Die Analyse von TVK-Judochef Dieter Zimmermann

Nach Dollingers WM-Aus

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Dieter Zimmermann mit Lisa Dollinger bei der Judo-WM in Bu­dapest.

Kaufbeuren – Nur 31 Sekunden dauerte der Auftritt von Lisa Dollinger. Es war bitter für die 21-jährige Nationalathletin vom TV Kaufbeuren, dass sie bei der Judo-WM der Frauen in Budapest ausschied. Heimtrainer Dieter Zimmermann sah vor Ort das vorzeitige Aus. Der Judochef des TVK weiß, warum sie nicht über diese Hürde kam. „Lisa hat ihren Einstiegskampf gegen die Australierin nicht gemacht. Ausgerechnet dieses erste Duell gegen die Ozeanienmeisterin war immens wichtig.“

Dollinger wurde aufgrund eines grippalen Infekts ihrer Gegnerin in die zweite Runde kampflos durchgewunken. „Sie war mental sehr stark, doch die Koreanerin war leider schon für sie zum Auftakt ein Schlüsselkampf“, erzählt Zimmermann und fügt hinzu: „Ihr fehlte eben dieser Auftaktkampf. Du kannst vieles simulieren, aber halt keinen Wettkampf.“ Unterm Strich gehe die Niederlage in Ordnung. „Lisa wollte einen Angriff starten, doch die Koreanerin hat sie dann gekontert und den Kampf durch einen Haltegriff vorzeitig beendet. Da gibt es die höchste Punktzahl. Sicherlich bist du dann erst einmal schockiert, was da gelaufen ist. Doch im Nachhinein muss dir bewusst sein, dass es das war.“ Was Zimmermann aber sehr positiv bewertet und für gut befand: Bundestrainer Claudia Pusa glaubte an die aufstrebende Athletin aus Kaufbeuren und nominierte sie am Abschlusstag der WM in Ungarn für die Team-Mixed-Wettkämpfe im Limit bis 70 Kilogramm. „Dass er ihr das Vertrauen weiterhin aussprach, ist sehr hoch anzurechnen“, so Zimmermann. Denn gegen die Mongolei gewann Dollinger ihren Einzelkampf souverän, was den Einzug in die nächste Runde bedeutete. In der Trostrunde wurde sie gegen Frankreich nochmals aufgestellt. Den Kampf verlor sie allerdings und auch das DJB-Team beendete die WM mit einer abschließenden Niederlage.

Zimmermann glaubt weiterhin fest an Dollinger. „Sie hat Tokio 2020 fest im Visier und da ist es jetzt schon wichtig, bei den anstehenden European-Cups und diversen internationalen Turnieren die nötigen Punkte für Olympia zu holen.“ Was die Kaufbeu­rerin aber nach ihrer Rückkehr umso mehr freuen dürfte, ist das positive Feedback von Peter Frese, Präsident des Deutschen Judo-Bundes. Er sei sehr stolz auf sie.

von Stefan Günter

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