Ein Macher und Antreiber

BCK-Chef Roman Slobodyanikov kann sein Zehnjähriges coronabedingt nicht feiern

Vorstand des BC Kaufbeuren Roman Slobodyanikov
+
Die Feierlichkeiten zu seinem zehnjährigen Jubiläum als Vorstand des BC Kaufbeuren fallen für Roman Slobodyanikov coronabedingt aus.

Kaufbeuren – Eigentlich ist dieses Jubiläum ein Grund zum Feiern. Doch die Corona-Pandemie lässt auch den runden „Geburtstag“ von Roman Slobodyanikov erblassen. Seit zehn Jahren ist der 34-Jährige nämlich an der Spitze des BC Kaufbeuren. Dabei kam er 2011 durch Zufall an diesen Posten.

„Ich wurde buchstäblich ins kalte Wasser geworfen“, so Roman Slobodyanikov. Als 24-Jähriger löste er den damaligen Vorstand und jetzigen Bezirkssportwart für Schwaben, Peter Kuhn, ab. Seine Schwestern Regina und Kristina sind seit 2008 mit dem BCK eng verbunden. Beide sind erfolgreiche Athletinnen, die auf nationaler Ebene bereits viel erreicht haben. Roman Slobodyanikov unterstützte seine jüngeren Schwestern von Beginn an. Auch er schnürte sich die Boxhandschuhe und trainierte fleißig mit. Ohne Vorkenntnisse beschritt er dann die Funktionärsbühne. Ihm zur Seite stand aber noch Peter Kuhn, der sein Wissen an ihn weiterreichte. Doch Slobodyanikov kam als neuer Vorstand auch an seine Grenzen. „Ich kann mich noch genau an meine erste Veranstaltung erinnern“, verweist er im gleichen Atemzug auf das Bierzeltboxen in seinem ersten Vorstandsjahr, als der BCK auf Gold-Blau Stuttgart traf. Diese Hürde meisterte er. In den Folgejahren sammelte er weitere Erfahrungen und knüpfte sodann Kontakte. Davon profitierten auch Regina und Kristina. Denn der Name Slobodyanikov ist seit Jahren eng mit dem Boxsport in Kaufbeuren verbunden.

Spaß bei der Arbeit

Über 20 Veranstaltungen richtete Slobodyanikov mittlerweile aus. Dabei schaffte er es sogar, mit der Augsburgerin Tina Rupprecht eine Box-Weltmeisterin nach Neugablonz zu einem Event als Besucherin einzuladen. Es sei rückblickend sehr mutig gewesen, diesen Posten anzunehmen, so der BCK-Vorstand. Der Verein war damals finanziell nicht auf Rosen gebettet. Freunde und Weggefährte trauten ihm die Leitung des Vereins nicht unbedingt zu. Was ihn aber immer noch anspornt, ist der Ehrgeiz für das Ehrenamt. „Es macht mir weiterhin sehr viel Spaß“, leuchten bei Slobodyanikov die Augen. Seit 2015 hat der Boxclub Kaufbeuren in der Porschestraße, im Gewerbegebiet Moosmangwiese, sein Zuhause. Auf rund 340 Quadratmeter bietet der BCK auf einer Ebene beste Voraussetzungen für seine Mitglieder. In Spitzenzeiten trainieren bis zu 30 Sportler gleichzeitig in den Räumlichkeiten.

Durch das Wirken von Roman Slobodyanikov hat sich die Außendarstellung des BCK in den vergangenen Jahren stark verändert. Zahlreiche Talente gingen hervor, die sowohl national als auch international viele Medaillen einfuhren. Mit Oleg Fertich hat der Boxclub derzeit ein Nachwuchsjuwel, das bereits bei nationalen Titelkämpfen auf sich aufmerksam machte. Auch sonst geht Slobodyanikov mit der Zeit. Eindrücke, Erfolge und Informationen werden über die sozialen Netzwerke verbreitet, um dadurch auch neue Mitglieder gewinnen zu können. Nicht nur das: Seine Posts erreichen auch Estland und die Ukraine, da er fließend russisch spricht.

Goldene Verdienstnadel erhalten

Obwohl der mittlerweile 34-Jährige einen Trainerschein besitzt und der Vereinsmanager so gut wie sicher in der Tasche ist, bleibt jedes Jahr als Vorstand für ihn stets eine Herausforderung. „Ich möchte Jung und Alt für den Boxsport begeistern und ihnen auch in unserem Verein etwas bieten. Wir haben ein klasse Trainerteam, das sich um die Sportler kümmert.“ Slobodyanikov opfert fast seine gesamte Freizeit dem BCK. Es erfüllt ihn schon mit etwas Stolz, Vorstand zu sein. Eigentlich wollte er bereits kürzertreten, als er vom Bayerischen Amateur-Boxsportverband 2020 die Goldene Verdienstnadel erhielt. „Da war mein Ziel eigentlich schon erreicht“, lacht er.

Im Übrigen wollte er im vergangenen Jahr das größte Boxevent in Bayern organisieren. Doch die Corona-Pandemie verhinderte dies. Es sei ein Trauerspiel. Sein zehnjähriges Jubiläum könne er nun im Januar mit Freunden und Vereinsmitgliedern nicht im großen Stil feiern. Für Februar war sogar wieder eine Schwäbische Meisterschaft in Neugablonz geplant. Neuer Termin ist jetzt im April, falls es die Situation zulässt. Auch die große, internationale Boxgala hat er nicht aus den Augen verloren. Auch der Sportleraustausch mit Russland soll weiter forciert werden. Alles in Allem kann Roman Slobodyanikov weiterhin nur auf Sicht arbeiten. „Ich hoffe, dass es Richtung Sommer wieder aufwärts geht.“ Vielleicht bleibt dann genügend Zeit, sein zehnjähriges Jubiläum gebührend nachzufeiern.

Stefan Günter

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Futsal-Nationalspieler Lukas Sepp begeistert Schüler der Beethovenschule
Futsal-Nationalspieler Lukas Sepp begeistert Schüler der Beethovenschule
ESVK-Geschäftsführer Kreitl zu
wirtschaftlichen Zwängen der abgelaufenen Saison
ESVK-Geschäftsführer Kreitl zu
wirtschaftlichen Zwängen der abgelaufenen Saison
Dr. Christoph Kern steht vor großen Aufgaben und Hürden
Dr. Christoph Kern steht vor großen Aufgaben und Hürden

Kommentare