Planinsolvenz soll helfen

SC Riessersee will in der Oberliga starten

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Tut alles, um den SCR zu retten: Stefan Endraß.

GAP – Es sah schlecht aus für den SC Riessersee. Das Profi- Eishockey in Garmisch-Partenkirchen schien schon fast am Ende zu sein. Doch nun gibt es neue Hoffnung, denn der Traditionsverein strebt einen Neustart in der Oberliga Süd an.

Eine Planinsolvenz soll es richten – der KREISBOTE hatte in der vergangenen Woche über diese Möglichkeit bereits berichtet. Dabei muss die GmbH erhalten bleiben und der Antrag auf Insolvenz beim zuständigen Amtsgericht, in diesem Fall direkt mit dem bereits erstellten Insolvenzplan, eingereicht werden. Die Durchführung des Insolvenzverfahrens ist möglich, weil eine Gruppe von Unterstützern hinter diesem Konzept steht und bereits zahlreiche Sponsoren die Unterstützung zugesagt haben. Nach einer vollständigen Entschuldung durch das Verfahren wäre auch ein Start des SC Riessersee in der Oberliga Süd möglich – dies betonte der Deutsche Eishockey Bund.

Es wäre eine Win-Win-Situation: Der Traditionsstandort bliebe auch mit den vielen Nachwuchsspielern erhalten und die Liga würde mit den Werdenfelsern auf zwölf Starter kommen – was sich alle Teams wünschen. Darüber hinaus versprechen Spiele gegen den zehnfachen Deutschen Meister viele Zuschauer. Hinzu kommt, dass die Teilnahme der Werdenfseler keine Konkurrenz für die vielen Teams in puncto Aufstieg in die DEL2 bedeutet. Denn laut Durchführungsbestimmungen des DEB darf eine Mannschaft, die sich in der Planinsolvenz befindet, nicht an der Meisterrunde und somit an den Play-offs teilnehmen. Sie wird nach der Vorrunde auf den letzten Platz gesetzt und muss ab Januar in die Verzahnungsrunde mit den Bayernligisten. Hier geht es dann um einen Platz in der Oberliga Süd für die Saison 2019/20. Die neue Saison in der Oberliga Süd beginnt am 28. September 2018.

Konkret sieht der Plan damit so aus: „Nach Antragstellung des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung wird der bisherige Geschäftsführer Udo Weisenburger zurücktreten und der bisherige Geschäftsstellenleiter Stefan Endraß zum Interimsgeschäftsführer bestellt“, heißt es von Seiten des Vereins. Im anschließenden Planinsolvenzverfahren wird ein mit der engagierten Holzkirchner Rechtsanwältin Birgitt Breiter, Fachanwältin für Insolvenzrecht, erarbeiteter Insolvenzplan den Gläubigern zur Zustimmung vorgelegt. Breiter hatte bereits bei der Entschuldung der Tölzer Löwen mitgewirkt. Am Ende dieses Prozesses – gerechnet wird mit Ende August – wäre der SC Riessersee schuldenfrei.

Während dieses Verfahrens wird der normale Geschäftsbetrieb fortgesetzt. „Der SC Riessersee bedankt sich recht herzlich bei allen Unterstützern, ohne deren Engagement der mögliche Neustart und der Erhalt des Eishockeystandorts Garmisch-Partenkirchen nicht möglich wäre“, betont der Verein.

Für Endraß bedeutet dies ex­trem viel Arbeit, denn die Saison muss auch noch geplant werden. Noch hat der SCR keinen einzigen Spieler unter Vertrag. An der Planung will der bisherige Trainer Toni Söderholm mithelfen, der dem SCR in der Oberliga erhalten bleiben würde. Somit wäre auch die Kooperation mit dem EHC Red Bull München gerettet. Eine weitere positive Nachricht, nach den vielen Horror-News aus den vergangenen Wochen beim SC Riessersee.

von Titus Fischer

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