Corona ist der schwerste Gegner

Abstiegsangst in allen Ligen – Auszeichnung für Philipp Krauß

Philipp Krauß, ESV Kaufbeuren, wurde von der Liga zum Rookie des Monats Dezember 2021 gewählt.
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Philipp Krauß wurde von der Liga zum Rookie des Monats Dezember 2021 gewählt.
  • Thomas Schreiber
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Kaufbeuren – Die deutschen Eishockey-Profiligen werden derzeit massiv von Quarantäne-Maßnahmen in Folge von Corona-Erkrankungen heimgesucht. Von der DEL, über die DEL2 bis hin zur Oberliga sind alle Spielklassen von zahlreichen Verlegungen betroffen. Beim ESV Kaufbeuren gab es jedoch eine gute Nachricht zu verkünden: Nachwuchsstürmer Philipp Krauß erhielt für den Monat Dezember die Auszeichnung zum Rookie des Monats.

Auch der ESV Kaufbeuren blieb davon nicht verschont. Die Partie vom Mittwoch beim EHC Freiburg musste erneut verschoben werden, da sich die häusliche Quarantäne der Breisgauer noch einmal verlängert hat. 

Dabei hat die Omikron-Variante Deutschland noch nicht mit voller Wucht erreicht. „Diese Variante ist sehr heimtückisch, da sie auf der einen Seite oft nur wenig Symptome zeigt, jedoch aber sehr ansteckend ist“, beschreibt ESVK-Mannschaftsarzt Dr. Peter Gleichsner deren Wirkung. Zwar sind die Joker in der laufenden Saison bisher gut davongekommen, doch ist häufiges Testen unumgänglich.

EKG und Lungenfunktionsuntersuchungen nötig

„Es ist wichtig, dass wir möglichst viele Informationen zu dieser Variante sammeln und die Spieler schon bei den geringsten Anzeichen isolieren“, erklärt Gleichsner. Auch die weitere Versorgung infizierter Spieler sehe er als elementar an. „Ich versuche erkrankte Spieler täglich telefonisch zu betreuen, aber auch die weiteren Untersuchungen sind von größter Bedeutung. Gerade EKG und Lungenfunktionsuntersuchungen können Ausschlag geben, ob der betreffende Sportler nach seiner negativen Testung bereits wieder Leistungssport betreiben kann“, sagt der langjährige Mannschaftsarzt zur Nachversorgung.

Auch die Überbelastung durch die kleineren Kader und die Vielzahl der Spiele in den vergangenen Wochen sieht der Mediziner mit Bedenken. „Obwohl die Spieler alle austrainiert sind, kann deren Immunsystem durch die hohe Belastung nicht mehr richtig regenerieren, so dass es zwangsläufig zu einem ungewollten Leistungsabfall kommt“, beschreibt der ESVK-Doc dementsprechende Auswirkungen.

„Die sportliche Fairness ist vorbei!“

Da eine Chancengleichheit durch die vielen Coronafälle längst nicht mehr gegeben ist, wird hinter vorgehaltener Hand bereits Ligen übergreifend über Änderungen am Modus gerätselt. Stefan Ustorf, Sportdirektor der Nürnberg Ice Tigers, hat sich dazu gegenüber Magenta Sport klar positioniert: „Die vielen Absagen sorgen für eine Schieflage der absolvierten Spiele, auch ist nicht klar, in welcher Verfassung der Gegner gerade antritt.  Die sportliche Fairness in der DEL, in der DEL2 und in der Oberliga – die ist vorbei!“, ist Ustorfs Meinung. Funfact: Der Nürnberger Sportdirektor hat beim ESVK das Eishockeyspielen erlernt.

Auch DEL-Boss Gernot Tripcke kann sich diesem Thema nicht mehr verschließen und kündigte an, dass man trotz gültigen Verträgen mit der DEL2 Gespräche darüber führen müsse. ESVK-Geschäftsführer Michael Kreitl erwähnte jüngst gegenüber dem ESVK-TV, dass sich die Liga zusammensetzen muss um die Lage seriös zu bewerten. Derweil machen sogar Überlegungen die Runde, das olympische Eishockey-Turnier in Peking abzusagen.  

Rookie des Monats

Auch wenn die sportlichen Darbietungen der Joker in den letzten Wochen eher dünn gesät waren, so gab es dennoch für Nachwuchsstürmer Philipp Krauß eine Auszeichnung. Zum Rookie des Monats Dezember wurde er gewählt. In der laufenden Saison hat es der 20-jährige bei 32 Einsätzen auf zwei Tore und elf Vorlagen gebracht. „Wir freuen uns über die Auszeichnung für Philipp Krauß sehr. Er ist für sein noch junges Alter bereits ein guter Spieler. Er ist ein guter Schlittschuhläufer, hat gute technische Fähigkeiten und einen herausragenden Charakter. Dazu kann er als Mittel- oder Außenstürmer eingesetzt werden. Ich denke, wenn er weiterhin so hart an sich arbeitet, hat er noch eine tolle Eishockey-Karriere vor sich“, sagt Trainer Tray Tuomie über seinen Schützling.

DNL-Team überrascht

Die Mannschaft von Trainer Daniel Jun hat es geschafft am vergangenen Wochenende gleich beide Spiele bei den Jung-Adler Mannheim zugewinnen. 4:2 und 3:1 waren die Ergebnisse gegen den klaren Favoriten. „Wenn wir nahezu komplett spielen können, brauchen wir uns gegen keinen Gegner fürchten“, sagt der Trainer mit Stolz auf seine Mannschaft.

Am Wochenende hat der Kaufbeurer Nachwuchs zwei Heimspiele gegen den Krefelder EV. Spielbeginn ist am Samstag um 17 Uhr und am Sonntag um 10.30 Uhr in der Erdgas-Schwaben-Arena.

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