Die vier Musketiere beim ESVK

Die Gesellschafter der ESVK GmbH investieren nicht nur viel Geld und Zeit, sondern auch Herzblut

Zusammen mit Geschäftsführer Michael Kreitl bilden die vier Gesellschafter ein funktionierendes Team: Karl-Heinz Kielhorn (v. li.), Werner Höbel, Thomas Hübner und Thomas Petrich.
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Zusammen mit Geschäftsführer Michael Kreitl bilden die vier Gesellschafter ein funktionierendes Team: Karl-Heinz Kielhorn (v. li.), Werner Höbel, Thomas Hübner und Thomas Petrich.

Kaufbeuren – „Die Ausgliederung der ersten Mannschaft in die ESVK-Spielbetriebs ­GmbH im März 2015 war eine unumgängliche Maßnahme, um den ESV Kaufbeuren in eine stabilere und sichere Zukunft zu führen und gleichzeitig auch den Druck vom Stammverein zu nehmen“, beschreibt Gesellschafter Karl-Heinz Kielhorn den damaligen Schritt. Der eingeschlagene Weg mit Michael Kreitl als Geschäftsführer habe sich bewährt, denn der Verein habe sich nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich in die richtige Richtung bewegt. 

Dazu war es seiner Zeit auch wichtig, die richtigen Leute mit ins Boot zu holen. Während Karl-Heinz Kielhorn und Thomas Petrich schon damals und auch heute noch im Vorstand des Stammverein vertreten waren, hielt man noch Ausschau nach weiteren Mitspielern für die GmbH. „Ich hatte zwar mal ein Länderspiel in Kaufbeuren gegen Russland gesehen, aber zuvor sonst noch keine große Affinität zum ESVK gehabt. Doch Werner Höbel hat mich dafür begeistert, mit einzusteigen“, erzählt Thomas Hübner über seinen Werdegang zum Kaufbeu­rer Eishockey. „Ein bisschen eishockeyverrückt muss man schon sein“, sagt Höbel mit einem Schmunzeln, denn alle vier sind im normalen Leben erfolgreiche Unternehmer und binden sich nun mit dem ESVK noch zusätzliche Zeit und auch eine Summe Geld ans Bein. „Das Wichtigste ist jedoch, es muss Spaß machen und man muss sich untereinander gut verstehen“, berichtet Hübner von einer gewachsenen Freundschaft in diesem Team.

Ohne eine Aufgabenteilung geht es jedoch auch bei den Gesellschaftern nicht. „Es gab jedoch von Beginn an die klare Maßgabe, dass wir uns aus den sportlichen Belangen heraushalten, deshalb haben wir mit Michael Kreitl einen Fachmann im Boot“, berichtet Höbel. „Natürlich spricht man miteinander, wenn es um Entscheidungen wie das Budget oder wichtiger Personalien geht, so auch bei einer Trainerbesetzung“, resümiert Petrich, der natürlich zu Andreas Brockmann eine ganz spezielle Freundschaft pflegte, denn der ehemalige Trainer des ESVK nächtigte oft in seinem Landgasthof Hubertus. „Wir haben am Abend viel über Eishockey geredet, aber man muss auch da Beruf und Freundschaft trennen“, erzählt Petrich, der zu Brockmann auch nach seinem Abschied eine Freundschaft pflegt.

Bedingt durch die Corona-Pandemie ist in dieser Saison der Kontakt zum Trainer und der Mannschaft nur eingeschränkt möglich. „Wir versuchen zwar präsent zu sein, aber müssen natürlich auch auf die Kontaktbeschränkungen achten“, sagt Hübner, der sich gerne mehr Begegnungen zum Team wünschen würde. Doch die Corona-Pandemie hat natürlich auch für die GmbH besondere Anstrengungen gebracht. „Die abgesprungenen und die neuen Sponsoren haben sich in etwa die Waage gehalten. Wir haben jedoch versucht für jeden einzelnen Partner eine individuelle Lösung für seine derzeitige Situation zu finden, da wir generell an langfristigen Partnerschaften interessiert sind“, beschreibt Kielhorn die aktuelle Lage. „Bei allem sportlichen Ehrgeiz geht es in erster Linie darum, die Saison mit einem blauen Auge zu überstehen, damit man in der nächsten Spielzeit wieder seriös planen kann“, sagt Thomas Petrich, der auch gerne mal den Austausch mit anderen Vereinen wahrnimmt.

Ein ungläubiges Kopfschütteln verursachen bei den Gesellschaftern dagegen fast tägliche Meldungen, wenn andere Vereine sofort auf einen Spielerausfall mit einer Neuverpflichtung reagieren und das in einer Zeit, wo kein Verein auf Rosen gebettet ist. Ein wichtiges Anliegen ist jedoch allen zusammen, die großartigen Fans des ESVK auch über diese schwierige Saison hinaus zu begeistern. In diesem Zuge würde sich Thomas Hübner wünschen, dass die Sportart Eishockey auch im öffentlich-rechtlichen Fernsehen mehr Beachtung finden würde. Betrachtet man jedoch insgesamt die Entwicklung seit Gründung der GmbH, so habe sich der ESVK der gesamten Professionalisierung in der DEL 2 perfekt angeschlossen und sei auf einem guten und seriösen Weg.

Thomas Schreiber

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