Ende einer emotionalen Serie

ESVK scheitert im Playoff-Viertelfinale am EHC Freiburg

ESV Kaufbeuren Playoff-Aus gegen EHC Freiburg
+
Nach dem Playoff-Aus gegen Freiburg ist für den ESVK die Saison zu Ende.

Kaufbeuren – Siegen oder Fliegen heißt das Motto am Ende einer Playoff-Serie, deshalb ist diese Form stets mit einer besonderen Spannung behaftet. An Spannung hat es auch im Viertelfinale zwischen dem ESV Kaufbeuren und dem EHC Freiburg nicht gefehlt, denn der Einzug ins Halbfinale wurde erst in der alles entscheidenden fünften Partie zu Gunsten der Breisgauer entschieden. Mit 4:1 besiegten die Freiburger Wölfe den ESVK und sicherte sich somit das Ticket für das Halbfinale. 

Auch wenn Freiburg nach der abgebrochenen Hauptrunde um drei Plätze besser platziert war, so gingen die Mannschaft des ESVK und auch die Anhänger mit einem guten Gefühl in die Serie. Auffallend war aus Kaufbeurer Sicht, dass man sich in den ersten vier Partien jeweils mit einem frühen Gegentor überrumpeln ließ. „Das war sicher nicht so geplant“, sagte Trainer Rob Pallin bereits während der Serie.

In Spiel zwei und drei zeigte der ESVK dann jedoch die stärkste Leistung. Nach dem 6:3-Heimsieg und dem darauffolgenden 5:2-Erfolg in Freiburg holten sich die Joker das berühmte Momentum auf ihre Seite. Auffallend war dabei die gesteigerte Aggressivität in den Zweikämpfen, aber auch dass die Checks an der Bande zu Ende gefahren wurden. Dass es bei den Fouls von Fabian Koziol und Scott Allen auch einmal über das erlaubte Maß hinaus ging, war der zusätzlichen angespannten Playoff-Spannung sicher mit geschuldet.

Schwächste Leistung gezeigt

Mit einer 2:1-Führung in der Serie war für die Joker im folgenden Heimspiel bereits das Halbfinale zum Greifen nah. Doch ausgerechnet in dieser Partie zeigten die Kaufbeurer ihre schwächste Leistung. „Ich glaube, wir wollten in diesem Spiel zu viel und jeder hatte zu viele Ideen im Kopf“, sagte Stürmer Max Lukes, der im Anschluss von einem gebrauchten Tag sprach. Keinen unwesentlichen Anteil hatten die Umstellungen von Wölfe-Coach Peter Russell. Er beorderte ab diesem Spiel seinen zweiten Torhüter Enrico Salvarani zwischen die Pfosten, der in den beiden folgenden Spielen lediglich noch zwei Gegentore zuließ. „Wir haben im Spiel vier einige taktische Dinge geändert und zudem viele Schüsse geblockt. Die Mannschaft hat dabei großartiges geleistet“, beschrieb der Gästetrainer die Maßnahmen. „Es stimmt, Freiburg hat sehr variabel gespielt und wir haben darauf nicht immer die Lösungen gefunden“, so die Zustimmung von Max Lukes.

Enttäuscht über den vergebenen Matchball waren natürlich auch die Fans zu Hause an den Bildschirmen, die mit viel Erwartungen die Sprade TV-Übertragung gebucht hatten. „Wir hatten zu diesem Spiel über 800 Buchungen mehr als im normalen Saisonschnitt“, berichtete Pressesprecher Phil Bader. Nach der recht emotionslosen 1:3-Heimniederlage und dem Ausgleich in der Serie waren auch die Kommentare in den sozialen Netzwerken der Leistung angemessen. Irgendwie hatte man das Gefühl, die Joker hatten ihr Adrenalin in den Spielen zuvor bereits aufgebraucht.

„Mir war klar, dass diese Serie erst im fünften Spiel entschieden wird“, sagte Rob Pallin und sah die Chancen im letzten Spiel bei 50:50. Zwar gab es im finalen Spiel in Freiburg nach 60 spannenden Minuten für den ESVK sogar ein knappes Plus an Torschüssen, doch die größere Effizienz legten die Wölfe an den Tag und gewannen am Ende nicht nur mit 4:1, sondern auch die gesamte Serie. „Wenn man alle Spiele im gesamten betrachtet, muss man ehrlich sein, dass Freiburg einen Tick besser war“, sagte Max Lukes als fairer Verlierer.

Während die Saison auf dem Eis nun beendet ist, darf man gespannt sein, welche Personalentscheidungen der Verein in der nächsten Zeit verkünden wird.

Thomas Schreiber

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kaufbeurer Boxerin Slobodyanikov bei Trainingslehrgang
Kaufbeurer Boxerin Slobodyanikov bei Trainingslehrgang
Alexander Thiel verteidigt weiter für die Joker
Alexander Thiel verteidigt weiter für die Joker

Kommentare