SCR zum Thema 2. Bundesliga und Oberliga

Ralph Bader: Clubs sollten zum Wohle des Eishockey einen schnellen Rückzieher machen

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Ralph Bader (li.) steht hinter der Entscheidung des DEB.

GAP / Region – Nachdem der Deutsche Eishockey Bund (DEB) betont hat, in der kommenden Saison die 2. Bundesliga auszusetzen und Kaufbeuren sowie den SCR in die Oberliga einzugliedern (wir berichteten), hat sich der SCR zu Wort gemeldet.

Hier der Wortlaut: „Die SC Riessersee Eishockey Vermarktungs-GmbH hat die geforderte Frist des DEB eingehalten. Dies war notwendig, da ab 1. Juni keine Anbindung der ESBG oder einer anderen Gesellschaft an den Deutschen Eishockey Bund e.V. oder den Weltverband IIHF mehr besteht. Die SCR GmbH oder/und sein Stammverein SCR Nachwuchs e.V. gehen damit dem Risiko aus dem Weg, die z.B. notwendigen Unterlagen für eine Spielberechtigung für in- und ausländische Spieler oder keine Berechtigung für einen Spielbetrieb in einer offiziellen Liga oder Durchführung eines offiziellen Spieles zu erhalten. Die SCR GmbH weist auch noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass sie sich nicht beim DEB melden kann und gleichzeitig Gesellschafter einer neu gegründeten Gesellschaft DEL II wird oder sich um einen Spielbetrieb unter dem Dach der ESBG bewirbt. Beide Gesellschaften oder vielleicht noch weitere neu hinzu kommende können keinen gültigen Kooperationsvertrag vorweisen. Dies bedeutet, dass Clubs die sich nicht beim DEB gemeldet haben oder melden, keinen Spielbetrieb für die Saison 2013/14 garantieren können. Ein Start unter dem Dach des DEB bedeutet zum jetzigen Zeitpunkt Planungssicherheit für die Saison 2013/14. Die SCR GmbH weist auch darauf hin, dass sie weiterhin Gesellschafter der ESBG ist und hier nur Beschlüsse per Gesellschafterversammlung oder Umlaufbe- schluss gefasst werden können.“Geschäftsführer Ralph Bader versteht die harte Haltung des DEB voll und ganz: „Für den Verband gab es gar keine andere Wahl. Die Frist wurde auf Wunsch der Clubs ja schon verlängert. Jetzt musste gehandelt werden und dass hier der DEB Härte zeigt, ist mehr als verständlich. Es kann nicht sein, dass der Verband fast ein Jahr lang von den meisten ESBG Gesellschaftern, dem Geschäftsführer und Rechtsanwälten nur mit Füßen getreten wird und dass hier Clubs Bedingungen und Forderungen stellen, obwohl sie selbst gekündigt haben. Dann gründet einer wie selbstverständlich eine neue Gesellschaft und gibt die Richtung vor. Das klappt nicht so wie erhofft und jetzt ist auf einmal die ESBG wieder aktuell. Die Clubs sollten schon auch mal einsehen, dass ihr Weg mit ,Gewalt und im Chaos’ nicht erfolgreich sein kann und darf. Dass die ESBG führungslos ist und seit einem Jahr kein Controlling hat und ständig gegen gültige Verträge verstoßen wurde, ist unseriös und stört gar keinen Club. Die Zahlen werden wohl böse Überraschungen ans Tageslicht bringen. Die Clubs sollten zum Wohle des Eishockeys einen schnellen Rückzieher machen, ansonsten gefährden sie ihren Standort. Wenn alle wieder spielen und der Sport im Vordergrund steht, sind vielleicht nicht nur Gespräche ohne Emotionen möglich, sondern auch erfolgreich.“ Ein Start in der Oberliga, da sich für die 2. Bundesliga nur Kaufbeuren und der SCR beworben haben, würde für Bader keine größeren Schwierig- keiten nach sich ziehen (die 2. Bundesliga wird in der nächsten Saison pausieren): „Wir hätten vom Kader her kein Pro- blem, wenn wir Oberliga spielen würden“, sagt Bader, der 17 Spieler unter Vertrag hat. „Bis auf ein oder zwei Stellen würde die Mannschaft so bleiben.“ Derzeit sind mit US-Goalie Bryan Hogan sowie den Stürmern Morten Lie aus Dänemark und US-Boy Andy Bohmbach drei Ausländer dabei. In der letzten Saison durften in der Oberliga nur zwei Kontingentspieler ran, darunter kein Goalie. „Ob der ein oder andere Ausländer zu viel ist, müssen wir abwarten“, verweist Bader auf die Durchführungsbestimmungen, die für die nächste Saison in der Oberliga noch nicht fix sind. „Vielleicht rotieren wir ja auch“, sagt er schmunzelnd. „Die Spieler spielen alle lieber bei uns in der Oberliga als überhaupt nicht.“ Derzeit sind rund 200 Spieler von Zweitligisten ohne Vertrag. „Wir hatten in letzter Zeit viele Anrufe von Spielern / Spielervermittlern. Viele möchten bei uns auflaufen – Fakt ist doch, dass wir und Kaufbeuren momentan die einzigen sind mit Planungssicherheit. Wir haben uns mit der Meldung beim DEB korrekt verhalten, alles andere liegt nicht in unserer Hand.“  tf

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