Trotz steiler Karriere heimatverbunden

Der Marktoberdorfer Fußballprofi Kevin Volland über seine neuen Eindrücke bei der AS Monaco, Coach Niko Kovac und den FC Thalhofen

Kevin Vollands Fußballkarriere nahm beim FC Thalhofen ihren Anfang. Vor kurzem wechselte er zur AC Monaco.
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Kevin Vollands Fußballkarriere nahm beim FC Thalhofen ihren Anfang. Vor kurzem wechselte er zur AC Monaco.

Monaco/Marktoberdorf – Der achtmalige französische Fußballmeister AS Monaco und Deutschlands prominenter Neuzugang Kevin Volland aus Marktoberdorf sind mitten in der Meisterschaft. Jüngst gewannen die Monegassen in Nizza mit 2:1. Der 28-jährige Ostallgäuer hatte eine Woche zuvor beim 4:0-Sieg gegen Girondins Bordeaux zweimal getroffen und somit die ersten beiden Treffer für seinen neuen Arbeitgeber aus der französischen Ligue 1 erzielt. Kevin werde besser und besser, wurde Trainer Niko Kovac auf der offiziellen Homepage der AS Monaco zitiert. Der Kreisbote hat sich mit Kevin Volland unterhalten.

Haben Sie sich in Monaco schon etwas eingelebt?

Volland: Absolut. Die ersten Wochen waren für mich aufgrund des Auslandswechsels relativ stressig. Man hat vor allem viele organisatorische Sachen zu klären. Mittlerweile ist meine Frau Katja mit unseren Kindern gut angekommen und wir fühlen uns sehr wohl.

Hat sich der sportliche Tagesablauf in Frankreich im Gegensatz zu Deutschland arg verändert?

Volland: Durch die aktuelle Coronakrise ist der Ablauf bei den meisten Profivereinen relativ gleich. Man hat sich an viele Vorgaben zu halten, was auch gut so ist. Unterm Strich sind wir sehr froh, Fußball spielen zu dürfen. Dadurch, dass wir in diesem Jahr nicht so viele Englische Wochen haben, bleibt viel Zeit, sich als Team weiterzuentwickeln.

Wie ist der Eindruck vom Verein und natürlich besonders vom Fürstentum?

Volland: Die ersten Monate waren für mich persönlich schon eine große Umstellung. Trotzdem habe ich mich vom ersten Tag an sehr gut aufgehoben gefühlt. Man merkt, dass die AS Monaco eine enorm große Historie mit tollen Erfolgen, Trainern und sehr guten Spielern hat. Dementsprechend wird auch super für die Neuzugänge gesorgt. Organisatorisch fehlt es dort an nichts. Im September hatte ich auch genug Zeit, ein bisschen die Gegend zu erkunden. Eine wunderschöne Ecke mit sehr hoher Lebensqualität, insbesondere in den Sommermonaten.

1860 München, Hoffenheim, Leverkusen und jetzt Monaco – haben Sie bei der sportlichen Karriere immer Ihren Heimatverein FC Thalhofen im Kopf?

Volland: Auf jeden Fall. Ich bin ein extrem heimatverbundener Mensch. Deswegen spielt der FC Thalhofen zu jeder Zeit eine große Rolle in meinem Kopf. Der Wunschgedanke, am Ende meiner Karriere zusammen mit meinem Bruder nochmals beim FCT zu kicken, wäre für mich ein absolutes Highlight. Zudem gibt es im Vereinsheim von Rosi und Georg Mayr die beste Currywurst der Welt.

Wie ist der französische Fußball im Vergleich zum deutschen?

Volland: Ein komplett anderer würde ich mal so sagen. Die französische Liga ist extrem physisch und das Tempo sehr hoch. Man hat selten seine Ruhe auf dem Platz und viele Eins-gegen-eins-Situationen über 90 Minuten. Da musste ich mich am Anfang schon ein wenig zurechtfinden. In Deutschland ist die taktische Ausbildung höher und eine technisch versiertere Spielweise mehr gefragt. Ich liebe die Bundesliga, nichtsdestotrotz ist eine neue Erfahrung in einer anderen Liga für mich persönlich eine coole Sache.

Lernen Sie schon die französische Sprache?

Volland: Bisher hatte ich noch nicht die Zeit für solche Sachen. Wenn sich alles eingependelt hat, wollen Katja und ich zusammen Sprachunterricht nehmen.

Wie ist die Arbeit mit Ex-Bayerntrainer Niko Kovac?

Volland: Es macht sehr viel Spaß. Das Training ist vielseitig und die Stimmung im Team sehr positiv. Niko Kovac verlangt im Training alles von uns ab. Er stand auch in Deutschland für sehr harte Arbeit.

Und was ist er für ein Typ Mensch?

Volland: Als Typ ist er sehr angenehm. Man merkt in vielen Situationen, dass er selbst ein sehr erfolgreicher Spieler war. Er kann gut mit jedem Einzelnen und weiß ganz genau, wie er die Spieler anpacken muss.

Für Sie ist es das erste Engagement bei einem ausländischen Club. Gibt es schon etwas, was sie aus Deutschland vermissen?

Volland: Meinen Routinehaarschnitt bei meinem Stiefvater Rajko Lätzig (lacht). In erster Linie natürlich meine Familie und Freunde. Wenn man in der Bundesliga spielt, sieht man sich auf jeden Fall öfters. Umso schöner ist es, wenn man ab und zu Besuch in Monaco bekommt. Ich glaube, dass im Sommer, wenn sich hoffentlich die Corona-Situation geändert hat, einige von unseren Freunden, uns – mit einem Urlaub verbunden – besuchen kommen. Ansonsten ist in ein paar Jahren genug Zeit, das alles nachzuholen.

Stefan Günter

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