Bärenstarker Auftritt bei DM

Ringer Niklas Stechele holt sich Gold bei Männermeisterschaft

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Der Moment des Sieges: Niklas Stechele ballt die Faust nach seinem Sieg über Moritz Langer.

Westendorf – „Es ist grandios, einfach unglaublich. Ich kann es gar nicht in Worte fassen“, sagt Freistil-Trainer Jürgen Stechele über den Erfolg seiner beiden Neffen bei den Deutschen Freistilmeisterschaften der Männer in Riegelsberg. Während Markus Stechele im Limit bis 61 Kilo knapp an Bronze vorbeischlitterte und einen hervorragenden fünften Platz erzielte, war Niklas Stechele im leichtesten Limit nicht zu stoppen. Der 19-Jährige holte sich in souveräner Manier den Titel.

Der DRB-Kaderathlet hatte von Anfang an alles im Griff. „Es war jetzt kein Selbstläufer, weil ich in jedem Kampf Gas geben musste, doch es hat funktioniert“, strahlt Niklas Stechele, der wenige Wochen nach dem Gewinn des Juniorentitels nun auch bei den Männern ganz oben auf dem Podest stand. „Sicherlich hat der Titel in Riegelsberg die größere Bedeutung, doch die Goldene bei den Junioren fühlt sich einfach besser an“, verweist Stechele dabei auch auf das attraktivere und zugleich schwerere Teilnehmerfeld. Bei den Männern rang er wie von einem anderen Stern. Keiner seiner Gegner brachte ihn nur ansatzweise in Gefahr. So beendete er seine Duelle allesamt nach technischer Überlegenheit. Sein Trainer Jürgen Stechele zeigt sich begeistert: „Es lief überragend, weil er der beste Mann in seiner Gewichtsklasse war.“ Niklas Stechele hat aus Westendorfer Sicht Ringergeschichte geschrieben, weil es noch kein einziger Aktiver im freien Stil geschafft hat, sich den Titel im Männerbereich zu holen. Selbst Landestrainer Marcel Fornoff bescheinigt dem Westendorfer einen „bärenstarken Auftritt“. Er habe sich super entwickelt und werde seinen Weg gehen. „Er hat eine große Zukunft vor sich.“

Derweil hatte Markus Stechele das Glück nicht auf seiner Seite. Gewann er seinen ersten Kampf gegen Leon Liedgens (AB Aichhalden) noch souverän, musste er sich dem amtierenden Deutschen Juniorenmeister von 2019, Purya Jamali-Esmaeili-Kandi aus Aachen, mit 1:6-Wertungspunkten geschlagen geben. Im kleinen Finale wartete der Ladenburger Malik Bicekuev. Stechele lag bereits mit 0:4 zurück, ehe er sich auf 4:4 herankämpfte. „Sein Gegner ging volles Risiko, bei Markus fehlte das Quäntchen Glück“, resümiert Jürgen Stechele die 5:9-Niederlage seines Neffen. Eine kleine Nuance habe zu Bronze gefehlt. „Sicherlich bin ich enttäuscht, da ich diesen Kampf gewinnen wollte“, zeigt sich Markus Stechele konsterniert.

Mächtig stolz ist Abteilungsleiter Thomas Stechele auf seine zwei Sprösslinge. Auch Vereinsboss Robert Zech fehlen nach dem tollen Ergebnis aus Westendorfer Sicht die Worte: „Niki ist für mich ein kleines Freistil-Wunder. Wie er hier durchmarschiert ist, einfach sensationell. Dass Markus seinen Kampf um Bronze verloren hat, ist sehr bitter und schade. Wir als Verein sind sehr stolz auf die beiden Athleten.“

Für Niklas Stechele geht es gleich wieder weiter. Der Deutsche Ringer-Bund hat ihn zu einem Lehrgang nach Luckenwalde von Mittwoch an eingeladen. Die Maßnahme dauert vier Tage.

von Stefan Günter

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