Ein wichtiger Sieg für die Moral

ESVK besiegt Crimmitschau trotz kurioser Gegentore mit 3:2

ESVK-Torwart Jan Dalgic
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ESVK-Torwart Jan Dalgic zeigte gegen Crimmitschau eine starke Leistung, jedoch war auch er beim 1:2 durch einen Alleingang von Mathieu Lemay machtlos.

Kaufbeuren – Der Heimsieg des ESV Kaufbeuren gegen die Eis­piraten aus Crimmitschau war zwar über weite Strecken keine sportliche Feinkost, doch eine deutliche Reaktion auf die schwache Vorstellung gegen Bayreuth. „Wir haben diesmal viel verantwortungsvoller in allen Bereichen gespielt“, sagte Trainer Rob Pallin. Unter dem Strich waren es nicht nur die ersten drei Punkte nach der Corona-Zwangspause, sondern ein wichtiger Sieg für das Selbstvertrauen der gesamten Mannschaft.

Schon in den ersten Aktionen wurde deutlich, dass die Joker diesmal konzentrierter und mit mehr Absicherung agierten. So gab es insgesamt auch weniger Schüsse auf das Tor von Jan Dalgic. Vor allem das Miteinander war zu spüren, denn für nahezu jede gelungene Aktion gab es Zuspruch von der Spielerbank. Auch Trainer Pallin wirkte gesprächiger als zuvor. Mit dem 1:0 von Tyler Spurgeon, der einen Traumpass von John Lammers aus kurzer Entfernung versenkte, lockerte sich die Anspannung. Bei den wenigen Torchancen für die Gäste war der starke Dalgic stets auf dem Posten. Als von Crimmitschau im zweiten Drittel kurz hintereinander zwei Spieler auf die Strafbank geschickt wurden, winkte dem ESVK für 79 Sekunden eine doppelte Überzahl. Was dort aber geschah, gehört in die Kategorie „Unglaublich“. Ein Tor in Unterzahl zu erzielen kommt im Eishockey hin und wieder vor und wird in der Fachsprache als Shorthander bezeichnet. Einen Treffer bei drei gegen fünf zu erzielen, hat dagegen schon Seltenheitswert. Genau dieses Kunststück gelang Gäste-Stürmer Scott Timmins unter Mithilfe des ESVK beim 1:1-Ausgleich. Beim nächsten Power-Play für die Joker erzielte Mathieu Lemay erneut ein Tor in Unterzahl zum 1:2 für Crimmitschau. „Das hat uns natürlich hart getroffen, denn wir hatten bis auf diese dummen Tore insgesamt ein gutes Spiel gemacht“, sagte ESVK-Stürmer Daniel Oppolzer, dem das Kunststück eines Tores in Unterzahl auch noch gelingen sollte. Zunächst aber brachte Lammers sein Team mit dem 2:2-Ausgleich wieder ins Spiel zurück.

Doch im letzten Drittel hätten sich die Kaufbeurer durch eine Reihe überflüssiger Strafen beinahe wieder um die Früchte ihrer Arbeit gebracht. Tobias Echtler, Max Lukes und Denis Pfaffengut wanderten in Serie auf die Strafbank. Ein starker Dalgic und ein Team mit viel Leidenschaft verteidigten einen weiteren Gegentreffer für die Gäste. Vor allem der junge Leon van der Linde bekam ein Extralob von seinem Trainer. „Ich kann unseren 17-jährigen Verteidiger gar nicht hoch genug loben. Er hat sehr stark in Unterzahl gespielt, vor dem Tor gut aufgeräumt und auch starke Zweikämpfe an der Bande gehabt. Dazu spielt er mit viel Herz“, so Pallin. Dass ausgerechnet Oppolzer bei eigener Unterzahl den 3:2-Siegtreffer erzielte, passt in die Kuriosität dieser Partie. „Da war ich schon ziemlich erleichtert, denn bei dem zweiten Gegentor für uns war ich ja auch mit beteiligt“, sagt der Routinier, der nun hofft, dass sein Team viel positives in die nächsten Spiele mitnimmt. Lob gab es anschließend auch vom Gegner: „Kaufbeuren hatte heute einen guten Torhüter. Mit ihrem schnellen Spiel haben wir unsere Probleme gehabt“, sagt Gäste-Coach Mario Richer.

Nach der Auswärtspartie am Freitag in Dresden folgt am Sonntag um 18 Uhr das Heimspiel gegen die Kassel Huskies. Beide Spiele können wie immer über Sprade TV empfangen werden.

von Thomas Schreiber

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