Vorerst keine Flut von Kündigungen

Die Mitglieder des SVO Germaringen und TSV Marktoberdorf halten weiterhin zu ihrem Verein

SVO Germaringen
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Keine Menschenseele im und am Vereinsheim des SVO Germaringen: Das Sportverbot trifft auch den Traditionsverein sehr hart.

Landkreis – Turnhallen sind geschlossen, Sportstätten dürfen nicht betreten werden. Es ist ein tristes Bild in Corona-Zeiten. Seit November 2020 herrscht Stillstand bei allen Vereinen. Sportliche Betätigungen gibt es – wenn auch nur bedingt – in Form von Online-Videokonferenzen. Primär hoffen die Vereinsverantwortlichen aber auf ein Stückchen Normalität.

Rund 1250 Mitglieder zählt der SVO Germaringen. Neun Sparten gibt es in diesem Verein, der von einer großen Austrittswelle bisher verschont geblieben ist. Innerhalb der großen SVO-Familie halte man weiterhin zusammen. „Das rechne ich unseren Mitgliedern hoch an“, so Klaus Wroblewski. Wie der SVO-Vorstand für Vereinsverwaltung und Geschäftsführer gegenüber dem Kreisbote betonte, haben einige Abteilungen ihre Mitgliedsbeiträge etwas gesenkt, „einige verzichten sogar ganz darauf.“

Von Stillstand will Wroblewski auch nicht sprechen. Das Vereinsleben gehe trotz der Corona-Pandemie weiter. Zumindest tauschen sich die fünf Vorstände des Germaringer Traditionsvereins regelmäßig aus. „Mit Videokonferenzen und Telefonaten kann man schon viel erreichen.“ Jubiläen oder Geburtstage einzelner Mitglieder können situationsbedingt überhaupt nicht gefeiert werden. „Wir können ihnen somit nicht unsere Dankbarkeit zum Ausdruck bringen. Mit einem Anruf oder leider im Sterbefall mit einer Beileidskarte ist es in dem Fall nicht getan“, so das Vorstandsmitglied.

Vorfreude auf Lockerungen

Innerhalb der Abteilungen ist die Vorfreude auf mögliche Lockerungen groß. „Unser Sportverein ist lebendig. Die Jugend brennt natürlich darauf, wieder trainieren zu dürfen“, sieht Wroblewski mit dem in Kürze startenden Reha-Sport wieder etwas Licht am Ende des Tunnels. Von daher blickt er auch etwas optimistisch auf die kommenden Wochen. „Kein Abteilungsleiter und kein Trainer schiebt Frust. Sie alle stecken in den Vorbereitungen auf den Re-Start“, hofft der SVO-Vorstand auf Lockerungen im zweiten Quartal. Denn so eine Pandemie und der Verzicht auf Einnahmen müssen erst einmal verkraftet werden. Von daher dürften Individualsport, wie Tennis, oder auch die Fußballer wohl als erstes in den sportlichen Genuss kommen.

Keine Flut an Kündigungen

20 Kilometer entfernt, beim TSV 1963 Marktoberdorf, bietet sich das gleiche Bild. Vereinsvorsitzender Wolfgang Bolz und seine Vorstandsmitglieder führen ihre regelmäßigen Sitzungen online durch. „Das funktioniert sehr gut. Die Anfangsschwierigkeiten und die Hemmungen sind überwunden.“ Bolz gibt wichtige Informationen des Bayerischen Landessport-Verbandes direkt an die Abteilungsleiter weiter. Damit der Hauptverein weiterhin die zahlreichen Kosten, wie Verbandsabgaben und Unterhaltung des Vereinsheim, decken kann, wurde entschieden, den Mitgliedsbeitrag für das laufende Jahr einzuziehen. „Die Abteilungen haben hier aber freie Hand, da sie momentan keine Kosten haben“, so Bolz, der sich im gleichen Atemzug aber freut, dass es noch zu keiner Flut an Kündigungen gekommen ist.

Trotzdem gibt es auch in der Kreisstadt erst einmal überhaupt keine Perspektive. Auch nicht für den so beliebten Staffelmix-Marathon, der für den 13. Juni in Marktoberdorf terminiert ist. „Für so eine große Veranstaltung brauchen wir unsere Sponsoren“, weiß Wolfgang Bolz zu gut, dass sich in der Corona­krise Einzelhändler und Gewerbetreibende an ihrem letzten Strohhalm klammern. „Bevor Vereinssport wieder zugelassen wird, muss erst das Geschäftsleben reaktiviert werden“, so der TSV-Vereinschef. „Ich könnte mir gut vorstellen, dass bis Mitte des Sommers der Sport wieder zugelassen wird.“

Stefan Günter

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