Trotzdem spielten Joker eine super Saison und spannende Playoffs

ESVK scheitert am SC Riessersee

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Der ESVK scheiterte trotz toller Leistung im Halbfinale nach sechs Spielen am SC Riessersee.

Kaufbeuren – Sechs Partien benötigte das Halbfinale zwischen dem ESVK und Riessersee. Dann erst setzte sich der Tabellenerste der Hauptrunde aus Garmisch mit 4:2 Siegen durch und trifft im Finale auf die Bietigheim Steelers. Sportlicher Absteiger aus der DEL2 sind die Bayreuth Tigers, die die Serie gegen Bad Tölz verloren haben.

Joker haben Pech

Am Freitag scheiterten die Joker in Garmisch-Partenkirchen erst nach Verlängerung mit 3:2 Toren und am Sonntag gab es nach einem hochspannenden Match gegen den SCR nach überlegen geführter Partie eine 1:3-Heimniederlage im Schlussdrittel.

Dreimal hatten die Kaufbeurer Joker in der Viertelfinalserie gegen den EC Bad Nauheim in der Verlängerung gewonnen. Am Freitag lag das Glück auf der anderen Seite und der SC Riessersee konnte dank des Siegtreffers in der 69. Minute den Sieg sicherstellen. Vor circa 1300 Fans des ESVK unter den insgesamt 4058 Zuschauern im Garmischer Olympia Eissportzentrum war auch das fünfte Aufeinandertreffen der beiden bayerischen Traditionsklubs spannend bis zum Ende.

Schon nach 93 Sekunden entwischte SCR-Stürmer Mattias Beck der Kaufbeurer Abwehr und traf sicher zum 1:0. Doch in der Folge kamen die Kaufbeurer immer besser ins Spiel und zweimal konnte der Garmischer Torhüter Andrew Hare bravourös gegen Laaksonen und Schmidle parieren. Der Kanadier Hare, der wie schon beim Spiel zwei Tage zuvor in Kaufbeuren die vierte Ausländerstelle der Garmischer belegte und dafür Stürmer Louke Oakley draußen bleiben musste, wurde im Januar von den Werdenfelser nachverpflichtet.

Mitte des zweiten Drittels dann die große Chance für die Joker, mittels Überzahl von Fünf gegen Drei den Ausgleich zu erzielen. Doch diese Gelegenheit ließen die Joker ungenutzt.

Sieg greifbar nahe

Im letzten Drittel hatte der ESVK einige Unterzahlsituationen der kleinlich pfeifenden Hauptschiedsrichter Hoppe und Hurtik aus Bad Nauheim zu überstehen. Doch kaum wieder komplett traf Joona Karevaara (auf Wolter und de Paly) zur erstmaligen Führung der Joker. In der Folge hatte der ESVK wieder einige Unterzahlsituationen zu überstehen, aber Torhüter Stefan Vajs ließ sich nicht überwinden. Kaum wieder vollzählig wurde Max Schmidle bei einem vielversprechenden Konter regelwidrig gebremst, ohne dass es dafür eine Strafe gegen Riessersee gegeben hatte. Nach wieder langen vier Minuten in Unterzahl, gelang es Mattias Beck zum zweiten Mal an diesem Abend Stefan Vajs im Kaufbeurer Tor zu überwinden und 40 Sekunden vor dem Schlusspfiff doch noch den Ausgleich zum 2:2 zu erzielen. In der nachfolgenden Verlängerung gelang dem Garmischer Gomez nach neun Minuten die Scheibe im Nachschuss aus der Luft zum 3:2 Siegtreffer einzuheben. Die HSR nahmen wegen eventuell zu hohen Stocks des Torschützen sicherheitshalber den Videobeweis zur Hilfe, gaben dann den korrekten Treffer. Strafzeiten gegen den SCR: acht Minuten und gegen den ESVK 34 Minuten.

Der sichtlich angefressene ESVK-Coach Andreas Brockmann nach der Partie: „Wir haben zwar dieses Spiel verloren, ich muss der Mannschaft aber ein riesen Kompliment machen. Vor allem das Unterzahlspiel, das wir zwangsweise genügend praktizieren durften, war sehr gut. Wir haben halt in der Overtime verloren, das kann passieren und wir sind im Heimspiel auf jeden Fall wieder bereit!“

Tolles letztes Match

Zum sechsten Mal in den Playoffs war die „erdgas schwaben arena“ mit 3100 Zuschauern schon im Vorfeld lange ausverkauft. Die Kaufbeurer Joker traten diesmal wieder mit Florian Thomas an, es fehlte nur Florin Ketterer. Beim SCR spielten die Münchner Förderlizenzspieler Andreas Eder und Kevin Reich im Tor mit und so konnte der Kanadier Louke Oakley auch mit auflaufen. Der ESVK war bereit, er setzte dem Favoriten gehörig zu und nach sechs Minuten gelang in doppelter Überzahl die Führung durch Joey Lewis. Nach 27 Minuten dann doch der Ausgleich und zwölf Minuten vor Spielende dann das 1:2. Nun setzten die Joker alles daran, den Ausgleich zu erzielen. Karevaara scheiterte mit einem Alleingang und zweimal rettete der Pfosten. Das 1:3 kurz vor Ende ins leere Kaufbeurer Gehäuse besiegelte das Aus.

Trotzdem feierten die Jokerfans Trainer Brockmann und das Team für eine herausragende Saison 2017/18, in der eine riesen Euphorie auch mit der neuen Arena zu Tage trat.

ESVK-Trainer Brockmann: „Gratulation an den SCR zum Sieg der Serie und Finaleinzug. Ich kann meinen Jungs nur ein Kompliment machen. Es war eine enge und faire Serie. Manchmal gehören Kleinigkeiten dazu, wir hätten vielleicht abgeklärter vor dem Tor sein müssen. Man braucht auch Glück, es zählt aber nur das Ergebnis. Danke an die Fans für die großartige Unterstützung!“

Es ist auch noch eine Abschlussfeier des ESVK geplant. Termin folgt!

von Werner Mayr

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