Bis zum 31. August

Fußball-Saison aussetzen: Viele Allgäuer Vereine stimmen für BFV-Vorschlag

PantherMedia 24276452
+
Momentan ruht der Ball in allen deutschen Ligen.

Allgäu – Es ist ein klares Votum: 68 Prozent der bayerischen Klubs haben sich bei der Online-Abfrage des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV) für den Präsidiumsvorschlag ausgesprochen, die derzeit unterbrochene Spielzeit 2019/2020 bis zum 31. August dieses Jahres auszusetzen. Insgesamt votierten 2178 Vereine für den BFV-Weg. Auch zahlreiche Allgäuer Teams haben an der Abstimmung teilgenommen. Ab 1. September soll die aktuelle Spielzeit sportlich zu Ende gebracht werden. Wann die Politik in Bayern dazu grünes Licht gibt, ist noch offen.

410 der 574 schwäbischen Vereine stimmten für Ja (73,41 Prozent), dagegen votierten 109 Vereine (26,59 Prozent). Der Vorschlag sieht vor, den kompletten Spielbetrieb bei Frauen und Männern, von der Bayernliga abwärts, Juniorinnen und Junioren generell auszusetzen, die Saison 2019/20 danach fortzuführen und in jedem Fall regulär zu beenden. Was den Nachwuchsbereich angeht, gibt es hierfür noch keine konkreten Informationen.

Auch die SpVgg Kaufbeuren hat sich wie viele andere Allgäuer Vereine dafür ausgesprochen, wenngleich der Sportliche Leiter, Thomas Neumann, kein rosiges Szenario voraussagt: „Ich glaube, dass wir 2020 keinen Fußball mehr spielen werden.“ Für den 51-Jährigen bleiben allerdings noch einige Fragen offen, wie zum Beispiel, ob der BFV das Transferwechselfenster für die Spieler aufmacht. Seit März verzichten die Trainer der SVK übrigens im Seniorenbereich auf die monatliche Vergütung. Wie überall halten sich die Spieler selbst fit. Spannend dürfte sein, ob nicht generell einige Kicker nach der Corona-Krise ihre Fußballschuhe an den Nagel hängen werden. Für Neumann dagegen ist wichtig, „dass alle unsere Spieler, Trainer und Betreuer gesund bleiben. Wir müssen und können nur abwarten“.

Für Michael Müller ist die Aussetzung des Spielbetriebs die fairste Entscheidung. „Das Ende einer Saison sollte nicht am grünen Tisch entschieden werden“, sagt der Abteilungsleiter des SV Stöttwang. „Sicherlich hätte uns ein Abbruch in die Karten gespielt.“ Stöttwang liegt in der Bezirksliga-Süd nämlich am Tabellenende. Die nächsten Wochen werden zeigen, in welche Richtung es gehen könnte, so der 30-jährige Fußballchef des SVS. Doch was passiert mit Marco Schmitt? Der Spielertrainer hört zum Saisonende auf. Intern steht die Entscheidung schon fest, wer die Spieler nach der Corona-Krise betreuen wird. Ob es Schmitts Nachfolger Hermann Rietzler sein wird, wollte Müller nicht kommentieren.

Auch der FC Thalhofen votierte für den Vorschlag des BFV, „weil es aus unserer Sicht besser ist, die Saison sportlich zu Ende zu bringen“, sagt Abteilungsleiter Florian Sprenzel. Die Spieler seien momentan schwer enttäuscht, dass kein Ball mehr rollen dürfe. „Der FC Thalhofen ist eine große Familie. Jeder kennt jeden. Derzeit ist etwas weggebrochen.“

Ähnliche Töne werden auch beim SVO Germaringen angeschlagen. „Ich glaube, die Entscheidung, die wir getroffen haben, ist richtig“, so Oliver Baumann. Man sei im Verein relativ entspannt, ergänzt der Sportliche Leiter. „Wir bezahlen keine großen Gehälter. Finanzielle Sorgen haben wir nicht.“ Positiv ist, dass mit Franz Zimmermann, Mauricio de Pascalis und Markus Schöpf das Trainergespann für die drei Herrenteams weiterhin bestehen bleibt.

von Stefan Günter

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Furkan Kircicek aus Kaufbeuren kickt nun in der Dritten Liga
Furkan Kircicek aus Kaufbeuren kickt nun in der Dritten Liga
Eishockey-Profis Tanja und Nicola Eisenschmid über ihren Lieblingssport
Eishockey-Profis Tanja und Nicola Eisenschmid über ihren Lieblingssport

Kommentare