Erneuter Rückschlag

Judo: Lisa Dollinger fällt nach Kreuzbandriss mindestens sechs Monate aus

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Auf solche Momente muss Lisa Dollinger vorerst verzichten. Hier ist sie im Bild mit der Weltranglistenersten, der Japanerin Chizuru Arai (bis 70 kg).

Kaufbeuren – Die Kaufbeurerin Lisa Dollinger ist vom Pech verfolgt. Beim Trainingslager im spanischen Castelldefels hat sich die 22-jährige Judoka im rechten Knie das hintere Kreuzband gerissen. Für die Nationalkaderathletin ist es erneut ein schwerer Rückschlag. Ende Juni gewann sie noch den European-Cup in Slowenien, wollte eigentlich jetzt richtig durchstarten. Jetzt ist sogar ihre Teilnahme bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio in Gefahr.

Die Wettkampfsaison 2018 ist für Lisa Dollinger gelaufen. So hart es klingt. Mindestens sechs Monate ist sie nun zum Zuschauen verbannt. Dabei lief das Trainingslager in Spanien so vielversprechend. Voll motiviert nach ihrem jüngsten internationalen Turniersieg stand Dollinger täglich auf der Tatami. In der sechsten Einheit passierte dann das Malheur. In einem Trainingskampf wurde sie von einer Engländerin zu Boden gerissen. Hier knallte sie dann auf ihr eigenes Knie. „Ich konnte anfangs nicht mehr aufstehen, musste dann von der Matte humpeln. Komisch war es schon, weil ich mein Knie nicht mehr durchstrecken konnte“, erzählt Dollinger konsterniert.

Am vergangenen Donnerstag wurde sie operiert, trägt seitdem eine Bewegungsschiene. „Ich darf mein Knie nicht beugen. Sechs Wochen lang darf ich jetzt überhaupt nichts machen, ehe ich dann mit leichten Übungen starten darf“, muss die Kaufbeurerin eine weitere bittere Hiobsbotschaft in ihrer noch jungen sportlichen Karriere in Kauf nehmen. Dollinger hatte eigentlich ganz andere Pläne: Wollte sie doch jeweils bei einem European-Cup in Saarbrücken und Minsk weitere internationale Erfahrungen sammeln, kam ihr nun eine weitere schwere Verletzung in die Quere. In der Vergangenheit sorgten bereits eine langwierige Schulter- sowie Fingerverletzung und ein Bluterguss im Knie für Zwangspausen. „Auch jetzt ist es überhaupt ein schlechter Zeitpunkt“, ist ihr das Lachen erst einmal gründlich vergangen. „Für mich geht es nun auch um die Olympia-Qualifikation. So viele Chancen bekomme ich nicht mehr“, sieht sie zwar ihre Felle noch nicht davon schwimmen, doch der Konkurrenzkampf innerhalb des DJB-Teams dürfte die Sache auch nicht leichter erscheinen lassen.

Auch ihr Vereinstrainer Dieter Zimmermann schüttelt nach dem Rückschlag nur mit dem Kopf. „Da fehlen mir die Worte. Ich habe ein langes Gespräch mit Lisa geführt. Wichtig ist nun, dass die Ursachen gesucht und gefunden werden, warum sie sich in unregelmäßigen Abständen Verletzungen zuzieht.“ Der Judochef des TV 1858 Kaufbeuren ist aber überzeugt, „dass Lisa wieder auf die Zähne beißt und zurückkommt.“

von Stefan Günter

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