Deutsche Studentenmeisterschaften: Ringarzt stoppt Finale

Kaufbeurer Boxer Stefan Fertich holt Vizetitel

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Stefan Fertich (blaues Trikot) gewann das Halbfinale gegen den Duisburger Willi Matern mit 3:0 Punkten.

Kaufbeuren – Bei den Deutschen Studentenmeisterschaften hat Stefan Fertich vom Box-Club Kaufbeuren den Vizetitel gewonnen. Der Student der Uni Kempten stieg im Limit bis 64 Kilogramm in den Ring. Für ihn waren es die ersten nationalen Titelkämpfe in diesem Bereich. Obwohl Fertich das Finale in Potsdam erreichte, durfte er nicht mehr boxen.

Über 100 Boxerinnen und Boxer aus 44 verschiedenen Universitäten Deutschlands waren in Potsdam am Start. Alle Wettkämpfe wurden nur in einem Boxring ausgetragen, was dadurch zu einem längeren Kampftag führte. In seinem Auftaktkampf traf Fertich auf Ali Muhammad Abasin (Uni Duisburg). Der Kaufbeurer kam gut in den Kampf rein, die ersten zwei Runden waren beide in etwa auf Augenhöhe, aber mit leichten Vorteilen für den Athleten des BCK. „Stefan fand dann in Runde drei die entscheidenden Mittel, als er nämlich von der Deckung aus mit präzisen Schlägen seinen Gegner bezwingen konnte“, so sein Coach Roman Slobodjanikov in der Bilanz. Am Ende stand ein 3:0 Punktsieg zur Buche.

War sein erster Kampf vormittags um 11 Uhr, so musste Fertich bis abends warten, ehe er erneut in den Ring steigen durfte. Mit Willi Matern stand ihm erneut ein Boxer von der Uni Duisburg gegenüber. Auch hier musste Fertich über die volle Distanz von dreimal drei Minuten kämpfen. Obwohl der Kaufbeurer hier zwar drückend überlegen war, musste er auch einiges einstecken. Mit einem stark geschwollenen Auge verließ er den Ring als Sieger, da sein Gegner keine Mittel fand.

Stefan Fertich vom BC Kaufbeu­ren holt Silber im Limit bis 64 Kilogramm.

Eigentlich stand Fertich nun im Finale, doch der Ringarzt gab ihm am Sonntagvormittag kein grünes Licht. Somit wurde Dahami Mohamed (Uni Berlin) kampflos Deutscher Studentenmeister, während sich Stefan Fertich mit Silber zufriedengeben musste.

Es war nicht der einzige Fall. Allein sechs von insgesamt 20 Finalkämpfen wurden gestrichen, weil ebenfalls zahlreiche Athleten lädiert waren. „Das waren reine Vorsichtsmaßnahmen“, erklärt Slobodjanikov und fügt hinzu: „Weil ein Boxer nämlich trotz geschwollenem Auge im Ring stand, im Halbfinale daraufhin K.O. ging, er ins Krankenhaus zur Überwachung musste, entschied sich der Ringarzt diese Kämpfe nicht stattfinden zu lassen.“

Der Gewinn des nationalen Titels wäre sicherlich das i-Tüpfelchen gewesen. „Klar, bin ich schon enttäuscht, dass ich nicht mehr boxen durfte, denn so oft kommst du bei so einem Event nicht ins Finale“, betont Fertich.

Die nächsten sportlichen Highlights stehen derweil für den BC Kaufbeuren bevor. So fährt Oleg Fertich vom 14. bis 16. Juni zur Deutschen Meisterschaft nach Velbert (NRW). Ende Juni steigen die Schwestern Regina und Kristina Slobodjanikov bei einem internationalen Turnier in Bensheim (Hessen) in den Ring.

von Stefan Günter

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