Bewährungsprobe in Warschau

Christopher Kraemer startet beim Pytlasinski-Turnier

Christopher Kraemer (obere Reihe, rechts) beim gemeinsamen Training in Herzogenhorn mit den Olympiateilnehmern Frank Stäbler
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Christopher Kraemer (obere Reihe, rechts) beim gemeinsamen Training in Herzogenhorn mit den Olympiateilnehmern Frank Stäbler (untere Reihe, Mitte) und Etienne Kinsinger (untere Reihe, links).

Westendorf – Wenn Christopher Kraemer am Wochenende beim traditionellen Pytlasinski-Turnier in Warschau auf die Matte geht, ist es schon rund zwei Jahre her, dass der Westendorfer bei einem internationalen Turnier antrat. Verletzungen warfen den 25-Jährigen immer wieder zurück. Zuletzt erholte sich der Bundesligaakteur des SC Siegfried Kleinostheim von einer längeren Knieverletzung. Jetzt will er wieder durchstarten.

Noch im April stand Kraemer in der Aufbauphase. Kräftezehrend waren die Einheiten, die er an verschiedenen Standorten durchführte. Nürnberg, Heidelberg, Aalen und Burghausen – überall suchte und fand Kraemer Trainingspartner. „Ich fühle mich sehr gut“, verweist er im gleichen Atemzug auf die jüngste harte Trainingswoche in Herzogenhorn. Zusammen mit dem dreifachen Weltmeister Frank Stäbler und Etienne Kinsinger – beide starten Anfang August bei den Olympischen Spielen in Tokio – absolvierte er mehrere Einheiten. „Mit Fränky zu trainieren, ist schon eine Wucht. Er ist eine Maschine. Von ihm lerne ich immer was dazu“, beschreibt der Allgäuer seine Eindrücke über Deutschlands Vorzeigeringer. „Das Training war anstrengend und härter als sonst.“

Mittlerweile hat DRB-Kaderathlet Christopher Kraemer seine zweite Corona-Impfung erhalten. Für ihn als Spitzensportler geht es nach seiner Verletzung nun in die richtige Richtung. Vor seinem Auftritt beim Pytlasinski-Turnier in der polnischen Hauptstadt ist der 25-Jährige vorbereitet. Er fühle sich großartig. In Warschau tritt Kraemer im Limit bis 63 Kilogramm an. „Es ist mein erstes internationales Turnier seit zwei Jahren. Da werde ich natürlich Vollgas geben“, sieht er seinen Auftritt beim bedeutenden Ranking-Turnier der United ­World Wrestling schon als Bewährungsprobe.

„Ich möchte zur WM nach Norwegen, von daher muss ich mich präsentieren. Ich habe auch eine gewisse Erwartung an mich“, so Kraemer, der im Vorfeld keine Prognose abgeben kann. Es sei schon utopisch, nach so langer Zeit mit einem vorderen Platz zu rechnen. Insgesamt kämpfen neun Athleten in seiner Gewichtsklasse um vordere Plätze, wobei mit Islomjon Bakhramov (Usbekistan) und Lenur Temirov (Ukraine) zwei internationale Kracher dabei sind. Bundestrainer Michael Carl hat nur vier DRB-Starter gemeldet: Neben Kraemer starten noch Olympiateilnehmer Eduard Popp (130 kg), Ilja Klasner und Jan Zirn (beide 97 kg).

Stefan Günter

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