"Es waren harte Wochen"

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ESVK-Trainer Toni Krinner gibt die Richtung an: In der neuen Saison „muss frisches Blut rein”.

Kaufbeuren – Knapp eine Woche ist es schon her, dass der ESV Kaufbeuren das finale Play-Down-Spiel gegen die Heilbronner Falken gewann. Mit dem vierten Sieg sicherten sich die Joker dadurch den Klassenerhalt (wir berichteten). Wie schon im Vorjahr ist der ESVK in der DEL2 mit einem blauen Auge davon gekommen. Als Retter fungierte diesmal Coach Toni Krinner. Der 48-Jährige übernahm die Mannschaft im Februar, nachdem Mike Muller von seinen Aufgaben entbunden worden war.

Sein Ziel bei seinem Amtsantritt war die Stabilisierung der Mannschaft. Mit seiner Erfahrung von 16 Jahren als Eishockeytrainer hat er es geschafft, dass das Team auch in der kommenden Spielzeit in der zweithöchsten Liga Deutschlands spielen wird. Der Kreisbote zog ein Fazit mit Toni Krinner. 

Wie haben Sie den Kampf um den Klassenerhalt empfunden? 

Krinner: Sicherlich waren es harte Wochen und für mich die schwierigste Aufgabe überhaupt. Das Team war am Tiefpunkt, aber wir haben es gemeinsam geschafft. 

Würden Sie sich als Feuerwehrmann bezeichnen? 

Krinner: Ich möchte mich nicht beweihräuchern. Jeder ist total erleichtert, auch ich. Da spielen viele Faktoren eine Rolle: Der Nachwuchs und das gesamte Umfeld im Verein profitieren weiterhin vom Verbleib in der DEL2. 

Was wäre bei einem Abstieg gewesen? 

Krinner: Nicht auszurechnen. Die Mannschaft hat es hinbekommen, allein das zählt. 

Sie wollen aufräumen, was bedeutet das konkret? 

Krinner: Es muss frisches Blut rein. Die vergangenen Jahren hat das Team nur jeweils um den Abstieg gespielt. Wir brauchen Spieler, die sich nicht mit Niederlagen so einfach abfinden, die sich dagegen stemmen. Wir müssen bei der Verpflichtung auch auf den Charakter eines jeden einzelnen achten. Es gibt gute Jungs im Team, die wir versuchen werden zu behalten. Allerdings müssen wir uns punktuell auf einigen Positionen verbessern. 

Die Torwartfrage bleibt aber außen vor? 

Krinner: Das steht überhaupt nicht zur Disposition. Wir werden ein oder zwei neue Verteidiger brauchen. Im Sturm müssen wir einiges verändern. Wir wollen hier nicht in Schönheit sterben. Ziel muss es sein, kaltschnäuziger und präsenter zu sein, mit dem Zug zum Tor. 

Ist denn die Vertragsunterzeichnung nur noch Formsache? 

Krinner: Das kann man so sehen. In Kürze werden wir es klar machen.

Sie wären dann der letzte Coach im altehrwürdigen Eisstadion, das nächstes Jahr abgerissen wird. 

Krinner: Ich hoffe, dass ich dieses Ende erlebe, aber ich bin optimistisch. Wir müssen versuchen, eine gute Saison zu spielen. Das ist doch das Ziel: Die Leute, die Fans zufrieden zu stellen, eine Begeisterung zu entfachen. Im Übrigen habe ich mich die letzten Tage überhaupt nicht mit dem aktuellen Stadion befasst.

Das Interview führte Stefan Günter

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