Freude nach Deutschlands EM-Sieg

Reaktionen zum 4:2-Erfolg gegen Portugal

Auto mit Deutscher Fahne zur Fußball-EM.
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Nach dem Sieg über Portugal feiern die Deutschland-Fans – auch im Auto.

Kaufbeuren/Landkreis – Kaum ertönte der Schlusspfiff, waren schon vielerorts die Hupkonzerte nach dem starken Auftritt der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei ihrem zweiten EM-Gruppenspiel gegen Portugal zu hören. Nicht nur die rund 14.000 zugelassenen Zuschauer in der Münchner Arena freuten sich nach dem 4:2-Sieg über drei Punkte, sondern auch die zahlreichen Fans, die daheim vor dem eigenen Fernseher das Torspektakel gegen Ronaldo & Co. verfolgten.

Maximilian Nieberle schaute sich daheim ganz gemütlich das Duell gegen amtierenden Europameister von 2016 an. „Ich fand das deutsche Spiel teilweise stark, dann aber auch unaufmerksam“, so der Abwehrspieler der SpVgg Kaufbeuren. Der Auftritt des 26-jährigen Linksfuß Robin Gosens (Atalanta Bergamo) überzeugte Nieberle. „Ich glaube schon, dass sich Deutschland im weiteren Turnierverlauf noch steigern kann, sowie 2014 bei der WM in Brasilien.“ Von daher ist er im Hinblick auf das letzte und zugleich entscheidende Gruppenspiel gegen Ungarn dann doch optimistisch. Trotzdem müsse man den Vize-Weltmeister von 1954 auch erst einmal bezwingen, verweist Nieberle auf das 1:1 gegen Weltmeister Frankreich. Der Marktoberdorfer Nationalspieler Volland kam gegen Portugal nicht zum Einsatz. „Kevin ist im Sturm ein Arbeiter, Havartz dagegen nicht. Volland bietet jedem Verteidiger Paroli. Dennoch wird es schwer werden, dass er seine Einsätze bekommt.“

Der neue BSK-Cheftrainer Dragan Lazic hat sich ebenfalls das Match angeschaut. Deutschland habe sehr viel Druck ausgeübt. „Das Pressing war einfach nur perfekt. Sie haben für mich das gesamte Spiel dominiert und dadurch souverän gewonnen“, analysiert er den Auftritt von Jogi’s Jungs. Die Taktik sei aufgegangen, wenngleich er sich von der Leistung Portugals mehr versprochen habe. „Für Deutschland war es eine Steigerung zur Niederlage gegen Frankreich“, so Lazic. Gegen Ungarn tippt der 51-Jährige einen 3:1-Sieg. „Deutschland ist für mich ein Titelfavorit.“

Gemütlich machte es sich Ingo Weber im Biergarten. Der Obmann der Schiedsrichtergruppe Ostallgäu war nach dem Sieg über die Portugiesen sehr glücklich. Der Auftritt der DFB-Elf im Auftaktspiel gegen Frankreich habe ihn schon zufrieden gestimmt. „Nur das Ergebnis passte eben nicht“, so Weber. Mit Beginn der Europameisterschaft entfachte auch beim Ostallgäuer Schiedsrichterchef die Euphorie. „Sicherlich würde ich es persönlich schöner finden, wenn sie weiterkommen.“ Ob er sich an ein Sommermärchen wie schon bei der WM 2006 im eigenen Land gewöhnen könnte? „Bei der Bundesliga fiebere ich nicht so mit wie bei der Nationalmannschaft“, macht Weber deutlich und hat auch die Italiener fest im Visier. „Sie haben mit gut gefallen“, schloss doch die Squadra Azzurra die Vorrunde mit drei Siegen und ohne Gegentor auf Rang eins ab. Dennoch habe für den Kaufbeurer die Vorrunde als Brisanz verloren, „da durch die Lucky-Loser von den sechs Drittplatzierten allein vier ins Achtelfinale kommen.“

Stefan Günter

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