Der Ex-Trainer: "Ein Schlag ins Gesicht"

Nach dem Rauswurf von Miroci

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Rrust Miroci ist nicht mehr verantwortlicher Trainer beim BSK.

Kaufbeuren – Der BSK Olympia Neugablonz und Trainer Rrust Miroci gehen ab sofort getrennte Wege. Der ohnehin zum Saisonende auslaufende Vertrag wurde von Seiten der Vorstandschaft mit sofortiger Wirkung aufgelöst.

Schon beim 3:2-Sieg der Schmuckstädter im Nachholspiel bei der TSG Thannhausen saß Interimstrainer Berndt Sonntag auf der Bank. 

Weil Miroci jüngst mehrmals gegen „interne Kommunikationswege“ verstieß, sahen sich die BSK-Verantwortlichen gezwungen, diese Maßnahme zu treffen. „Als Angestellter des Vereines sollte auch ein Trainer Urlaubsreisen mit der Vorstandschaft absprechen. Dies ist jedoch nicht geschehen“, so Vereinsboss Peter Seidel in einer Stellungnahme. 

Die Vorstandschaft sei nur über dritte Personen darüber in Kenntnis gesetzt worden. Miroci fehlte nicht nur gegen Erkheim, sondern auch beim Lokalderby gegen den SVO Germaringen. Wegen einer familiären Angelegenheit musste er eine Reise in den Kosovo antreten. Laut dem BSK habe Miroci in einem Gespräch signalisiert, dass er zum Derby wieder an der Seitenlinie stehen werde. Gerade in Hinsicht auf das Prestigeduell gegen den Ortsnachbarn und die angemeldete Politikprominenz begrüßte der Verein diese Aussage seines Trainers. 

Im Glauben, dass er gegen Germaringen dabei ist, bereitete sich die Mannschaft auf das Duell gegen den SVO vor. „Einen Tag vor dem Spiel wurde die Vorstandschaft erneut durch eine dritte Person darüber in Kenntnis gesetzt, dass Herr Miroci nicht vor Ort sein wird. Für uns ein erneuter Verstoß gegen die Vertragspflichten“, so BSK-Chef Seidel, der ausdrücklich betont, „dass einer Genehmigung eines Urlaubsantrages nichts entgegen gestanden hätte, wenn der direkte Weg eingehalten wird“. 

Rrust Miroci hingegen ist sich keiner Schuld bewusst. Er habe den Verein über seine familiäre Situation unterrichtet. „Ich wurde per WhatsApp über meinen Rauswurf unterrichtet“, ist die Enttäuschung bei ihm doch ziemlich groß. Für ihn sei die fristlose Kündigung eine Art „Schlag ins Gesicht“. Es kommt die Frage auf, warum die Vorstandschaft des BSK über diesen Kommunikationsweg agierte. 

„Es ist richtig, dass der BSK eine Kündigung via WhatsApp ausgesprochen hat. Grundsätzlich sind wir aber gegen diese Art und es ist auch nicht der Stil des Vereins. Allerdings war Herr Miroci auf einem anderem Wege nicht erreichbar“. Der Verein weist ausdrücklich daraufhin, „keine schmutzige Wäsche in der Öffentlichkeit waschen zu wollen“. Man sei von der Art und Weise der jüngsten Entwicklungen „enttäuscht“. „Leider ließ das Verhalten von Herrn Miroci dem Verein keine andere Wahl, als eine vorzeitige Trennung zu vollziehen“, so Seidel. 

Rrust Miroci war knapp drei Jahre Trainer beim Fußball-Bezirksligisten. Zu seinen Erfolgen gehört der Gewinn der Schwäbischen Futsal-Hallenmeisterschaft und der zweite Platz bei den Bayerischen Futsal-Meisterschaften. Bis zum Saisonende betreut Berndt Sonntag interimsmäßig das Team. Wie aus Insiderkreisen zu erfahren ist, soll Uwe Zenkner in der Spielzeit 2015/2016 neuer Cheftrainer beim BSK werden. Hierzu wollte sich der Verein noch nicht äußern: „Aktuell ist noch keine Entscheidung gefallen. Diese steht jedoch kurz bevor.“

von Stefan Günter

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