Schüler des Jakob-Brucker-Gymnasiums radeln für ein Hilfsprojekt in Brasilien

Über die Alpen für einen guten Zweck

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Fahren für einen guten Zweck: Lukas Kleinhans, Sebastian Thumm, Johannes Trunksäß, Tobias Domabyl, Lukas Demuth, Lucas Trost, Jakob Heinle, Lukas Lilje, Alexander Hefele, Fabian Warmdt, Marcel Mücke, Wolfgang Zenkner und Melanie Simke sowie die Betreuer und Hubert Mayr (auf dem Foto zu sehen ist lediglich ein Teil des Teams! Vollständiges Foto in der aktuellen Kreisboten-Ausgabe).

Kaufbeuren – Mit dem Bike über die Alpen: Fernab der großen Verbindungsstraßen wollen Schüler und Lehrer des Jakob-Brucker-Gymnasiums in einer siebentägigen Tour diesen Plan verwirklichen. Zugute kommen soll die Aktion der Hilfsorganisation humedica.

Zwölf Schüler und drei Sportlehrer des Jakob-Brucker-Gymnasiums Kaufbeuren wollen mit dem Moutainbike die Alpen überqueren. In der 11. Klasse ist an bayerischen Gymnasien ein sogenanntes P-Seminar (Projektseminar zur Studien- und Berufsorientierung) vorgesehen. In sieben Tagen geht es mit dem Bike von Füssen bis nach Riva del Garda nach Italien. Ihre Tour wird voraussichtlich vom 20. bis 26. Juli stattfinden. Sie dient als Spendenfahrt für ein Projekt der Kaufbeurer Hilfsorganisation humedica. Das Team besteht hauptsächlich aus Sportlern, für die der Radsport bis jetzt noch nicht eine übermäßige Rolle gespielt hat. Für alle Teilnehmer wird es aber eine neue, große und motivierende Herausforderung sein. Der Kreisbote sprach mit Alexander Hefele aus Gutenberg. Der Elftklässler ist einer Teilnehmer des Alpencrosses. 

Welche Intention verfolgen Sie mit dieser Aktion? 

Hefele: „Ganz einfach. Jeder Teilnehmer kann von sich später selbst sagen: Ich bin über die Alpen mit dem Bike gefahren. Auf uns wartet eine unvergessliche Zeit. Wir sind sieben Tage rund um die Uhr zusammen. Die Gruppe harmoniert sehr gut. Wir erleben die Natur, fahren meistens im Offroad, sind also fernab von Verkehr und Straßen unterwegs“. 

Aber es steckt doch noch ein ganz anderes Anliegen dahinter? 

Hefele: „Wir wollen auch für einen sozialen Zweck fahren. Daher haben wir schon mit der Hilfsorganisation humedica Kontakt aufgenommen. Wir haben uns für sie entschieden, weil sie vor Ort ist und wir in Gesprächen auch einen positiven Eindruck erhalten haben. Mit der Fahrt werden wir den Bau einer Sportplatzüberdachung eines Kinderheimes in Brasilien unterstützen und helfen dort, sportliche Aktivitäten auch während der ausgiebigen Regenfälle zu ermöglichen“. 

Mit dem Auto sind es knapp 400 Kilometer von Füssen nach Riva del Garda (Trentino). Gibt es hier eine für Biker ausgelegte Route? 

Hefele: „Es gibt Bücher mit schon vorgefertigten Routen. Wir haben aber unsere selbst zusammengebastelt. Unserer Sportlehrer Wolfgang Zenkner ist hier erfahren, hat schon drei Alpencrossläufe bestritten. Er kennt sich genau aus. Es ist für unsere Gruppe eine individuelle Route, mit wenigen Straßen. Vieles verläuft querfeldein. Die Abfahrten sind so gestaltet, dass wir Trampelpfade herunterfahren können. Teilweise werden wir unser Bike auch hochschieben oder tragen müssen, weil es zu steil ist. Bergab versuchen wir natürlich, alles zu fahren. Die Sicherheit geht hier aber vor“. 

Wie verläuft denn ihre Vorbereitung auf den Alpencross? 

Hefele: „Wir müssen schon jetzt unseren Körper an die Strapazen gewöhnen. Das heißt: Jeder Teilnehmer hockt schon jetzt lange und ausdauernd auf dem Fahrrad oder geht auch viel Joggen. Während des Alpencrosses müssen wir über sechs Stunden konstant täglich unsere Leistung abrufen. Darauf trainieren wir unseren Körper. Das geschieht allein, zu zweit oder auch in der Gruppe. Ich persönlich gehe nachmittags zum Laufen oder setze mich auf das Fahrrad, damit sich der Körper an die Bewegungen gewöhnt. Zudem ist jeder Schüler verpflichtet, ein Trainingstagebuch auch jetzt schon im Vorfeld zu führen. Somit haben unsere Sportlehrer und auch wir Schüler einen Einblick in unseren Trainingsstand“. 

Wie sieht es während der Tour aus? 

Hefele: „Wir werden auf der Fahrt nur mit einem acht Kilogramm schweren Rucksack fahren. Da muss auch alles hinein, was wir für unseren Alpencross benötigen. Die Übernachtungen in den Unterkünften sind auch schon reserviert. Aber: So eine Fahrt ist relativ teuer. Daher wollen wir nicht nur auf unsere Aktion aufmerksam machen, sondern auch Sponsoren und Spender gewinnen“. 

Ist dieser Alpencross für alle Protagonisten eine Herausforderung? 

Hefele: „Die Route ist in etwa so lang wie mit dem Auto. Unsere Tagesplanung sieht vor, dass wir durchschnittlich etwa 60 Kilometer und 2000 Höhenmeter pro Tag zurücklegen. Das wird schon knackig. Das bedeutet auch eine Quahl für jeden Teilnehmer. Man muss sich Tag für Tag motivieren. Für diejenigen aus unserer Grup- pe, die es schon von Vereinsseite her machen, ist es Routine. Für andere wie für mich ist es Neuland“. 

So ein Trip ist doch natürlich nicht ganz billig. 

Hefele: „Pro Person kostet es etwa 400 Euro. Da sind die Übernachtungen und die Halbpension sowie die Verpflegung während der Fahrt dabei. Dazu kommen noch andere Auslagen wie das Material bei den Bikes, die Ersatzschläuche, eine Sicherheitsausrüstung, einen sehr guten Helm und einen Trikotsatz“. 

Werden Sie auch für mögliche Probleme während der Tour vorbereitet beziehungsweise fit gemacht? 

Hefele: „Wir werden noch gemeinsame Kurse besuchen, einen sogenannten Transalp-Pannenkurs. Hier erlernen wir typische Sachen wie einen Schlauch flicken und wechseln. Oder was tun bei einem Speichenbruch oder Kettenriss? Darüber hinaus gibt es noch einen Fahrttechnikkurs. Hier erfahren wir, wie wir den Alpencross allgemein meistern und wie man den Berg hoch- und auch sicher herunterkommt. Bedanken möchte ich mich hierbei besonders bei dem Fahrradladen ,Biker’s Dreams’ aus Kaufbeuren für die kostenlose Unterstützung des Teams“. von Stefan Günter

Weitere Informationen gibt es auch noch online unter: www. spenden-alpencross.de

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