SC Riessersee: Stefan Endraß soll 300.000 Euro an Sponsoren bringen

Neuer Geschäftsführer

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Klaus Springer (li.), Udo Weisenburger und Stefan Endraß (re.).

GAP – Der SC Riessersee hat wieder einen Geschäftsführer. Rund ein Jahr, nachdem Ralph Bader aus dem Amt geschasst wurde, hat Club-Boss Udo Weisenburger mit Stefan Endraß einen Nachfolger gefunden.

Der ehemalige Eishockeyspieler fängt seinen neuen Job zum 1. April 2018 an.

In den vergangenen Monaten hatte Weisenburger den Job selber gemacht. „Ich habe das zuletzt ehrenamtlich gemacht. Aber ich habe gemerkt, dass ich das von der Zeit her nicht hinbekomme“, begründet Weisenburger den Schritt, einen neuen Mann einzustellen. „Man muss jeden Tag vor Ort sein, und das kann ich mit meinem Job nicht vereinbaren.“ Endraß hat auch eine SCR-Vergangenheit. In der Saison 2000/01 lief er für die Werdenfelser auf. „Viel Einsatzzeiten hatte ich damals nicht“, schmunzelt er. Zu seiner SCR-Zeit war er 18 Jahre alt und spielte auch für die deutsche U20-Nationalmannschaft. Später führte ihn sein Weg in die DEL zu den Augsburger Panthern, für die er in der Saison 2005/06 spielte.

Relativ früh – mit 26 Jahren hörte er mit dem Eishockeyspielen auf. „Damals lief es sportlich nicht gut und mein Wirtschaftswissenschafts-Studium an der Fern-Universität Hagen neigte sich dem Ende zu“, blickt Endraß auf die Gründe des Karriere-Endes zurück. Er hatte zuvor auch die Schlittschuhe für den TuS Geretsried, die Tölzer Löwen, den ESV Kaufbeuren und die Straubing Tigers geschnürt.

Nach einem Praktikum in München bei einer Unternehmensberatung zog es ihn in die Schweiz, wo er seinen ersten Job als Banker antrat. Es folgte eine Anstellung bei der Bayerischen Landesbank in München, ehe ihn der Deutsche Eishockey-Bund 2014 als Leiter Marketing & Events verpflichtete. Im Mai 2016 wurde er Geschäftsführer beim EV Landshut. Er brachte das in schwere Turbulenzen geratene Schiff finanziell wieder auf Kurs. Als er die Niederbayern im Dezember 2017 verließ, stand der EVL auf Platz eins der Oberliga Süd.

Nun also der Wechsel nach Garmisch-Partenkirchen. „Die Aufgabensituation ist eine ähnliche“, sagt Endraß. „Garmisch-Partenkirchen ist eine top Eishockey-Adresse.“ Als Ziel hat er sich gesetzt, den positiven sportlichen Trend fortzusetzen: „Wir wollen unseren Fans und Sponsoren auch in den kommenden Jahren attraktives Eishockey bieten“, sagte er bei seiner Vorstellung. Die ersten Kontakte zum SCR gab es vor ein paar Monaten, berichtet Endraß: „Herr Weisenburger und ich kennen beide jemanden, der uns schon im Oktober letzten Jahres das erste Mal zusammengebracht hat. Er wusste wohl, dass Herr Weisenburger perspektivisch einen Geschäftsführer für den SCR braucht und dass ich in Landshut nicht gerade glücklich bin.“

Nach dem Ende in Landshut hatte er ursprünglich andere Pläne. „Ich hatte eigentlich schon den Entschluss gefasst, zurück in die freie Wirtschaft zu wechseln oder mein eigenes Unternehmen zu gründen. Nach einem weiteren persönlichen Treffen mit Herrn Weisenburger war ich allerdings sehr beeindruckt von dem, was dieser Mann schon alles in den SC Riessersee investiert hatte und wie er den SCR liebt und lebt. Schlussendlich war das dann der ausschlaggebende Grund für meine Zusage.“ Endraß soll neue Sponsoren gewinnen. Es gibt den Plan 300. Dieser beinhaltet, dass bis zum Beginn der neuen Saison das Sponsorenaufkommen um 300.000 Euro gesteigert werden soll. „Die Mannschaft spielt sehr gut und steht nicht unverdient in der Tabelle gut da. Und natürlich wollen wir auch in den kommenden Jahren unseren Fans und Sponsoren ein attraktives Eishockey bieten und oben mitspielen. Aber alles auf Grundlage einer soliden wirtschaftlichen Basis. Es wird von mir erwartet, dass ich dem SC Riessersee eine neue und nachhaltige Struktur gebe und Rahmenbedingungen schaffe, damit der Club sich operativ wirtschaftlich selbst trägt. Und an diesem Ziel werden meine Kollegen und ich jeden Tag hart arbeiten“, verspricht Endraß.

von Titus Fischer

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