Es geht wieder um Tore und Punkte

Amateurfußball: Staatsregierung erlaubt Re-Start vor Zuschauern

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Endlich darf wieder offiziell vor Zuschauern gespielt werden, so auch beim BSK Olympia Neugablonz. Bis zu 400 Interessierte dürfen maximal ins Stadion hinein.

Landkreis – Der Wettkampfspielbetrieb im bayerischen Amateurfußball hat eine plötzliche Wende genommen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Innenminister Joachim Herrmann haben nach der Sitzung des Ministerrats am vergangenen Dienstag nun grünes Licht für König Fußball in Bayern gegeben. Aber nur mit einer begrenzten Anzahl an Zuschauern analog zum Kulturbetrieb. Am 19. September wird nun der Spielbetrieb offiziell wieder für Frauen und Männer, Juniorinnen und Junioren aufgenommen.

Bayerns Fußballchef Dr. Rainer Koch bedankte sich ausdrücklich und stellvertretend für alle politischen Entscheidungsträger bei Innen- und Sportminister Herrmann. Dem Präsidenten sei es immer wichtig, einen sachlichen Dialog zu führen, eine Klage wäre nur das letzte Mittel gewesen – auch das habe man immer betont. Insgesamt dürfen bei Wettbewerbsspielen nun maximal 400 Personen ins Stadion gelassen werden. Grundvoraussetzung ist aber die Einhaltung entsprechender Abstandsregeln und Hygienekonzepte. Grundlage dafür ist bereits das vom BFV am 13. August vorgelegte Muster-Hygienekonzept für den Spielbetrieb mit Zuschauern, welches aber noch nicht genehmigt ist. Der Fußballverband sei laut Pressemitteilung aber bereits in Abstimmung mit dem Innenministerium.

Das positive Signal der bayerischen Politik haben auch die zahlreichen Allgäuer Vereine mit Freude aufgenommen. Für Rrust Miroci, Trainer des BSK Olympia Neugablonz, sind es sehr gute Nachrichten. „Es war damit zu rechnen. Der Druck auf die Politik war schon extrem groß. Es kann doch nicht sein, dass in anderen Bundesländern bereits gespielt werden konnte, nur nicht in Bayern“, sagte der 41-jährige Übungsleiter dem Kreisbote. Jetzt habe man endlich wieder ein Ziel vor Augen. In der mannschaftsinternen WhatsApp-Gruppe war auch den Kickern des BSK die Freude anzumerken. Mit zahlreichen Emojis und Textnachrichten brachten die Spieler ihre Erleichterung zum Ausdruck.

Franz Zimmermann, Coach des SVO Germaringen, zeigt sich sichtlich erleichtert. Für ihn und die Mannschaft sei es eine super Botschaft. „Den offenen Brief des BFV an die Staatsregierung gerichtet, fand ich gut und stichhaltig. Wo ist der Unterschied zwischen Kultur und Sport?“, brachte es der Übungsleiter auf den Punkt. „Sicherlich haben wir nun Arbeit vor uns, wie und wo wir die Zuschauer jetzt rein und auch wie aus dem Stadion herauslassen.“

Unterdessen sind auch Spieler und Verantwortliche beim FC Thalhofen froh, dass es wieder offiziell losgeht. „Die Regierung hatte jetzt eigentlich keine andere Wahl. Die Argumentation war schlüssig und für mich eine logische Konsequenz“, sagte Trainer Florian Niemeyer. Jetzt gebe es wieder eine Perspektive. Ziel müsse es jetzt sein, so viele Ligaspiele wie nur möglich in diesem Jahr noch zu absolvieren. Derzeit plagen den Bezirksligisten Verletzungssorgen. Für Abteilungsleiter Florian Sprenzel sei es eine hervorragende Nachricht, „das Schönste, was wir seit langem gehört haben.“ Strahlend seien die Jungs ins Training gekommen. „Es freut mich für die Jungs, dass sie jetzt endlich wieder ein Ziel und eine Perspektive vor Augen haben.“

Auch beim Tabellenletzten der Bezirksliga-Süd, SV Stöttwang, wurde die Meldung mit Freude aufgenommen. „Jetzt haben wir eine klare Ansage. Ich bin der Meinung, dass wir auch schon Anfang September hätten starten können“, betonte Abteilungsleiter Michael Müller. „Die Jungs sind jetzt glücklich, dass es weitergeht. Wir sind gewappnet für den Re-Start“, obwohl für das Kellerkind die Ausgangslage jetzt nicht ganz so prickelnd ist. Einige Niederlagen mussten die Ostallgäuer bisher in der Vorbereitungsphase einstecken. Jetzt gilt es, die jungen Spieler schnell zu integrieren. „Uns fehlt es schlicht an Qualität“, so Müller.

Thomas Neumann, Sportchef der SpVgg Kaufbeuren, freut sich für die Spieler des Landesligisten, wenngleich ihn die Wiederaufnahme des Fußballs im Wettbewerbsmodus vor Zuschauern vor eine große Herausforderung stellt. Bei der großen Anzahl von Mannschaften im Verein sei es eine Mammutaufgabe, dies alles zu stemmen. Neumann wisse noch nicht, was beim Re-Start alles erlaubt sei und was nicht.

Beim Bayerischen Fußball-Verband laufen derweil die Planungen und Vorbereitungen auf Hochtouren. Die Spielleiter der jeweiligen Klassen in allen Altersbereichen werden damit beginnen, sukzessive die Spielpläne für den Re-Start auf der Plattform des BFV zu veröffentlichen. Ab dem 19. September soll auch die Nutzung von schulischen Sportanlagen und Schulsporthallen wieder geregelt werden. Demnach dürfen diese wieder von Vereinen genutzt werden, teilte das Kultusministerium mit.

von Stefan Günter

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