Mit einem Derby in die Saison

Kreisliga: SVO und SVM vor erstem Gipfeltreffen

+

Landkreis – Mit Spannung wird der Auftakt in den beiden Fußball-Kreisligen im Allgäu erwartet. Die neue Spielzeit in der Kreisliga-Mitte dürfte richtig spannend werden, da es zahlreiche Derbys gibt. Schon am kommenden Freitag beginnt um 18.30 Uhr im Sportpark die neue Saison mit einem Nachbarschaftsderby zwischen dem SVO Germaringen und dem SV Mauerstetten. Der Kreisbote hat sich im Vorfeld mit den Trainern Uwe Zenkner (Mauerstetten) und Franz Zimmermann (Germaringen) unterhalten.

Wie schätzen Sie die Liga ein?

Zenkner: Ich glaube, die Dichte nach oben ist stärker. Wir werden ein breites Mittelfeld haben. Mit Buxheim haben wir einen Favoriten. Kammlach hat sich gut entwickelt. Beide zählen für mich genauso zu den Mitfavoriten wie Germaringen. Auch Aufsteiger Oberbeuren schätze ich als sehr konkurrenzfähig ein.

Zimmermann: Die Liga ist stärker und anspruchsvoller geworden. Buxheim als Bezirksliga-Absteiger wird wohl eine gewichtige Rolle um den Titel spielen, auch Mindelheim hat sich verstärkt. Viele Derbys werden nicht einfach zu spielen sein.

Die Kreisliga-Mitte hat mit Aufsteiger Oberbeuren sowie Mauerstetten und Blonhofen neue Teams. Freuen Sie sich auf die Lokalderbys?

Zimmermann: Ich freue mich ohne Ende. Wir hatten in der vergangenen Saison kein richtiges Derby. Gegen Buchloe waren zwar einige Zuschauer da, doch Lamerdingen brachte beispielsweise kaum Besucher mit. Allein Blonhofen bringt automatisch einen Zuschauerstamm mit. Wir werden alle Derbys an einem Freitagabend absolvieren.

Was wissen Sie über den SVM, Blonhofen und Oberbeuren?

Zimmermann: Mauerstetten hat eine gute Klasse im Team. In der vergangenen Saison waren sie zum Ende hin richtig stark. Der neue Trainer von Blonhofen wird ihnen definitiv auch einen neuen Schub geben und Oberbeuren als Aufsteiger wird sicherlich eine Euphorie mitbringen. Auch sie werden mit Sicherheit eine spielerische Qualität haben.

Kommt dem SVM diese Staffel mit den Duellen besser entgegen?

Zenkner: Dies kann ich ad hoc nicht beantworten. Die Südstaffel ist eine robustere Gruppe, während in der Mitte die Mannschaft spielerisch besser agieren. Ob uns diese Gruppe entgegenkommt, kann ich noch nicht sagen.

Also ist diese Gruppe dann doch etwas lukrativer?

Zenkner: Von Haus aus haben wir drei Derbys, auch sind die Fahrten und Wege zu den gegnerischen Plätzen kürzer. In der Südgruppe ist die weiteste Fahrt bis nach Oberstdorf. Uns ist es schon ganz recht, dass wir in die Kreisliga-Mitte gewechselt sind.

Welche Rolle wollen Sie in der kommenden Saison spielen?

Zimmermann: Wir haben Qualität in der Mannschaft, allerdings fehlte uns in der vergangenen Saison etwas die Kontinuität. Einige Spieler sind noch verletzt, aber in der breite haben wir schon die Qualität. Nach drei fünften Plätzen haben wir den Anspruch, weiterhin vorne mitzuspielen.

Zenkner: Uns beachtet niemand. Wir sind ein Team, das ohne große Namen daherkommt, aber eine gute Rolle spielen will. Voraussetzung ist, dass wir von Verletzungen verschont bleiben. Viele Mannschaften können wir nicht richtig einschätzen. Je früher wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben, desto besser ist es. Wir werden abwarten, wo für uns die Reise hinführt.

Sie haben mit Emanuel Richter einen prominenten Neuzugang von der SpVgg Kaufbeuren bekommen. Ist er für Sie eine enorme Verstärkung?

Zenkner: Emu tut mir und besonders der Mannschaft sehr gut. Er hat als zentraler defensiver Mittelfeldspieler jede Menge Erfahrung in der Landesliga gesammelt. Seine Führungsrolle hat er schon angenommen. Er redet sehr viel auf dem Platz, zeigt ein gutes Zweikampfverhalten, ist stark im eins gegen eins und kann auch den jungen Spielern etwas beibringen. Ich bin froh, dass er sich für uns entschieden hat, da er auch andere Angebote hatte und sie für uns ausgeschlagen hat.

Zum Auftakt am Freitag kommt es gleich zum Nachbarschaftsduell zwischen dem SVO und dem SVM. Wie ist Ihre Erwartungshaltung im Vorfeld dieses ersten Derbys?

Zenkner: Wir freuen uns sehr auf dieses Spiel. Der SVO ist in der kommenden Saison ein Mitfavorit. Ich glaube aber, dass der Druck schon bei Germaringen liegt, da sie zuhause spielen. Die Messlatte für den SVO liegt deutlich höher. Hoffentlich können beide Mannschaften ein Topspiel abliefern.

Zimmermann: Hier gibt es erst einmal Brisanz pur. Wir wollten ja dieses Auftaktspiel haben, das haben wir uns gewünscht. Ich schätze, dass rund 500 Zuschauer mit dabei sein werden. Was gibt es Schöneres, als bei so einer Kulisse zu kicken? Ist doch klar, dass der SVM uns die Favoritenrolle zuschiebt. Doch jedes Spiel geht erst einmal bei null los. Von der Klasse her sind wir nicht weit voneinander weg. Ich erwarte ein Spiel auf Augenhöhe.

Der SVO geht nach dem Abstieg aus der Bezirksliga in der Saison 2014/2015 in seine mittlerweile fünfte Spielzeit in der Kreisliga. Bitzelt nicht die Rückkehr in die Bezirksliga-Süd?

Zimmermann: Bei den Zuschauern reift dieser Gedanke mehr. Doch auch bei uns ist dies immer ein Thema. Peter Wahmhoff und Patrick Gebler haben schon Bezirksliga gespielt. Dadurch, dass Stöttwang aufgestiegen ist, sitzt der Stachel schon etwas tief. Aber es pusht uns auch enorm. Für den Titel brauchen wir nicht nur Glück, sondern es muss auch alles passen.

Interview: Stefan Günter

Auch interessant

Meistgelesen

Neuformiertes Westendorfer Ringerteam startet in der Bayerischen Oberliga
Neuformiertes Westendorfer Ringerteam startet in der Bayerischen Oberliga

Kommentare