Zum Trost eine Packung Kekse

ESVK verliert trotz engagierter Leistung in Ravensburg mit 5:7

Fabian Voit ESVK
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Neuzugang Fabian Voit feierte in Ravensburg nach überstandener Krankheit seine DEL 2-Premiere für den ESV Kaufbeuren.

Kaufbeuren – Keine Punkte, aber dafür eine große Packung Kekse vom Sponsor. Das war die einzige Ausbeute, die ESVK-Stürmer John Lammers mit auf den Heimweg nehmen durfte, denn der kanadische Stürmer wurde auf Seiten der Joker durch seine beiden Tore sowie zwei weiteren Vorlagen zum Spieler des Abends beim ESV Kaufbeuren gewählt. In Spiel eins nach der Corona-Pause mussten die Joker ausgerechnet beim Tabellenführer in Ravensburg antreten.

Obwohl die Joker mit sechs Verteidigern und vier Angriffsreihen starten konnten, war die Ausfallliste nach wie vor lang. Die Stürmer Sami Blomqvist, Max Lukes, Daniel Oppolzer, sowie die Verteidiger Denis Pfaffengut, Jan Bednar und Tobias Echtler standen allesamt nicht zur Verfügung. Trotz der klaren Außenseiterrolle zeigten die Kaufbeurer in diesem Derby nach 21 Tagen Wettkampfpause beim 7:5 eine ansprechende Leistung und hätten sogar mit etwas Glück einen Punkt verdient gehabt. „Wir hatten 14 Spieler im Team, die an Corona erkrankt waren, einige davon sogar mit schlimmeren Symptomen. Vor dieser Partie hatten wir lediglich zwei Trainingseinheiten“, beschrieb Trainer Rob Pallin die Situation in seiner Mannschaft.

Entsprechend holprig war der Start der Joker. Jan Dalgic im Tor der Joker, der den Vorzug vor Stefan Vajs bekam, konnte sich bereits in den Anfangsminuten mehrfach auszeichnen. Doch zwei Tore von DEL 2-Top­scorer Andreas Driendl konnte auch er im ersten Drittel nicht verhindern. „Jan hat uns in dieser Phase absolut im Spiel gehalten“, sagte Stürmer Tobias Wörle beim DEL 2-Pauseninterview. Besonders heikel war dabei die fünfminütige Unterzahl für den ESVK, als Joey Lewis nach einem Bandencheck mit Verletzungsfolge vorzeitig unter die Dusche geschickt wurde. Dank einem Überzahltor von Branden Gracel gingen die Joker lediglich mit einem knappen 1:2-Rückstand in die erste Pause.

Als die Towerstars auf 3:1 erhöhten, sahen nicht wenige darin schon eine kleine Vorentscheidung. Doch weit gefehlt. Während es die Oberschwaben versäumten, vorzeitig den Sack zuzumachen, kehrte der ESVK mit einem starken Mitteldrittel wieder ins Spiel zurück. John Lammers mit einem Handgelenkschuss aus dem Nichts heraus, sowie Tyler Spurgeon machten mit zwei Toren wieder Mut für den letzten Abschnitt.

Doch genau das finale Drittel begannen die Joker mit einem klassischen Fehlstart. Keine drei Minuten waren gespielt, da schraubten die Towerstars das Ergebnis mit zwei schnellen Toren auf 5:3 zu ihren Gunsten. Dabei bekam auch die Körpersprache der Kaufbeurer Spieler einen Dämpfer. Doch innerhalb von nur 70 Sekunden sorgte der ESVK durch Tore von John Lammers und Philipp Krauß erneut für den Gleichstand zum 5:5. „Das war schon beeindruckend wie die Jungs nach dem 3:1 und 5:3 wieder ins Spiel zurückgekommen sind“, lobte Coach Pallin die Moral seiner Mannschaft.

Dass sein Team nach 60 Minuten dennoch mit leeren Händen die Heimreise antreten musste, war weniger seiner dezimierten Mannschaft anzukreiden, als einfach der individuellen Klasse des Gegners. „Wir haben die Gegentore im letzten Drittel leider zu einfach kassiert, doch insgesamt haben wir Ravensburg an diesem Abend einen tollen Fight geliefert. Man darf nicht vergessen, dass wir heute mit sechs U20-Spielern angetreten sind, die alle einen guten Job gemacht haben“, bilanzierte Co-Trainer Sebastian Osterloh aus seiner Sicht. Dagegen trauerte sein Chef einem möglichen Punktgewinn etwas hinterher. „Wenn man Auswärts fünf Tore erzielt, hätte man durchaus etwas verdient gehabt“, philosophierte Pallin, dem dennoch für die nächsten Aufgaben nicht bange ist.

Die für vergangenen Sonntag angesetzte Heimpartie gegen die Kassel Huskies wurde wegen eines Corona-Verdachtsfall bei den Gästen noch am Freitag abgesagt. Somit fand die nächste Partie für den ESVK am gestrigen Dienstag beim EHC Freiburg statt (nach Redaktionsschluss) – eventuell mit dem einen oder anderen Spieler, der wieder grünes Licht für einen Einsatz gab.

von Thomas Schreiber

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