Mit einem blauen Auge

ESVK-Geschäftsführer Kreitl zu
wirtschaftlichen Zwängen der abgelaufenen Saison

Geschäftsführer Michael Kreitl ESVK
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Geschäftsführer Michael Kreitl steht beim ESVK für wirtschaftliche Vernunft.

Kaufbeuren – Durch die Corona-Pandemie und das Spielen ohne Zuschauer war die Saison 2020/21 für den ESV Kauf­beuren ein schmaler Grat zwischen sportlichen Ambitionen und wirtschaftlicher Vernunft. Geschäftsführer Michael Kreitl sprach mit dem Kreisbote über die wirtschaftlichen Zwänge und wie man die Saison mit einem blauen Auge überstehen konnte.

Wie fällt die finanzielle Saisonbilanz aus?

Kreitl: Ohne die staatliche Hilfe von rund 800.000 Euro hätten wir die Saison nicht überlebt. Aber auch die Stadt Kaufbeuren und das Kommunalunternehmen sind uns bei der Miete entgegengekommen, da die Eisfläche vom Nachwuchs nicht genutzt werden durfte und somit nur für den Profi-Spielbetrieb zur Verfügung stand. Auch die Berufsgenossenschaft pocht auf ihre Abgaben, daher bin ich auch kein Freund von Stundungen, da uns diese Beträge irgendwann einmal einholen. Es gibt nun noch weitere kleinere Fördermöglichkeiten, die wir aktuell prüfen und selbstverständlich im Sinne des Vereins ausschöpfen werden. Zusammenfassend sind wir mit einem blauen Auge davongekommen.

Inwieweit konnten die gesteigerten Einnahmen bei Sprade TV etwas abfedern?

Kreitl: Wir hatten im Schnitt circa 400 Buchungen mehr als in der Vorsaison. Natürlich tut uns jeder Zuschauer zu Hause gut, doch ist dies nur ein kleiner Teil vom Gesamtbudget und kann die Fans im Stadion nicht ersetzen.

Welchen finanziellen Anteil haben die Zuschauer beim ESVK?

Kreitl: Wir sprechen hier von rund 45 Prozent vom Etat, das ist bei uns schon sehr hoch. Aber es geht nicht allein um die Eintrittsgelder, sondern da hängen auch das fehlende Catering und auch der Fan-Artikelverkauf im Stadion mit dran.

Haben die Sponsoren dem ESVK trotzdem die Treue gehalten?

Kreitl: Zum großen Teil schon, da wir versucht haben, für jeden eine individuelle Lösung zu finden. Trotzdem vielen Dank an alle Sponsoren, dass sie dem ESVK zum Teil ohne Gegenleistung nicht im Stich gelassen haben. Dennoch wird es schon in naher Zukunft viele spannende Gespräche geben, wie die weitere gemeinsame Zusammenarbeit künftig aussehen wird. Auf der einen Seite brauchen wir die Zusagen für die anstehende Lizensierung zur neuen Saison, auf der anderen Seite kann aktuell niemand vorhersagen, ob und mit wie vielen Zuschauern in der nächsten Saison geplant werden kann.

Gibt es schon Aktivitäten, um die Sponsoren bei Laune zu halten?

Kreitl: Wir hatten ja vor der letzten Saison schon Maßnahmen wie zum Beispiel die Bierprobe angeschoben, doch wir können ja aufgrund der aktuellen Lage selbst diese Aktionen nicht einmal einlösen. Aber selbstverständlich machen wir uns darüber ständig Gedanken.

Inwiefern kann die neue Saison überhaupt seriös geplant werden?

Kreitl: Es ist momentan wie ein Fischen im Dunkeln zwischen Hoffen und Bangen, da wir keine konkreten Aussagen von der Regierung bekommen. Aber es muss irgendwie weiter gehen, deshalb wird die wirtschaftliche Vernunft ganz klar im Mittelpunkt stehen.

Thomas Schreiber

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