Der SC Riessersee ist auf Erfolgskurs und zur Zeit nicht zu schlagen

Zwei Heimspiele

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Richard Mueller (li.) war der Mann des Spiels gegen Crimmitschau.

GAP – Sieg, Sieg, Sieg, Sieg, Sieg, Sieg und Sieg – das ist die Bilanz des SC Riessersee zum Jahreswechsel.

Doch es waren anstrengende Tage für die Mannschaft von Trainer Toni Söderholm. Am Dienstag ging es nach Dresden und zurück, am Donnerstag nach Kassel und zurück und am Samstag stand das Heimspiel gegen die Eispiraten Crimmitschau auf dem Programm. Da war Regeneration ganz wichtig. „Es war die clevere Entscheidung, dass wir am Freitag frei gemacht haben und am Samstag nur kurz auf dem Eis waren“, erklärt Söderholm das Erfolgsrezept, dass es auch gegen die Westsachsen einen Sieg gab. Wie schon in Kassel spielte Andreas Eder für Andreas Driendl, der nicht rechtzeitig fit geworden war, im ersten Block zwischen Lubor Dibelka und Richard Mueller. Bis zur 55. Minute lag der SCR noch mit 1:3-zurück, ehe Mueller mit seinem zweiten Treffer, Mattias Beck und erneut Mueller den Sieg herausschossen.

Nun gibt es eine Besonderheit: Gleich zweimal dürfen die Spieler des SC Riessersee an diesem Wochenende daheim ran. Normalerweise heißt es immer einmal reisen, doch dies ist nun anders.

Zunächst gastieren die Wölfe Freiburg am 5. Januar um 20 Uhr im Olympia-Eissportzentrum, ehe es am 7. Januar um 17 Uhr zum Top-Duell mit den Löwen Frankfurt kommt.

Die Wölfe kämpfen derzeit um einen Platz unter den Top 10. Erfolgstrainer Leos Sulak, der viele Jahre den EC Peiting coachte, ist inzwischen im Breisgau in seinem fünften Jahr. In der vergangenen Saison schaffte er es völlig überraschend bis ins Viertelfinale. Auch in dieser Saison stehen viele Osteuropäer im Kader, dazu kommen, wie bei den Fußballern des SC Freiburg diverse Eigengewächse. Die neue Nummer eins ist wieder ein Tscheche: Miroslav Hanuljak kam aus der zweiten Liga von Klano. Er ersetzte Lukas Mensator und ist ein guter Rückhalt.

In ganz anderen Sphären befindet sich Frankfurt. Nicht nur im finanziellen Bereich, auch in der Tabelle. Neben Bietigheim-Bissingen sind die Hessen das zweite Topteam der Liga.

2010 hatten die Frankfurt Lions Insolvenz anmelden müssen. Seit drei Jahren ist der Nachfolgeverein, die Löwen zurück in Liga zwei. Nach einer schwachen Saison 2015/16 mit dem Aus im Viertelfinale gegen den ewigen hessischen Konkurrenten aus Kassel mit 0:4 nach Spielen starten die Löwen 2016/17 voll durch: Mit dem neuen Trainer Paul Gardner an der Seite von Sportdirektor Rich Chernomaz wurde der Titel geholt. Zuvor schaffte Gardner mit den Lausitzer Füchsen den Klassenerhalt. Er coachte auch schon in der DEL: Von Dezember 2008 bis 2010 die Hamburg Freezers. Der ehemalige NHL-Spieler war als Chef-Trainer und Assistenz-Coach bereits in der AHL und NHL engagiert und trainierte vor seinem Engagement in Weißwasser zwei Spielzeiten die Tilburg Trappers in den Niederlanden. Der Großteil des Teams blieb zusammen, der Kader ist extrem gut besetzt. Mit Brett Jaeger, Florian Proske und Hannibal Weitzmann hüten drei starke Goalies das Tor der Frankfurter.

Ein besonderes Spiel ist es für Richie Mueller. Denn im Sommer kam er aus Frankfurt zum SC Riessersee. Der gebürtige Kanadier, der seit 2004 in der Bundesrepublik spielt, gewann mit den Löwen zuletzt die Meisterschaft in der DEL2. Nun spielt er in Garmisch-Partenkirchen, wo er einen Zwei-Jahres-Vertrag unterschrieb und aktuell zu den besten Skorern der Liga gehört. Seine Zeit in Hessen war für den siebenfachen Nationalspieler eine erfolgreiche. Im Herbst 2013 stieß er zum damaligen Oberligisten Frankfurt, stieg mit diesem in die DEL2 auf und erzielte in den 219 Spielen 152 Tore für die Hessen. Im Herbst 2016 wurde er als erster Eishockey-Spieler zu Frankfurts „Sportler des Jahres“ gewählt. Darüber hinaus wurde er dreimal Deutscher Meister (2005, 2006 und 2008) mit den Eisbären Berlin. Bisher verlor der SCR die beiden Duelle in dieser Saison gegen die Hessen, am Sonntag soll nun erstmals gepunktet werden.

von Titus Fischer

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