ESVK dank Stadion-Entscheid trotz 3:7-Niederlage gegen Kassel "Sieger der Herzen"

Großer Jubel am Berliner Platz

+
Im Sturm des ESVK agierten am Sonntag der „Spieler des Abends“ auf Kaufbeurer Seite, Daniel Oppolzer (Foto) und der neue und positiv auffällige Jordan Knackstedt zusammen mit Daniel Menge.

Kaufbeuren – Ein Aufschrei der Begeisterung durchfuhr die alten verwitterten Betonfundamente am Berliner Platz: Just um 18.37 Uhr gab der Stadionsprecher während des Meisterschaftsspiels der Joker gegen die Kassel Huskies die erste Hochrechnung zum Wahlausgang des Bürgerentscheids über die Lautsprecheranlage bekannt.

Ein Ende fand damit das Thema, das die Eishockeygemeinde in und um Kaufbeuren beherrschte: Der Ausgang des Bürgerentscheids zeigte mit einer Wahlbeteiligung von 41,31 Prozent und 60,01 Prozent „Ja“-Stimmen ein deutliches Votum der Bürger für ein von der Stadt finanziertes Profi-Stadion. 

Eisstadion wird gebaut 

Nach dem Spiel am Sonntagabend strahlte auch ESVK-Vorstand Karl-Heinz Kiehlhorn wieder Optimismus aus und bedankte sich bei den Wählern und Freunden des Eissports. „Das eindeutige Wahl-Ergebnis spiegelt den Stadtratsbeschluss wieder und die Kaufbeurer freuen sich auf die Zukunft mit dem ESVK in der neuen Halle.“ 

Boomender Spendentopf 

Der Betreiber des ESVK-Forums, George J. King, startete letzte Woche im Internet eine Spendenaktion zugunsten eines neuen profitauglichen Eisstadions für Kaufbeuren. Darin verspricht jeder Unterzeichnende, mindestens 100 Euro an die Stadt Kaufbeuren zu überweisen, sollten insgesamt bis zum 31. Dezember 2015 weitere 1000 Personen ebenso handeln. Nach nur fünf Tagen der Aktion gaben über 570 Personen schon ihr Versprechen ab, auf diese Weise die Stadt Kaufbeuren zu entlasten. Mehr zu dieser Aktion gibt es auf Facebook und unter www.de.pledgebank.com. 

Geschehen auf dem Eis 

Fast schon nebensächlich war während der „heißen Phase“ des Bürgerentscheids das Geschehen auf dem Eis. Immer noch von zahlreichen verletzungsbedingten Ausfällen gezeichnet ist hier der zur Zeit kaum spielfähige Kader der Joker. Ohne Torhüter Stefan Vajs, Verteidiger Martin Heider und Stürmer Michael Fröhlich sind die Kaufbeurer bedingt durch ihren kleinen Kader nicht mehr konkurrenzfähig. Dazu führt noch die Unterbesetzung der Kontingentstellen im Team zur allgemeinen Schwächung. 

Während die drei aussortierten Kanadier Snetsinger, Waddell und Marquardt schon für neue Klubs aktiv sind, wurde als Ersatz bisher nur Kanadier Jordan Knackstedt neu ins Team geholt. Ein anderer Neuer ist Daniel Oppolzer, der vom EC Bad Nauheim zum ESVK zurückkehrte. Schmerzlich vermisst wurden auch die Förderlizenzspieler Wiederer, Loibl und Brandt vom Kooperationspartner aus Straubing. Durch die vielen neuerlichen Niederlagen (zwölf Stück in Folge) sind die Joker am Tabellenende der DEL 2 mit immer noch nur 23 Punkten verankert. Dadurch sind die Play-Downs bei nur noch dreizehn ausstehenden Partien bis zum 1. März nicht mehr abzuwenden. 

Nichts zu holen 

Die Möglichkeit, den Abstand zum Tabellenvorletzten Heilbronn zu verkürzen, wurde durch die deutliche 8:2-Niederlage am Freitag zunichte gemacht. Durch zwei Treffer von Michael Kreitl konnte die Joker das 2:2-Unentschieden bis zur zweiten Pause halten. In den letzten 20 Minuten machte sich der Kräfteverschleiß der nur mit 14 Feldspielern angereisten Joker bemerkbar und die Gastgeber kamen vor 1347 Zuschauern dann noch zu einem deutlichen 8:2-Erfolg. 

Huskies zu stark 

Der Tabellenzweite aus Kassel entpuppte sich am Sonntagabend als zu stark für den ESVK. Mit 3:7 unterlagen die Joker, dabei erzielten Tim Richter, Daniel Menge und Florian Thomas die Treffer für den ESVK. Trotz der Niederlage herrschte unter den 1567 Zuschauern eine prächtige Stimmung, das Ergebnis des Bürgerentscheids war der erfreuliche Anlass dazu. Sportlich positiv fiel schon der neu verpflichtete Kanadier Jordan Knackstedt dabei auf. 

Verstärkung in Sicht 

ESVK-Vorstand Thomas Schmidt stellte in der Pressekonferenz weitere Neuzugänge in dieser Woche in Aussicht. Während der Vertrag mit dem Try-out-Torhüter Aleksis Ahlqvist nicht verlängert wird, ist ein neuer Torhüter schon im Anmarsch. Dazu werden sich ein deutscher Verteidiger aus der Oberliga und noch ein Kontingentverteidiger dazu gesellen. Daniel Oppolzer gab übrigens schon seine Zusage für die Saison 2015/16 ab. 

ESVK nach Nauheim 

Das nächste Spiel führt die Kaufbeurer Joker am Freitag zu den Roten Teufeln in Bad Nauheim. 

DNL-Team geschlagen 

Am vergangenen Wochenende standen zwei Auswärtspartien für die Kaufbeurer Youngsters in Köln an. Am Samstag mussten sich die Kaufbeurer knapp mit 4:3 Toren geschlagen geben und am darauffolgenden Sonntag gab es eine 4:1-Niederlage. von Werner Mayr


Das sagen die Fans im Stadion

Wolfgang Zacke (56) Kaufbeuren „Als jahrzehntelanger ESVK-Fan bin ich sehr zufrieden mit dem Wahlausgang, die Vernunft hat gesiegt.“ 

Bastian Relin (19) Kaufbeuren „Ich bin erleichtert, dass so viele zum ESVK halten und Kaufbeuren bekommt endlich eine Art Multifunktionshalle.“ 

Jakob Markthaler (23) Kaufbeuren „Das Eishockey ist ein wichtiger Teil von Kaufbeuren und das neue Stadion ist trotz hoher Kosten sehr wichtig.“ 

Michael Steininger (55) Kaufbeuren „Ich freue mich auf die neue Halle, auch mit ihren Möglichkeiten zur Nutzung von anderen Events außerhalb der Eishockeysaison.“ 

Fritz Scharpf (58) Kaufbeuren „Ein großer Schritt für die Zukunft Kaufbeurens wird die neue Halle und es wird damit auch in die Jugend von Kaufbeuren und dem ESVK investiert.“ 

Nikolai Orendi (24) Kaufbeuren „Durch den positiven Wahlausgang kann der ESVK weiter bestehen und auch die Spieler können sich wieder voll auf das Eishockey konzentrieren, da die belastende Situation nun vorüber ist. Zu Kaufbeuren gehört das Eishockey und ich bin sehr froh, dass nun ein neues Stadion gebaut wird.“

Auch interessant

Meistgelesen

Wiederaufstieg geschafft
Wiederaufstieg geschafft
Die Besten unter sich
Die Besten unter sich
Etappenziel erreicht
Etappenziel erreicht
Veränderungen wagen
Veränderungen wagen

Kommentare