Fußballer und Trainer befürworten diesen Schritt

BFV streicht den Liga-Pokal

Fußball
+
Der Ligapokal-Wettbewerb ist gestrichen. Diese Entscheidung fällte nun der Bayerische Fußball-Verband.

Landkreis – Viele Sportler hängen weiterhin in der Luft. So bleiben Mannschaftstraining mit Kontakt und auch Fußballpartien jedweder Art im kompletten Freistaat strikt untersagt. Mögliche Öffnungsschritte, die für den 12. April geplanten waren, wurden auf Eis gelegt. Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) entschied jetzt, den Ligapokal-Wettbewerb nicht weiter durchführen zu lassen. Der formelle Beschluss wird der Vorstand in seiner Sitzung am heutigen Mittwoch fassen.

Für Mathias Franke sei die Streichung des Ligapokal-Wettbewerbs die beste Lösung. „Der BFV sollte sich nur auf die Liga konzentrieren. Denn auch das steht für uns Fußballer noch in den Sternen, ob es überhaupt weitergeht“, so der 30-Jährige vom BSK Olympia Neugablonz. Um noch möglichst viele oder alle der ausstehenden Spiele der Punkt-Runden zu Ende zu bringen, braucht es einen nahezu uneingeschränkten Trainingsbetrieb ab spätestens Montag, 3. Mai 2021. „Wir brauchen unsere Vorbereitung.“ Franke macht den Vorschlag: „Die beste Lösung wäre einfach auf Reset drücken und von null anfangen.“

Ähnliche Töne schlägt auch Nico Beutel an. Der Torjäger des FC Thalhofen begrüßt die Entscheidung des Verbandes. „Priorität muss einfach die Liga haben“, wenngleich er auch hier kein gutes Gefühl in der Corona-Krise hat. Zwar hoffe e, dass die restlichen Partien noch gespielt werden, „ich bin aber zwiegespalten“, macht der 24-Jährige deutlich. Alles sei unvorhersehbar, planen könne man schon rein gar nichts. Auch die Motivation hält sich bei ihm in Grenzen. Trotzdem gehe er noch regelmäßig laufen.

Für den Kaufbeurer Maximilian Süli sei der Pokal eh nur ein Lückenfüller gewesen. Der 30-jährige Mittelfeldspieler kickt für den Landesligisten TSV Gilching und wartet wie alle auf den erneuten Re-Start. Seit über fünf Monaten haben auch die Fußballer überhaupt keine Perspektive. „Ich glaube nicht, dass die Saison zu Ende gespielt wird. Jeder freut sich auf eine neue Saison mit entsprechendem Vorlauf. So können wir dann alle vernünftig im Juli in die Runde starten.“

Selbst Michael Schmalholz, Trainer des SV Oberegg, ist sich nicht mehr sicher, ob in den nächsten Wochen überhaupt gespielt wird. „Wir müssen froh darüber sein, wenn wir diese Runde noch irgendwie durchbekommen. Selbst das ist meiner Meinung nach fraglich“, so der 42-jährige Obergünzburger. In der Tat kann es passieren, dass zwei Spielzeiten aufgrund der Corona-Krise in den Sand gesetzt werden müssen. „Wenn die Runde fortgesetzt wird, dann soll der BFV einfach auf die Entscheidungsspiele um Auf- und Abstieg verzichten“, so sein Vorschlag. Allerdings dürfte ihm bewusst sein, dass er mit diesem Konzept beim Verband kein Gehör finden wird.

Unterdessen hatte der Bayerische Fußball-Verband Ende März einen Vier-Punkte-Plan für den Umgang mit der weiter wegen der Corona-Pandemie unterbrochenen Spielzeit 2019/21 verabschiedet. Dieser sah vor, dass der Ligapokal-Wettbewerb nicht fortgesetzt werden kann, sollte ab dem 19. April kein flächendeckender Trainingsbetrieb mit Kontakt in Bayern möglich sein. Weitere Punkte sind noch aufgeführt: Kann der Trainingsbetrieb bis Anfang Mai nicht starten, muss über einen Abbruch der Verbandsspielrunden entschieden werden. Davon nicht ausgenommen sind de facto die Frauen sowie die Juniorinnen und Junioren. Hier sehen verschiedene Bestimmungen der Spielordnung eine Wertung für Auf- und Abstieg nach einer Quotienten-Regelung unter Wegfall der Relegationsspiele vor. Zudem hält der Verbandsvorstand einen Spielbetrieb unter der Voraussetzung, dass jeweils ein negativer Corona-Test vorzuweisen ist, in der Fläche für nicht durchführbar. In der Pressemitteilung des BFV wird auch noch auf den Toto-Pokal-Wettbewerb hingewiesen. Dieser soll im Austragungsmodus noch nicht verändert werden. Bezüglich der möglichen Fortführung des Toto-Pokal-Wettbewerbs beziehungsweise der Ermittlung des Teilnehmers an der 1. DFB-Pokal-Hauptrunde werde ein separater Vorschlag im Dialog mit den noch im Wettbewerb befindlichen Vereinen durch den Verbandsvorstand erarbeitet.

Stefan Günter

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

ESVK-Geschäftsführer Kreitl zu
wirtschaftlichen Zwängen der abgelaufenen Saison
ESVK-Geschäftsführer Kreitl zu
wirtschaftlichen Zwängen der abgelaufenen Saison
Futsal-Nationalspieler Lukas Sepp begeistert Schüler der Beethovenschule
Futsal-Nationalspieler Lukas Sepp begeistert Schüler der Beethovenschule
Erster Sieg mit Benedikt Hötzinger im Tor
Erster Sieg mit Benedikt Hötzinger im Tor
André Veil ist seit 23 Jahren Stadionsprecher beim ESV Kaufbeuren
André Veil ist seit 23 Jahren Stadionsprecher beim ESV Kaufbeuren

Kommentare