Joker gewinnen erstes Saisonspiel, verlieren aber in Bietigheim

ESVK für einen Spieltag Tabellenführer

ESVK-Spieler nach dem Spiel auf dem Eis
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So nah liegen Sieg und Niederlage beisammen. Während sich die Joker noch bei ihrem Torhüter Stefan Vajs für eine starke Leistung bedanken, ziehen die Eislöwen mit hängenden Köpfen vom Eis.

Kaufbeuren – Nach dem überzeugenden 8:1-Heimsieg gegen die Eislöwen aus Dresden durfte sich der ESV Kaufbeu­ren erster Tabellenführer in der neuen Saison nennen. Doch genauso deutlich, wenn auch etwas zu hoch ausgefallen, war am Sonntag die 2:7-Niederlage bei den Bietigheim Steelers. Abgesehen von einer Handvoll Medienvertreter hätte der Saisonauftakt zweifelsohne eine gut gefüllte Erdgas-Schwaben-Arena verdient gehabt.

So blieb der Mannschaft nur die visuelle Unterstützung auf dem Videowürfel. Der Verein hatte dazu kurzfristig eine Aktion ins Leben gerufen, wo die Fans mittels eines Fotos ihre Unterstützung an das Team dokumentieren konnten. „Egal ob kleine oder große Joker-Fans, da waren ein paar richtig gute Sachen dabei“, schildert Pressechef Philippe Bader, der rund 100 Einsendungen überschlagen hatte.

Für das Spielen ohne Zuschauer hatte ESVK-Trainer Rob Pallin von seinem Team am Freitag ein pragmatisches Handeln eingefordert: „Man muss sich auf die Dinge konzentrieren, die man in der eigenen Hand hat. Das geht bereits zwei Stunden vor dem Spiel mit der Vorbereitung los“, sagte der Coach, der dabei offensichtlich die richtigen Worte an sein Team gefunden hatte. „Ich denke, wir sind defensiv gut gestanden und haben zu Beginn aus unseren Chancen auch die Tore gemacht“, sagte Verteidiger Alexander Thiel. Dabei waren die beiden Treffer von Patrick Reimer und Daniel Oppolzer zur 2:0-Führung nach dem ersten Drittel das Produkt toller Kombinationen. Nach dem 3:0 von John Lammers nach 40 Spielminuten musste auch Gäste-Trainer Rico Rossi die starke Leistung der Joker anerkennen. „Wir hatten im zweiten Drittel zwar die Chancen wieder ins Spiel zu kommen, doch Kaufbeuren war heute immer stärker und schneller als wir“, so die respektvollen Worte des Gäste-Trainers. Was dennoch auf das Tor der Joker kam, war eine sichere Beute von Torhüter Stefan Vajs, der über 60 Minuten eine konzentrierte Leistung zeigte. Einzig der knapp verpasste Shutout, bei dem der Torhüter in einem Spiel ohne Gegentreffer bleibt, war ein kleiner Schönheitsfehler, der zu verschmerzen war.

Schmerzhafter war dagegen die Personalsituation der Joker. Zu den Ausfällen von Branden Gracel, Max Lukes, Fabian Voit und Markus Schweiger, gesellten sich während der Partie gegen Dresden auch noch Max Oswald und Sami Blomqvist. Somit wurde die bereits angespannte Personaldecke noch einmal zusätzlich befeuert, denn Coach Pallin hatte zum Ende der Partie gerade noch acht einsatzfähige Stürmer zur Verfügung. Während der letztjährige Topscorer Blomqvist auch für die Partie in Bietigheim absagen musste, stand Oswald am Sonntag wieder im Aufgebot. Im letzten Drittel, das der ESVK am Freitag mit 5:1 Toren für sich entscheiden konnte, zeigte sich auch, dass alle im Team Tore erzielen können. Dabei machte der junge Philipp Krauß mit zwei Toren erneut auf sich aufmerksam und erntete auch Lob vom Trainer. „Sein Spiel spricht absolut für ihn“, sagte Pallin über sein Nachwuchstalent. Trotz der acht erzielten Tore machte der Coach jedoch in erster Linie seine gute Defensive für den klaren Erfolg verantwortlich. „Auch unser gutes und schnelles Umschaltspiel hat heute dazu beigetragen“, sah der US-Amerikaner als weiteren Grund für den Erfolg.

Chancen vergeben

Weniger gelungen war dagegen die erste Auswärtspartie dieser Saison bei den Bietigheim Steelers. Durch die Verletzungen hatte der Kaufbeurer Trainer lediglich neun Angreifer zur Verfügung. „Wir sind eigentlich im ersten Drittel gut ins Spiel gekommen, doch haben die Chancen nicht genützt“, bedauerte der Coach. Nach dem 1:0, das die Joker in Unterzahl kassiert hatten, brachten die beiden nächsten Tore im Doppelpack einen kleinen Knick ins Spiel der Joker. Joey Lewis gelang vor dem zweiten Pausentee mit einem Schlagschuss von der blauen Linie noch eine Ergebniskosmetik zum 1:3. Im Schlussdrittel war dann der Ausfall der beiden Kontingentstürmer Sami Blomqvist und Branden Gracel nicht mehr zu kompensieren, so fehlte es dem ESVK an diesem Abend nicht nur an Quantität, sondern auch an Qualität. Zwar blieb Florin Ketterer noch eine Resultatskosmetik vorbehalten, doch an der klaren 2:7-Niederlage war diesmal nichts zu rütteln.

Bereits am Freitag steht für den ESV Kaufbeuren die nächste Heimpartie auf dem Programm. Gegner ist dann um 19.30 Uhr der EV Landshut, der mit zwei Siegen in die neue Saison gestartet ist. Am Sonntag müssen die Joker bei den Heilbronner Falken antreten.

von Thomas Schreiber

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