SC Riessersee holt am vergangenen Wochenende zwei Siege

Jetzt auf dem vierten Tabellenplatz

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Richard Mueller, der Topmann am Wochenende.

GAP – Das Derby gegen die Tölzer Löwen kann für den SC Riessersee kommen. Am vergangenen Wochenende holten die Garmisch-Partenkirchner fünf Punkte und bauten ihre Serie auf vier Siege en suite aus.

Gegen die Ravensburg Towerstars dominierten die Werdenfelser die Partie am vergangenen Freitag, vergaben aber zu viele Chancen, so dass am Ende nur zwei Punkte heraussprangen. Die Weiß-Blauen bestimmten die Anfangsphase des Spiels, aber die Gäste gingen früh durch Adam Lapsansky in Führung. Keine zwei Minuten später vollendete Lubor Dibelka eine geniale Passstafette von Julian Eichinger und Andreas Driendl zum 1:1 Ausgleich. Der SC Riessersee hatte genügend Möglichkeiten, um noch vor der Pause die Führung zu markieren, aber es blieb beim Unentschieden. Zur Hälfte des Spiels verbüßte Simon Mayr eine zwei Minuten Strafe und in Unterzahl war Topscorer Richie Mueller mit einem sehr trockenen und platzierten Schuss ins lange Eck zum verdienten 2:1 erfolgreich. Es war das erste Mal in dieser Saison, dass die Oberschwaben bei eigener Überzahl einen Treffer kassierten. Im Schlußabschnitt erhöhte Andreas Driendl gar auf 3:1 (47.). Doch das Spiel war noch nicht durch.

In der Schlussphase des kassierte Verteidigungsroutinier Stephan Wilhelm eine große Strafe. EVR-Stürmer Jakub Svoboda war aus halblinker Position um zwei SCR-Gegenspieler herum in Richtung Tor gezogen, wo er von Wilhelm gestoppt wurde. Der Ravensburger Topstürmer blieb besinnungslos auf dem Eis liegen und musste ins Garmisch-Partenkirchner Krankenhaus gebracht werden.

Nur drei Minuten später verhängte das Schiedsrichtergespann gegen Jared Gomes weitere zwei Strafminuten wegen Stockschlags. Ravensburg riskierte nun alles. Der Torwart wurde vom Eis genommen und so spielten sechs Ravensburger gegen drei Riesserseer. Kevin Reich hielt knapp zwei Minuten den Angriffen stand, aber dann klingelte es im Kasten des SCR. Ein satter Schlagschuss von Sören Sturm hatten den Weg ins Tor gefunden. Nur noch 3:2 für den SCR und die Strafe von Wilhelm war noch nicht vollständig abgelaufen. Die Towerstars setzten erneut alles auf eine Karte und kamen nur elf Sekunden nach dem Anschlusstreffer sogar zum 3:3 Ausgleich.

sport-Zentrum. In den letzten beiden Minuten hatten beide Mannschaften den Siegtreffer auf dem Schläger, doch die Schlusssirene besiegelte die Punktetrennung. In der Verlängerung kam es nach 31 Sekunden zur letztlich entscheidenden Szene. Kilian Keller ging mit dem Stock zu rustikal in einen Zweikampf und kassierte zwei Minuten, im fälligen Überzahlspiel setzte Richard Mueller dann den Schlusspunkt mit einer Direktabnahme zum 4:3 nachdem 74 Sekunden in der Overtime gespielt waren. Wie vor einer Woche in der Verlängerung gegen Kaufbeuren war Mueller wieder der entscheidende Mann.

Trainer Toni Söderholm meinte: „Zuerst einmal von unserer Seite gute Besserung an den verletzten Ravensburger Spieler Jakub Svoboda. Wir waren sehr gut in der Defensive und Offensive. Ich bin sehr stolz auf das Team, nur das Endergebnis passte nicht.“ Verteidiger Felix Thomas meinte: „Wir hatten im Spiel mehr Chancen und mehr Spielanteile. Schade, dass es hinten raus noch einmal so knapp wurde. Aber den zweiten Punkt haben wir uns verdient – es hätten aber auch drei werden können.“

Kevin Reich hielt den SCR im Spiel

Am Sonntag in Bayreuth schoss Jared Gomes das 1:0. Damit beendet er seine Torflaute. Zuletzt hatte er am 3. November bei der 2:5-Niederlage in Ravensburg getroffen. In Franken fehlte Stephan Wilhelm. Er hatte nach einem Foul an Jakub Svoboda am Freitag eine Spieldauerdisziplinarstrafe kassiert und eine Sperre für zwei Begegnungen aufgebrummt bekommen. Für Wilhelm verteidigte Valentin Gschmeißner. Insbesondere im Mittelabschnitt hatten die Oberfranken diverse gute Chancen, doch Kevin Reich, der wie am Freitag im Tor stand, machte seine Sache ausgezeichnet. Lediglich während der Spieldauerstrafe gegen Tim Richter konnten die Gastgeber Kevin Reich überwinden. Hier traf Felix Linden zum 1:1. „Kevin hat sehr gut gespielt und uns im zweiten Drittel im Spiel gehalten, wir haben einfach zu kompliziert gespielt und Bayreuth zum Kontern eingeladen“, ärgerte sich Tim Regan ein wenig.

Im Schlussabschnitt agierte der SC Riessersee taktisch clever und es gab nur eine Richtung – nämlich in Richtung des Bayreuther Gehäuses von Tomas Vosvrda. Das zweite Tor für die Werdenfelser war dann nur eine Frage der Zeit. Richie Mueller netzte in der 52. Minute zum 2:1 ein und vier Minuten später war der Goldhelm des SCR zum zweiten Mal an diesem Abend erfolgreich. Den Schlusspunkt zum 4:1 setzte Lubor Dibelka mit einem satten Schuss von der blauen Linie knapp zwei Minuten vor dem Ende. Es war ein besonderer Erfolg, denn es war der erste Sieg der Werdenfelser in Bayreuth, seit die Tigers wieder in der 2. Liga beheimatet sind, zuvor gab es fünf Niederlagen in Folge, unter anderem auch zwei in den Pre-Play-offs der vergangenen Saison, die zum frühen Saisonende geführt hatten. Nach dem Sieg überholte der SC Riessersee die Dresdner Eislöwen in der Tabelle, die gegen den ESV Kaufbeuren mit 0:4 eine Heimniederlage kassierten. Der SCR ist nun Vierter, der Rückstand auf den Dritten aus Kassel beträgt drei Zähler.

von Titus Fischer

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