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Und ab heute ist auch das hinfällig: Freud und Leid der Individualsportarten im zweiten Lockdown

Tennishalle
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Tennis als Individualsport ist im zweiten Lockdown der Corona-Pandemie unter Hygieneauflagen erlaubt.

Kaufbeuren – Trotz Lockdown in der Coronakrise gibt es auch gute Nachrichten, die speziell Tennisfreunde gerne hören. Denn es darf unter Einschränkungen weiterhin gespielt werden. Darauf verweist der Bayerische Tennisverband auf seiner offiziellen Homepage. Der weiße Sport muss aber trotzdem Abstriche machen. Auch der Schwimmsport ist Individualsport, doch die Athletinnen und Athleten können nicht ins Wasser, da die Hallenbäder geschlossen sind.

Tennis darf unter großen Hürden gespielt werden. Beim SVO Germaringen ist es im Freien noch möglich, sofern es nicht regnet oder schneit. Das Training für Jugendliche und Kinder ist beim TSV Marktoberdorf ausgesetzt. „Dadurch, dass wir keine eigene Halle haben, können wir auch nichts anbieten“, sagt Tennis-Abteilungsleiter Martin Thoma und ergänzt: „Uns trifft der Lockdown jetzt nicht so sehr.“ Allerdings bedauert der Spartenchef, dass für die Kinder derzeit nichts angeboten werden könne. Im Seniorenbereich kümmert sich jede Mannschaft individuell um ihre Trainingshalle. So werden Abonnements in den Ostallgäuer Trainingshallen gebucht, auch im Topfit-Club in Kaufbeuren.

Geschäftsführerin Birgit Kesseler darf neben dem angeordneten Rehasport auch Tennis anbieten. Mehr nicht. Auf den vier Hallenplätzen werden vorwiegend Einzel gespielt. Die Auflagen sind hoch. Mund-Nasen-Bedeckung ist bis zum Platz Pflicht. Duschen ist nicht gestattet. „Wer Tennis spielen will, sollte schon umgezogen kommen. Schuhe und Jacke können in der Umkleide ausgezogen werden“, so Kesseler. Ein Doppel darf nur gespielt werden, wenn alle vier Personen aus einem Haushalt stammen. Eine Reservierung ist zwingend erforderlich. „Vieles verstehe ich nicht. Wir betreiben einen hohen Aufwand. Was dabei letztendlich herauskommt, wird sich zeigen“, so die Topfit-Chefin. „Unsere große Hoffnung ist derweil das Frühjahr, wenn wir wieder in unsere Freiluftsaison starten können“, hofft Thoma und sagt zuversichtlich: „Den Winter bekommen wir schon rum“.

Des einen Freud, ist des anderen Leid. Die Schwimmer sitzen buchstäblich wieder einmal auf dem Trockenen, obwohl sie als Individualsport eigentlich ins Wasser dürfen. Weil aber die bayerische Staatsregierung die Öffnung von Schwimmbädern untersagt hat, gibt es auch für die Athletinnen und Athleten des Teams Buron Kaufbeuren keine Ausnahme. Allein in diesem Jahr konnten sie nur rund viereinhalb Monate ins Wasser. Die Leistungslücke ist dadurch enorm. Es finden keine Wettkämpfe statt. Selbst die für Dezember anvisierten deutschen Jahrgangsmeisterschaften sind gestrichen. „Ich glaube, dass wir im neuen Jahr keinen Resetknopf drücken können“, so Abteilungsleiter Siegmar Dieser.

2021 wird seiner Ansicht nach so starten wie dieses Jahr zu Ende geht. Die Perspektive für Schwimmer geht gegen null. Die große Hoffnung besteht nun darin, dass wenigstens im neuen Jahr so schnell wie möglich Wettkämpfe stattfinden. Dass die Organisatoren weiterhin einen enorm hohen Aufwand haben werden, ist auch Dieser bewusst. „Trotzdem hätten die Athleten Spaß“, wollen sie doch nichts sehnlicher als ins kühle Nass zu springen, um endlich wieder Wettkämpfe zu bestreiten.

Stefan Günter

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