Alexander Haß und Petra Paule meistern Ironman auf Hawaii

Überglücklich und stolz

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Beim Radfahren war Alexander Haß von Beginn an im Rhythmus, doch mit zunehmender Dauer wurde die Hitze für ihn unerträglich.

Landkreis/Kaufbeuren/Hawaii – Der härteste Triathlon der Welt, der Ironman, ist vorüber. Fasziniert blickte die ganze Sportwelt auf das jährliche Superereignis auf Hawaii. Das Wichtigste gleich vorneweg: Die beiden hiesigen Teilnehmer haben es bis ins Ziel geschafft. Sie haben nicht aufgegeben, sich in den Disziplinen 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42 Kilometer Laufen durchgesetzt.

Schwimmen

Für Alexander Haß aus Ruderatshofen verlief die erste Disziplin aus seiner Sicht ganz gut, bis ihn bei der Wende eine Boje im Auge traf. „Da war ich mal kurz ausgeknockt“, erzählt der 33-Jährige. Für ihn seien Schwimmzeit und Wellengang aber in Ordnung gewesen. Unter einer Stunde bewältigte er diese Distanz.

Die Sache entspannt ging dagegen Petra Paule an. Die Kaufbeurerin reihte sich beim Schwimmen hinten ein und ließ die Favoriten gleich einmal vorneweg ziehen. „Mit meiner Zeit bin ich zufrieden, da es für mich primär wichtig war, ohne Neopren einen Wettkampf zu schwimmen. Denn auf Hawaii ist die Wassertemperatur so warm, dass es nicht erlaubt ist“, so Paule. Selbstkritisch fügt sie hinzu: „Ich werde an meinem Schwimmen arbeiten, da ich dadurch schon eine Menge Zeit verliere.“ Für die 3,8 Kilometer benötigte sie eine Stunde und 31 Minuten.

Radfahren

Beim Radfahren war Haß von Beginn an im Rhythmus, doch mit zunehmender Dauer wurde die Hitze für ihn unerträglich. „Der Wind war heiß wie ein Fön, auf Vollgas gestellt. Ich musste auf dem Rad viele Körner lassen“, berichtet der Ruderatshofener. Fünf Stunden und 26 Minuten lang saß er auf dem Bike.

Petra Paule auf ihrem Rennrad.

Paule dagegen benötigte für die 180 Kilometer sechs Stunden 15 Minuten. „Ich bin mit meiner Radzeit absolut zufrieden, da es ja auch 1700 Höhenmeter waren, die ich bewältigen musste.“

Laufen

Die letzte Disziplin, das Laufen, wurde für Alexander Haß zur Tortur. „Es war von Anfang bis Ende ein Kampf meines Körpers gegen meinen Kopf. Ich habe noch nie so oft ans Aufgeben gedacht“, benötigte er für die Marathondistanz fünf Stunden und sechs Minuten.

Petra Paule fühlte sich von Beginn der Laufstrecke an sehr gut. Es habe sich ausbezahlt, dass sie auf dem Rad genügend getrunken habe. Die 42 Kilometer schaffte sie in knapp über vier Stunden. „Ich konnte die komplette Strecke durchlaufen und noch viele Plätze gut machen, was natürlich für den Kopf immens gut war“, so die Kaufbeu­rerin in ihrer Bilanz. Ein traumhafter Sonnenuntergang begleitete sie auf den Weg ins Ziel. Die letzten sieben Kilometer lief sie im Dunkeln. „Das zog sich dann schon wie ein Kaugummi durch“, sagt Paule und blickt dennoch auf einen unvergesslichen Tag zurück. „Ich habe jede Minute genossen und bin überglücklich noch unter zwölf Stunden (11:59:18 Stunden) ins Ziel gekommen zu sein.“ Sie habe sich auf Hawaii ihren Lebens­traum erfüllt. Viele Jahre habe sie daran hart gearbeitet. „Ich bin mega stolz auf mich.“ Dagegen sei es für Alexander Haß eine „Grenzerfahrung“ gewesen, die er noch nie so erlebt habe. „Die Zeit (11:40:15) und die Platzierung sind natürlich nicht mein Anspruch, jedoch bin ich wirklich stolz, mit meinem ,toten‘ Körper das durchgezogen zu haben.“

von Stefan Günter

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