Erfolgreiche Tour von André Günzel vom DAV Kaufbeuren-Neugablonz

Erstbegehung im Himalaya

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Das Ende des Westgrat in 5800 Metern Höhe.

Kaufbeuren/Nepal – Nach der Erstbesteigung des 7123 Meter hohen Kokodak Dome in China im Jahr 2014 schlossen sich drei Bergsteiger dieser Expedition zusammen um gemeinsam weitere, neue Wege an den Bergen Asiens zu eröffnen. Mit dabei war auch André Günzel vom DAV Kaufbeuren-Neugablonz. Als Ziel wurde schließlich der 6412 Meter hohe Chulu West im Annapurnagebiet in Nepal ausgewählt, an dessen West- und Südseite noch unbestiegene Wege existieren.

„Die Anreise führte von Kathmandu über schlaglochübersäte Straßen nach Besi Sahra und von dort in einem weiteren Tag mit dem Jeep auf extrem abenteuerlichen Wegen nach Pisang im Annapurnagebiet“, berichtet Günzel. Drei Tage später erreichte die Gruppe schließlich das Basislager in 4800 Meter Höhe. In den nächsten Tagen galt es den Zustieg durch den Gletscher zu erkunden und die Ausrüstung aufzuteilen sowie Vorbereitungen für ein eventuelles Hochlager am Berg zu treffen. Immer wieder stiegen die Abenteurer auf die umliegenden Berge um sich ein Bild von den Durchstiegsmöglichkeiten in der Flanke des Berges zu machen „und natürlich auch um die Akklimatisation voran zu treiben“. Letztlich wurde eine Linie am Westgart ausgemacht. Diese führt über einen sehr schmalen, ausgesetzten Grat, der immer wieder von bis zu 75 Grad steilen Firnpassagen und großen Spalten unterbrochen wird, so Günzel.

Nach fünf Tagen harter Arbeit am Berg und mehrfachen Auf- und Abstiegen erreichte die Gruppe das Ende des Westgrat in einer Höhe von 5800 Meter. „Für den Weiterweg über den dort ansetzenden Südgrat bis zum Gipfel fehlte leider die Zeit, da auch dieser technisch sehr anspruchsvoll verläuft“, bedauert Günzel. Noch am selben Tag stiegen die Bergsteiger mit der kompletten Ausrüstung bis ins Basislager ab.

Um nicht auf den Gipfel zu verzichten, versuchten die Expediteure bereits am übernächsten Tag direkt vom Basislager aus ohne Hochlager den Normalweg. „An diesen waren bisher alle Seilschaften in dieser Saison auf Grund des teilweise hüfttiefen Schnee gescheitert“, erklärt der DAV-Bergsteiger. Kontinuierlich spurte die Gruppe Meter um Meter aufwärts, bis sie schließlich nach acht Stunden den schmalen Gipfel erreichte und damit einen atemberaubenden Ausblick auf die umliegenden Berge wie die 8000er Annapurna und Dhaulagiri genießen konnte.

„Der Eintrag in die Himalaya Database als anerkannte Erstbegehung einige Tage später, war dann noch der krönende Abschluss dieser sehr erfolgreichen und komplett selbst organisierten Expedition“, freut sich Günzel.

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