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Eishockey-Profis Tanja und Nicola Eisenschmid über ihren Lieblingssport

Die Kaufbeurer Eishockey-Profis Tanja und Nicola Eisenschmid leben ihren Lieblingssport.
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Die Kaufbeurer Eishockey-Profis Tanja und Nicola Eisenschmid leben ihren Lieblingssport.

Kaufbeuren – Drei Geschwister, eine Leidenschaft: Tanja, Nicola und Markus Eisenschmid verbindet die Liebe zum Eishockeysport. Ihre Sportlerkarriere starteten sie beim ESVK, bis dato sind die Eisenschmids äußerst erfolgreich unterwegs. Im Gespräch mit dem Kreisbote erzählen Tanja und Nicola Eisenschmid, wie es sich als Profispielerinnen lebt, was Eishockey für sie zur „geilsten Sportart der Welt“ macht und warum der Sport viel mehr Aufmerksamkeit und ein neues Image verdient hätte.

Die 27-jährige Tanja Eisenschmid ist Eishockey-Nationalspielerin und die erste Deutsche in der nordamerikanischen Profi-Liga der Frauen (NWHL). Dort hat sie für das Team der Minnesota Whitecaps gespielt. Auch an den Olympischen Spielen in Sotschi nahm sie teil. Aktuell spielt sie an der Seite ihrer Schwester Nicola für die Ingolstädter Panther. Die Schwestern würden sich wünschen, dass generell „mehr Medien über den Sport berichten“ und sich inmitten all der Fußball-Berichterstattung auch ein Platz für den Eishockey finden würde. Viele hätten ein falsches Bild vom Frauen-Eishockey – oder wüssten gar nicht erst, dass es ihn gibt.

„Wir müssen den deutschen Eishockey voranbringen“, findet auch die 24-jährige Nationalspielerin Nicola Eisenschmid. Dazu müssten auch die Mädels stärker gefördert und in Jungenmannschaften integriert werden, wie es bei den Schwestern der Fall war. Ein Umdenken müsse es auch hinsichtlich der Konditionen in der Frauen-Profiliga geben. Denn vom Eishockey allein können die Profispielerinnen nicht ihren Lebensunterhalt bestreiten. Die Eisenschmid-Schwestern sind als Sportsoldatinnen tätig, werden also von der Bundeswehr gefördert und können so in ihrem Alltag zwischen Studium und unermüdlichen Trainingseinheiten auf und abseits des Eises, von ihrem Sport leben.

Mit Vorurteilen aufräumen

Um schon von klein auf, insbesondere bei den Mädels Interesse zu wecken und Begeisterung fürs Eishockey zu entfachen, müsse man mehr Werbung für den Sport machen. Zum Beispiel durch Schnuppertage, an denen Profispielerinnen vorbeikommen und Einblicke in die Wege und Möglichkeiten im Eishockeysport geben. Auf diese Weise könnten sie mit Vorurteilen aufräumen und ein Vorbild für die Mädchen sein, „jemand, zu dem sie aufschauen können“, so Tanja Eisenschmid. Denn schließlich sei Eishockey „kein reiner Männersport“, stellt die Profispielerin klar.

„Geteiltes Leid, doppelte Freude“

Was die Schwestern so am Eishockey fasziniert? „Das Gemeinschaftsgefühl“, sagt Tanja Eisenschmid. „Und dieser Adrenalinschub, wenn ich aufs Eis steige und an der Seite der Mädels um den Sieg kämpfe.“ „Man gewinnt zusammen und verliert zusammen, ist nie alleine. Man durchlebt geteiltes Leid und doppelte Freude“, so Nicola Eisenschmid. „Der Mannschaftssport gibt einem viel zurück, prägt einen als Menschen.“ Was künftige sportliche Ziele angeht, streben die beiden zunächst an, deutscher Meister mit den Panthern zu werden. Auch die Teilnahme bei Olympia 2022 wäre ein Erlebnis, das die Schwestern gerne mit ihrer Familie teilen würden. Im Moment gelte es, angesichts des Corona-Chaos und abgesagter Spiele erfinderisch zu sein. Aber ohne Zuschauer zu spielen, sei man ja ohnehin schon gewohnt, lacht Tanja Eisenschmid.

Mahi Kola

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