3:2-Sieg gegen Freiburg und nach Verlängerung gegen den Verfolger aus Frankfurt

SC Riessersee gewinnt

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Lubor Dibelka traf am Wochenende viermal.

GAP – Der SC Riessersee ist zurück in der Erfolgsspur.

Nach dem ersten Null-Punkte-Wochenende der Saison vor einer Woche konnten nun wieder zwei Spiele in Folge gewonnen werden. Zunächst wurde in der Heimpartie gegen Freiburg ein 0:2-Rückstand in den letzten elf Minuten noch in einen 3:2-Sieg verwandelt. Dann gab es einen 3:2-Erfolg nach Verlängerung gegen den schärfsten Verfolger aus Frankfurt. „Wir sind sehr stolz auf unsere Jungs. Das war ein gutes Wochenende mit fünf Punkten“, war Tim Regan, der Sportliche Leiter happy. Sein Team festigte damit Rang zwei und liegt nun drei Punkte vor den Hessen, die nach wie vor Dritter sind.

Das Wochenende begann mit dem Heimspiel gegen die Freiburger Wölfe. Vor dieser Partie wurde SCR-Urgestein Michael „Rimbo“ Rimbeck geehrt. Beim 4:2-Sieg in Ravensburg am 28. Januar hatte Rimbeck sein 500. Spiel für die Weiss-Blauen absolviert. Im ersten Spielabschnitt versuchte der SCR wieder in die Spur zu kommen, dies gelang phasenweise gegen die früh störenden Freiburger. Doch der einzige Treffer in Drittel eins gelang den Gästen. In der achten Minute traf Christian Billich nach sehenswerter Vorarbeit zum 1:0 für den Außenseiter. Die Hausherren versuchten weiter, das Spiel nach vorne zu verlagern und hatten auch postwendend durch Lubor Dibelka die Chance zum Ausgleich, doch der Spielstand blieb bis zur ersten Pausensirene unverändert. Im Mittelabschnitt kamen die Garmisch-Partenkirchner deutlich besser aus der Kabine und versuchten mit viel Druck, den Ausgleich zu erzielen. Aber bis hierhin wollte an diesem Abend die Scheibe einfach nicht in das Tor vom starken Gäste-Goalie Miroslav Hanuljak. Entweder fehlte die letzte Konsequenz oder es klingelte das rot lackierte Torgestänge. Die Freiburger blieben aber weiterhin mit schnellen Kontern gefährlich, die Goalie Kevin Reich vereiteln konnte. Er stand zwischen den Pfosten, da sich Matthias Nemec im Training am Oberkörper verletzt hatte. Mit dem knappen 0:1-Rückstand ging es in die zweite Drittelpause.

Im Schlussabschnitt erwischten die Gäste den SCR eiskalt. Reich konnte die Scheibe nicht entscheidend klären und der Freiburger Jakub Babka nutzte die Chance zum 2:0. Die Werdenfelser schüttelten sich, arbeiteten weiter nach vorne und wurden durch Lubor Dibelka belohnt. Innerhalb von 68 Sekunden traf der gebürtige Tscheche zweimal. Gästecoach Leos Sulak nahm anschließend eine Auszeit, die Breisgauer kamen wieder besser ins Spiel und es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Fünf Minute vor dem Ende nutzte Louke Oakley ein Überzahlspiel zum 3:2-Siegtreffer. „Ich habe heute meine Haare verloren“, ärgerte sich SCR-Trainer Toni Söderholm: „Uns hat im ersten Drittel das Tempo und die Geduld gefehlt. Es war reiner Zufall ob wir ins Drittel kommen, Freiburg hat das immer stark verteidigt. Im Mitteldrittel kamen wir dann besser rein, hatten die Hälfte des Spieles im Griff. Im Schlussabschnitt haben wir alles reingeworfen und hatten dann auch das nötige Glück, das braucht man dann auch.“

Spitzenspiel gegen Frankfurt

Zwei Tage später kam es in Frankfurt zum Spitzenspiel zwischen dem Dritten aus Hessen und dem Zweiten aus dem Werdenfelser Land. Die Gäste mussten dabei auf Christian Hummer verzichten, der gegen Freiburg einen Schlagschuss geblockt und sich dabei eine Verletzung zugezogen hatte. Die Vermutung von Trainer Toni Söderholm, dass es jetzt eine ganz andere Mannschaft von Frankfurt ist als noch vor eine paar Wochen, als der SCR daheim mit 6:3 gewinnen konnte, sollte sich bewahrheiten. Die Löwen hatten ihre Qualität durch Neuzugänge aufgestockt.

Nichtsdestotrotz sahen die 5 005 Zuschauer von Beginn an ein Spitzenspiel auf Augenhöhe. Die Weiß-Blauen spielten taktisch klug, versteckten sich in der Eishalle am Bornheimer Hang nicht und hatten gute Möglichkeiten. Im Spielverlauf des Mittelabschnitts merkte man beiden Mannschaften den gegenseitigen Respekt an und keines der Teams wollte durch einen Fehler in Rückstand geraten, das ging auch auf Seiten des SCR bis zur 38. Minute gut. Dann nutzte Frankfurts Wade MacLeod eine Lücke und netzte zum 1:0 für den amtierenden Zweitligameister ein. Der SC Riessersee erholte sich in der Drittelpause von dem Gegentreffer und Richie Mueller erzielte an alter Wirkungsstätte nur 38 Sekunden nach Wiederanpfiff den Ausgleich zum 1:1. Es dauerte knappe sechs Minuten, dann war plötzlich Lubor Dibelka zur Stelle und der doppelte Torschütze vom Freitag brachte den Puck im Frankfurter Gehäuse zum 2:1 für den SCR unter. Dibelka hatte rund vier Minuten vor dem Ende sogar das 3:1 auf dem Schläger. Doch er zögerte zu lang und brachte so den Puck nicht am neuen Frankfurter Goalie Antti Karjalainen vorbei. Der Finne war Ende Januar von HPK aus der ersten Finnischen Liga ausgeliehen worden. In der aktuellen Saison hat er 17 Spiele für das Team absolviert. Daneben wurden noch Maximilian Faber und Martin Schymainsk aus Krefeld verpflichtet. Dazu gab es einen Tausch mit Kassel: Die Löwen gaben Tyler Gron ab und erhielten dafür Lukas Koziol.

In der Schlussphase wurde es dramatisch: In der 57. Minute markierte Wade MacLeod den Augsgleich. Andi Eder kassierte 78 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit die erste Strafzeit auf Seiten des SCR und Frankfurt drängte auf das Tor von Kevin Reich. Der 22-Jährige hielt alles, was auf seinen Kasten kam und sicherte damit zumindest den ersten Punkt. In der Overtime ließ Lubor Dibelka die mitgereisten Fans jubeln: Einen Traumpass von Julian Eichinger vollendete er zum viel umjubelten 3:2-Siegtreffer für die Garmisch-Partenkirchener, die damit den zweiten Tabellenplatz im direkten Duell verteidigen konnten. „Es war ein sehr gutes erstes Drittel von uns, wir haben ein hohes Tempo an den Tag gelegt“, sagte Regan. „Das Passspiel war top und wir hatten Superchancen, nur das Ergebnis passte nicht. Im zweiten Abschnitt waren wir nicht schlecht, aber es ging immer hin und her und wir wurden ausgekontert und waren dann 0:1 hinten. Das letzte Drittel war eine Kopie vom ersten und wir haben die Chancen verwertet. Alle vier Blöcke haben taktisch diszipliniert gespielt und um die Punkte gefightet.“

Ob es in der kommenden Saison erneut das Duell SCR gegen Frankfurt geben wird, ist nicht sicher. Denn Signale, dass die Löwen eine Kaufabsicht für die Krefelder DEL-Lizenz geäußert haben, sollen die nordrhein-westfälische Seidenstadt erreicht haben. Die Hessen haben sich zeitgleich für die Lizenzierung in der DEL und DEL2 gemeldet. Klar ist, dass sie lieber in der DEL spielen würden, in der sie lange beheimatet waren.

Für den SC Riessersee geht es am kommenden Freitag weiter. Dann geht es im Heimspiel um 20 Uhr gegen die Lausitzer Füchse, die auf Rang elf der Tabelle stehen.

von Titus Fischer

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