Neuer Spielplan sorgt für zusätzliche Anstrengungen hinter den Kulissen

ESVK: Waschen im Akkord

ESVK_Waschen Trikots
+
Mannschaftsleiter und Betreuer Manfred Meier ist derzeit für die Mannschaft im Dauereinsatz.
  • Martina Staudinger
    VonMartina Staudinger
    schließen

Kaufbeuren – Durch die zahlreichen Spielverlegungen ist für die Spieler des ESV Kaufbeuren der zusätzliche Wochenspieltag am Dienstag längst nichts mehr Ungewöhnliches. Um nach hinten hinaus im Spielplan noch etwas Luft für weitere Verlegungen zu bekommen, hat die Liga jüngst beschlossen, die Ansetzungen noch einmal enger zu takten, sodass die Vereine nun unabhängig der Wochentage beinahe im Zwei-Tages-Rhythmus antreten müssen. Sieben Spiele in nur zwölf Tagen müssen die Joker derzeit bewältigen, doch das erhöhte Pensum trifft nicht nur die Spieler.

Während den aktiven Sportlern dabei schon jetzt ein gewisser Play-Off-Rhythmus aufgebrummt wurde, bedeutet das auch für das Funktions-Team im Stadion zusätzliche Schichten. Kaum mehr Zeit zum Durchschnaufen bleibt dabei Mannschaftsleiter Manfred Meier und seinem Betreuerteam, denn deren Dienstplan ist natürlich ganz eng mit den Spiel- und Trainingszeiten der Joker gekoppelt. „Für uns ist der Arbeitstag nach einem Spiel oder Training noch längst nicht beendet, denn dann muss ja wieder alles neu vorbereitet werden und zurzeit steht die Waschmaschine nicht mehr still“, beschreibt Meier die aktuelle Lage und ist froh, dass er dafür viel Verständnis in der eigenen Familie findet.

Aus medizinischer Sicht beäugt Mannschaftsarzt Dr. Peter Gleichsner die hohe Belastung für die Sportler sehr kritisch. „Wir sind schon über die Belastungsgrenzen hinaus und auch das Immunsystem wird dadurch immer weiter geschwächt. Wir können die Spieler natürlich durch Ernährungspläne und spezielle Getränke in ihrer Regeneration unterstützen, aber dies ersetzt einfach nicht die notwendigen Ruhephasen. Längere Auswärtsfahrten und Schlaflosigkeit tun ihr Übriges“, sagt der Internist, der durch die überhöhten Belastungen vermehrt muskuläre Verletzungen aber auch Infekte befürchtet. Natürlich werden auch die Warteschlagen bei Physiotherapeut Bodo Hamann länger.

Gut meistern lässt sich der engere Spielplan jedoch für die weiteren Helfer im Stadion. „Wir sind inzwischen über 30 Leute im Team der Ordner und müssen pro Heimspiel acht Personen stellen. Das lässt sich gut organisieren“, sagt Thomas Block, Leiter vom ESVK-Ordnungsdienst.

Für Benedict Bidell vom Medienteam stellt der geänderte Spielplan auch keine gravierenden Änderungen da. „Da wir uns ja auch mit dem vorherigen Spieltag beschäftigen, ist die Zeit etwas kürzer geworden zwischen den Spielen. Wir sind jedoch in der Regel für die Übertragungen bei Sprade TV zwei feste Teams und so bleibt schon noch genügend Zeit für eine gute Vorbereitung“, sagt der ESVK-Reporter.

Machbar, jedoch nicht immer ganz einfach, beschreibt Stadionsprecher André Veil die zusätzliche Taktung. „Bisher konnte man sich auf die Spieltage Freitag, Sonntag und Dienstag einstellen, doch nun kommen auch mal ganz neue Ansetzungen an unterschiedlichen Werktagen dazu“, sagt Veil, der zusammen mit dem Bankdienst immer acht Personen zu einem Heimspiel im Einsatz hat. Auch wenn man im einen oder anderen Fall etwas improvisieren muss, so ist doch fast jeder froh, dass er trotz Corona in den Genuss kommt, ein Spiel live im Stadion zu erleben.

von Thomas Schreiber

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

"Wir müssen an unsere Grenzen gehen"
Kaufbeuren
"Wir müssen an unsere Grenzen gehen"
"Wir müssen an unsere Grenzen gehen"

Kommentare