Geteilte Freude

ESVK-Geschäftsführer Kreitl im Kreisbote-Interview

Michael Kreitl, Geschäftsführer des ESVK
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Sportlich hat Michael Kreitl seine Hausaufgaben erledigt, doch durch die anhaltende Corona-Pandemie blickt der Geschäftsführer des ESVK wirtschaftlich in eine ungewisse Zukunft.

Kaufbeuren – Am vergangenen Freitag hat für den ESV Kaufbeuren und deren Fans mit dem Heimspiel gegen den EV Füssen wieder die neue Eiszeit begonnen (siehe eigenen Artikel). Eine Saison die wohl durch die Corona-Pandemie von vielen Verordnungen und Hygienebestimmungen geprägt sein wird. Über die ersten Einschätzungen hat sich der Kreisbote mit ESVK-Geschäftsführer Michael Kreitl unterhalten.

Fast acht Monate sind seit dem letzten Spiel gegen Bietigheim vergangen. Was für ein Gefühl kommt bei Ihnen auf, nach so langer Zeit wieder Eishockey live im Stadion erleben zu können?

Michael Kreitl: Es ist natürlich eine schöne Sache dass wir wieder starten dürfen. Die letzten Wochen waren mit sehr viel Arbeit verbunden, da es doch fast täglich neue Bestimmungen in Verbindung mit den Hygieneauflagen gab. Es bleiben jedoch noch weiter viele Unwägbarkeiten, deshalb ist die Freude auch etwas geteilt weil man nicht genau weiß, wie es weiter gehen wird.

Die örtlichen Behörden haben zunächst 1.000 Zuschauer für die Erdgas-Schwaben-Arena zugelassen. Wie sind die Fans nach Ihrer Wahrnehmung mit den Corona-Vorschriften im Stadion umgegangen?

Michael Kreitl: Wir hatten heute knapp 900 Fans im Stadion und ich hatte dabei ein gutes Gefühl. Für das nächste Spiel müssen wir wieder einen neuen Antrag stellen, das geht nur noch von Spiel zu Spiel.

Sind Sie enttäuscht dass trotz der langen Zeit ohne Eishockey keine 1000 Zuschauer gekommen sind?

Michael Kreitl: Man sieht auch ein Abtasten bei den Fans, aber das haben wir in anderen Stadien ebenfalls so festgestellt. Wir haben auch noch keine Dauerkarten anbieten können und so musste jeder Tickets vorab online erwerben. Daher sind wir mit dieser Zahl durchaus zufrieden.

Kann der ESVK dauerhaft mit maximal 1.000 Zuschauern überleben?

Michael Kreitl: Wenn wir keine staatlichen Hilfen oder Unterstützungen bekommen, werden 1.000 Zuschauer sicher nicht reichen, da brauchen wir uns nichts vormachen. Wir werden auf jeden Fall alle Anträge ausschöpfen und müssen abwarten was kommt.

Der Ticketverkauf wird vorerst weiter nur online möglich sein und die letztjährigen Dauerkartenbesitzer haben dabei noch ein Vorverkaufsrecht. Befürchten Sie dass langjährige Besucher ohne Saisonkarte dabei auf der Strecke bleiben und deren Begeisterung für das Eishockey schwindet?

Michael Kreitl: Auch für das heutige Spiel haben längst nicht alle Dauerkarten-Inhaber von ihrem Vorverkaufsrecht Gebrauch gemacht, so dass auch bei der aktuellen Kapazität immer noch Karten für den Restverkauf bleiben.

Mit der Verpflichtung von Patrick Reimer ist dem ESVK noch ein echter Transferhammer geglückt. Wie kam es dazu, zumal der Kader voll besetzt schien?

Michael Kreitl: Unser Budget betrifft das auch nicht. Patrick ist auf uns zugekommen und wollte ganz einfach bei uns spielen. Sein Vertrag ist in Nürnberg zurzeit unterbrochen und er würde dabei auch auf vieles verzichten. Er hatte einfach Luft noch einmal zwei Monate bei seinem Heimatverein zu spielen. Durch externe Gegebenheiten konnten wir seine Verpflichtung dann realisieren.

Sollte die Saison in der DEL komplett abgesagt werden, können die Fans dann auf einen weiteren Verbleib von Patrick Reimer hoffen?

Michael Kreitl: Das ist eher unrealistisch. Es ist ganz klar vereinbart dass er zum 01. Dezember dieses Jahres wieder nach Nürnberg zurückkehren wird. Es wäre katastrophal für das Deutsche Eishockey wenn die DEL ein Jahr nicht spielen würde, auch für die Nationalmannschaft.

tsc

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