Spiel wird im April wiederholt

Spiel neu angesetzt

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Eggenthal – Das Skandalspiel zwischen dem SV Ungerhausen und dem SV Eggenthal in der Fußball-Kreisliga-Mitte muss wiederholt werden. Zu diesem Ergebnis kommt das Verbandssportgericht des Bayerischen Fußball-Verbandes. Über mehrere Wochen beschäftigten sich die Sportgerichte auf Kreis- und Bezirksebene, ehe die höchste bayerische Instanz sein Urteil fällte. Doch erst jetzt nehmen die Verantwortlichen des SV Eggenthal hierzu gegenüber dem Kreisbote Stellung und machen ihrem Ärger Luft.

Hohe Wellen schlug die Partie, die am 9. Oktober 2016 in Ungerhausen ausgetragen wurde. Die Ostallgäuer führten bis zur 37. Spielminute mit 2:1, ehe die Partie in der Folge durch den Unparteiischen abgebrochen wurde. Was war passiert? Vorausgegangen war eine Freistoß­entscheidung für den Gastgeber. Doch bevor der Frei­stoß ausgeführt wurde, beging Edin Kahric eine Tätlichkeit an Eggenthals Spielertrainer Dominik Deli. Dies nahm der Schiedsrichter erst einmal nicht wahr und ließ den Freistoß ausführen. Der Schiedsrichterassistent machte sich per Fahnenzeichen beim Schiedsrichter bemerkbar. Der Ball landete im Netz, bevor der Referee das Spiel mit einem Pfiff unterbrach. Die Zuschauer am Spielfeldrand reklamierten heftig. Kahric wurde daraufhin mit der Roten Karte bestraft. In dem Schiedsrichterbericht heißt es: „Ich entschied auf Wiederholung des Freistoßes. Daraufhin kam der Spielführer auf mich zu. In einem normalen Gespräch machte er mir deutlich, dass seine Mannschaft nicht mehr gewillt ist weiterzuspielen, wenn das Tor nicht anerkannt wird. Ich fragte zweimal nach, ob er das ernst meint und er bestätigte es mir beide Male mit einem deutlichen ,Ja, wir wollen nicht mehr weiterspielen‘.“ Daraufhin brach der Schiedsrichter das Kreisligaspiel ab.

In einer Stellungnahme gegenüber dem Kreisbote sagte Markus Beggel, Kapitän und zugleich Zweiter Abteilungsleiter des SV Ungerhausen: „Allein der Schiedsrichter hat den Spielabbruch selbst verursacht. Also trägt auch nur er allein die Verantwortung“. Beggel sei selbst erstaunt gewesen, dass die Begegnung nicht mehr weitergeführt wurde. „Ich war überrascht über den abrupten Abbruch“, betont er.

Dem wirkt Christian Straßer, stellvertretender Abteilungsleiter des SV Eggenthal, vehement dagegen. „Wie hätte sich denn der Schiedsrichter verhalten sollen, nachdem Ungerhausen circa fünf bis zehn Minuten die Wiederholung des Freistoßes verweigert hat?“ Für ihn ist klar: „Das Sportgericht stellt den jungen Schiedsrichter als Schuldigen dar, wobei es klar stellte, dass der junge Unparteiische keinen Regelverstoß bei der Szene beging, die letztendlich zur Aufgabe der Ungerhausener führte“.

In der Urteilsbegründung des Verbandssportgerichts heißt es jetzt: „Der Schiedsrichter muss in einem solchen Fall darauf bestehen, dass das Spiel fortgesetzt und regulär beendet wird. Nur dann, wenn sich eine Mannschaft tatsächlich vom Rasen entfernt, kann er das Spiel abbrechen. Unter diesem Gesichtspunkt war keine weitere Ermittlung des Bezirkssport-Gerichtes notwendig. Wenn der Schiedsrichter gemeldet hätte, dass die Spieler des SV Ungerhausen das Spielfeld vor der Spielfortsetzung verlassen hätten, wäre ein Spielabbruch in Betracht gekommen“. Deshalb sei auch nach Ansicht des Bezirkssport-Gerichts der SV Ungerhausen für den Spielabbruch nicht verantwortlich zu machen und das Urteil des Kreis-Sportgerichts aufzuheben.

Eggenthals Spielertrainer Dominik Deli kann nur noch den Köpf schütteln: „Wir haben keinen Fehler gemacht und werden auch noch bestraft“, muss der SVE nun die fälligen Gerichtskosten bezahlen.

Straßer dagegen ist entsetzt über das Urteil. „Mir scheint, sowohl das Bezirks- als auch das Verbandssportgericht haben es nicht für nötig befunden, den Sachverhalt, der in sämtlichen Stellungnahmen des SV Eggenthal klar dargestellt wurde, zu analysieren.“ Er macht deutlich, dass die Urteilsbegründung in keiner Weise auf das Hauptargument der Revision des SV Eggenthal eingegangen sei. „Dies ist ein klarer Verstoß gegen die Rechts- und Verfahrensordnung!“ Straßer verdeutlicht nochmals die Sachlage: „Das Spiel wurde beim Stand von 1:2 für den SV Eggenthal abgebrochen. Ungerhausen wäre die restliche Spielzeit in Unterzahl gewesen. Nun soll es ein Wiederholungsspiel geben, bei dem beide Mannschaften vollzählig, inklusive dem Übeltäter Kahric, auflaufen dürfen? Ungerhausen ist eindeutig der Verursacher des Abbruchs und wird mit einem Wiederholungsspiel belohnt. Dies ist ein klarer Fall von Rechtsbeugung!“

Der Tabellenelfte der Kreisliga-Mitte muss nun in den sauren Apfel beißen. Am Ostermontag, 17. April, wird in Ungerhausen die Partie neu angesetzt. Doch Christian Straßer wird wohl aller Voraussicht nach nicht dabei sein. „Eggenthal wird motiviert sein bis in die Haarspitzen. Ich hoffe, dass sich die Stimmung nicht nach oben schaukelt.“ Derzeit kämpfen die Ostallgäuer um den Klassenerhalt. „Sicherlich könnte diese Partie eine wichtige Rolle spielen“, macht Straßer deutlich. „Wir gehen schon mit gemischten Gefühlen in diese Begegnung“, hofft Spielertrainer Deli diesmal auf einen erfahrenen Schiedsrichter. Auch Edin Kahric wird wieder auflaufen. Seine Strafe hat der Ungerhausener aber längst abgebrummt.

von Stefan Günter

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