor Östling verpflichten wird. „Ich kann nicht sagen, bis wann wir die Stelle besetzen“, gibt Toni Söderholm offen zu. „Manchmal geht es ganz schnell und ein Telefonat reicht dann.“ Die Frage ist, ob die Stelle mit einem Stürmer oder einem Verteidiger besetzt wird. „Wir müssen auch schauen, wie sich unsere bisherigen Spieler entwickeln, vielleicht wäre auch ein Spieler, der sowohl in der Offensive als auch in der Defensive eingesetzt werden kann, optimal.“

Noch ein weiteres Duell am Freitag

Am Freitag treffen der SC Riessersee und die Löwen noch einmal aufeinander. Dann geht es um 19.30 Uhr im Olympia-Eissportzentrum los. Es ist das letzte Duell zwischen den Traditionsmannschaften für mindestens ein Jahr.

Frühestens im kommenden August könnte es wieder ein Duell zwischen den Rivalen geben, dann als Vorbereitungsspiel auf die Saison 2019/20.

von Titus Fischer

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