Spannender Eishockey-Trip nach Kanada

ESVK-Stürmer Markus Schweiger berichtet über die U20 WM, seine Corona-Quarantäne und den Einzug ins Viertelfinale

Markus Schweiger ESV Kaufbeuren
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Nach seinem Kanada-Trip bei der U20 Weltmeisterschaft trainiert Markus Schweiger wieder im heimischen Stadion.

Kaufbeuren/Edmonton – Nach einem anstrengenden Rückflug und dem überstandenen Jetlag hat bei ESVK-Stürmer Markus Schweiger zwar nun wieder der Alltag Einzug gehalten, doch die Erinnerungen an die Eishockey-Weltmeisterschaft in Kanada sind bei dem 18-Jährigen noch immer sehr präsent.

Insgeheim hatte der junge Stürmer auf eine Nominierung von Bundestrainer Tobias Abstreiter gehofft, doch als dann tatsächlich das Einladungsschreiben vom Deutschen Eishockeybund bekam, war er positiv überrascht. „Wir hatten uns bereits eine Woche vor dem Abflug noch in Füssen zu einem kurzen Trainingslager getroffen, doch schon damals hing über allem das Coronavirus. Wer in dieser Zeit positiv getestet wurde, für den war die WM bereits vor dem Abflug beendet“, berichtet Schweiger über die strengen Verhaltensregeln. Obwohl bei der Abreise alle Tests negativ ausgefallen waren, schaffte es das Virus doch irgendwie in den Flieger nach Edmonton. „Das war für mich natürlich ein Schock, als ich die Nachricht von unserem Team-Arzt bekam, dass ich nach der Ankunft hier positiv getestet worden bin“, erzählt der Spieler, für den ab sofort eine insgesamt 16-tägige Quarantäne in seinem Hotelzimmer begann.

Corona-Infektion

Eigentlich hatte sich Schweiger auf den sportlichen Vergleich mit den weltbesten Nachwuchsspielern so sehr gefreut, doch bis zu seinem ersten Einsatz im vierten Spiel beim Sieg gegen die Schweiz, blieben für ihn nur die Bilder im Hotelfernsehen als Trost. „Wir positiv getesteten Spieler bekamen in der Quarantäne ein leichtes Programm mit Stretching und Yoga, doch viel mehr durften wir auch nicht machen. Mich hat es zum Glück bis auf eine verschnupfte Nase und ein bisschen Husten nicht schlimmer erwischt“, erzählt Schweiger über die Zeit auf dem Hotelzimmer.

Das Hotel, in dem alle Teams beherbergt waren, hatte einen direkten Zugang zum Rogers Place, der Heimat der Edmonton Oilers. „Die Arena mit gut 18.000 Plätzen war schon beeindruckend und überall im Stadion wird an den großen Wayne Gretzky erinnert. Aber auch Bilder von den aktuellen Stars wie Leon Draisaitl oder Connor McDavid sind überall präsent“, schildert der Kaufbeurer Nachwuchsspieler, der in Peiting das Eishockey ABC erlernt hat, seine Erlebnisse.

Kollektive Enttäuschung

Ein großer Dämpfer für die Deutsche Mannschaft war natürlich die 2:16-Schlappe gegen Gastgeber Kanada, bei dem das Team wie auch schon zuvor gegen Finnland, aus bekannten Gründen nur mit einem Rumpfkader antreten konnte. Doch mit den Siegen gegen die Slowakei und gegen die Schweiz hatte sich der Deutsche Nachwuchs überraschend für das Viertelfinale gegen Russland qualifiziert. Für die knappe 1:2-Niederlage gegen den großen Favoriten gab es zwar von allen Seiten lob für die Truppe von Tobias Abstreiter, doch berichtet der Spieler auch von einer kollektiven Enttäuschung im Team. „Das war sehr eng, mit etwas Glück hätten wir es schaffen können“, berichtet Schweiger, der dennoch auf das erreichte Stolz sein kann, denn erstmals zog eine Deutsche U20-Nationalmannschaft bei einer Weltmeisterschaft ins Viertelfinale ein.

Trotz seiner Corona-Erkrankung, die inzwischen wieder vollständig abgeheilt ist, konnte der junge Angreifer für sich schon einige sportliche Erfahrungen sammeln. „Wenn man diese körperlich starken Spieler sieht, dann muss ich in diesem Bereich schon noch etwas zulegen. Aber wichtig ist für mich, den Kopf bei meiner Größe immer oben zu haben“, sagt Schweiger, der das Tempo bei diesem Turnier noch höher als in der DEL 2 beziffert.

Nun freut er sich erst einmal auf die Rückkehr zum ESV Kaufbeuren, den er in den vergangenen Wochen nie aus den Augen verloren hat. „Ich habe mir natürlich die Spiele, wenn es ging auch über Sprade TV, angesehen und stand mit den Jungs im Kontakt“, erzählt der junge Stürmer, der sich nun in der Mannschaft wieder für einen Stammplatz etablieren möchte.

Thomas Schreiber

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